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Presseschau 6. Dezember 2003

Die Zeitungen vom Samstag beschäftigen sich mit dem Zusammenbruch der Erb-Gruppe. Fünf Monate nach dem Tod des Firmengründers Hugo Erb bricht seine Firmengruppe auseinander.

Ein sportliches Thema widmet sich dem Losglück der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 2006.

Der Tenor der Berichterstattung: Die Schweizer Wirtschaft ist wieder um eine Gross-Pleite reicher und um ein Traditionsunternehmen ärmer. Die Vorwürfe sind teils happig.


Die BASLER-ZEITUNG spricht von einer "folgenschweren Pleite des Erb-Imperiums," und kommentiert: "Die Erb-Pleite ist definitiv kein Ruhmesblatt für die über 80 Banken, die dem Winterthurer Unternehmen bis zuletzt Geld geliehen haben: Weit über 2 Milliarden Franken insgesamt."

Weiter spricht die BAZ davon, dass alle hoch gelobten Frühwarnsysteme der Banken kollektiv versagt hätten und der Zusammenbruch sich in derselben Dimension bewege wie der Fall der Swissair.

Von Patriarchen und Banken

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG schreibt von fragwürdigen Geschäften und einem paradoxem Kollaps. Denn: "Es handelt sich um erfolgreich geführte Gesellschaften mit trotz konjunktureller Beeinträchtigung weiterhin gutem Geschäftsgang, die von der Unternehmerfamilie jahrelang für zweckfremde Spekulationen geplündert wurden und nun von ihren überschuldeten Muttergesellschaften abgestossen werden müssen – ein paradoxer Kollaps einer Gruppe."

Auch die Banken nimmt die NZZ in die Verantwortung: "Weiter haben diejenigen die Suppe auszulöffeln, deren Kredite offenbar reichlich und lange sprudelten."

Kriminelle Machenschaften?

Einen Schritt weiter geht der ZÜRCHER TAGES-ANZEGER, er titelt: "Erb: Strafuntersuchung absehbar". Denn, so vermutet das Blatt, "dass mutmasslich kriminelle Machenschaften zur Milliardenpleite geführt haben. Noch ist keine Untersuchung im Gange, aber der Sachverwalter wird genau abklären, wie es zu dem Zusammenbruch gekommen ist."

Für den BLICK ist es schon fast sicher: "Ungetreue Geschäftsführung (in Anführungszeichen) ist es fast sicher, Auch Urkundenfälschung und Betrug könnten die Untersuchungsrichter orten." Der Blick spricht von einem Trauerspiel, dessen Hauptprotagonisten, der verstorbene Hugo Erb und seine Söhne, das Imperium abwirtschafteten."

Die BERNER ZEITUNG lässt den Ende Oktober als Sanierer eingesetzten Hans Ziegler zu Wort kommen: "Eine Überschuldung in gigantischem Ausmass." Die ganze Firmenstruktur sei "geplündert und letztlich in den Kollaps geritten" worden. Auch für die BERNER ZEITUNG lässt die Wortwahl des Sanierers darauf schliessen, dass die Pleite strafrechtliche Konsequenzen haben könnte.

Schweizer-Fussball im Glück

Ein erfreulicheres Thema ist das Losglück der Schweizer Fussballnationalmannschaft. Bei der Auslosung zur Weltmeisterschafts-Qualifikation 2006 heissen die Gegner der Helvetia-Elf Irland, Israel, Färöer und Frankreich.

Der BLICK titelt: "Schweiz in der Insel-Gruppe. Da muss der 2. Platz her!" Der TAGES-ANZEIGER spricht vom "aussichtsreichen Kampf um Platz 2". Und im Berner BUND heisst es: "Attraktives Los".

Klar ist für alle Zeitungen, die Franzosen werden nicht zu schlagen sein. Der Rest wird viel Fleissarbeit und jenes Quäntchen Glück sein, dass im Spiel der Bälle eben nie fehlen darf.

swissinfo, Brigitta Javurek

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