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Bern (awp/sda) - Die gute Konjunktur hat den Strukturwandel im Werkzeugmaschinenbau laut dem Industrie-Investor Walter Fust verzögert. Sein Aufruf an die Schweizer Hersteller, mehr zu kooperieren, sei aber nicht ungehört verhallt, sagte Fust.
"Der Aufruf wurde gehört, zumal der Druck des Euro noch nie so stark war", sagte er in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung "L'Agefi" (Ausgabe 12.05.). Fust ist Mehrheitsaktionär beim St. Galler Fräsmaschinen-Bauer StarragHeckert und Grossaktionär beim Bernjurassischen Drehmaschinen-Hersteller Tornos.
Ende des letzten Jahres rief er die Branche auf, beim Einkauf und Vertrieb verstärkt zusammenzuarbeiten. Viele Unternehmen seien in ihren Nischen Weltmarktführer, sie verfügten aber nicht über die nötige Grösse, um langfristig im internationalen Konkurrenzkampf bestehen zu können.
Wie Fust im Interview sagte, dürfte der nächste Abschwung den Sektor in zwei oder drei Jahren treffen. Fust erwartet vor allem innerhalb der Unternehmen die sichtbarsten Veränderungen - es gehe vor allem darum, die Produktion zu optimieren.
"Grundsätzlich müssen die Schweizer Unternehmen bessere Einkäufer werden", sagte der Gründer der Haushaltegerätefirma Fust und ehemaliger Jelmoli-Patron. Er verwies auf die von ihm präsidierte StarragHeckert, die Anfang 2011 das deutsche Unternehmen Dörries Scharmann gekauft hat.
Dadurch könne das St. Galler Unternehmen in Euro arbeiten, erklärte Fust. "Wir tätigen heute alle unsere Einkäufe via Deutschland." Dies biete offensichtliche Vorteile, denn fast 85% aller Kosten der Gruppe fielen in Euro an.
tp

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