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Presseschau vom 02.09.2003

Während der faire Handel in der Schweiz boomt, eröffnet der Flughafen Zürich seinen Erweiterungsbau in wirtschaftlich schwierigem Umfeld.

Dieser Inhalt wurde am 02. September 2003 - 09:04 publiziert

Wohlwollend mahnend geben sich die Kommentatoren.

Für einmal war diese Woche auch am Montag in Bern Markttag: Die "Fair Trade Fair" fand statt. Bern werde "Fair-Handelszone" titelt die BERNER ZEITUNG. Und weiter:

"Fair gehandelter Kaffee, Orangensaft und Reis sind längst keine Nischenprodukte mehr, die von ein paar Unentwegten eingekauft werden."

Das sieht auch der TAGES-ANZEIGER so: "Migros, Coop, Möbel Pfister und sogar McDonald's setzen mittlerweile auf fairen Handel."

Für die AARGAUER ZEITUNG ist klar: "Beim Handel mit Produkten aus dem Süden werden ethische Kriterien immer wichtiger."

Allerdings findet die Kommentatorin im BUND: "Der Markt allein kann aber den aus privater Initiative heraus entstandenen fairen Handel nicht aus seinem Nischendasein befreien. Da ist vor allem die Politik gefordert – zum Beispiel an der WTO-Konferenz in Cancún. Sie müsste die Spielregeln des Welthandels zugunsten der schwächeren Marktteilnehmer verändern."

Neuer Eingang zu Schweiz

Keine Menschenansammlungen und keine Feiern hingegen am Montag in Zürich bei der Eröffnung des erweiterten Flughafens.

Der TAGES-ANZEIGER titelt: "Neue Visitenkarte für den Flughafen." Die Schweiz habe einen neuen Eingang, so der TAGI weiter: "Für die Passagiere gibts mehr Komfort, für die Besucher eine tolle Aussicht."

Beeindruckt schreibt der BLICK: "Lichtdurchflutet, grosszügig, weitläufig."

Ausserhalb Zürich gibt man sich nüchterner. Es sei "der grösste Wartsaal der Schweiz", titeln verschiedene Zeitungen unisono. Doch, mahnt die NEUE LUZERNER ZEITUNG: "Ob die Milliardeninvestition je rentiert, bleibt ungewiss."

Ablasshandel auf libysche Art?

Skeptisch beurteilen die Kommentatoren auch die Weltpolitik, konkret die Einigung zwischen Libyen und Frankreich, die den Weg frei macht für die Aufhebung der UNO-Sanktionen gegen Libyen.

"Paris zwingt Ghaddafi in die Knie", – so siehts die NEUE LUZERNER ZEITUNG.

Der ganze Streit um die Entschädigungen von Opfern des Flugzeugabsturzes 1989 ist für die BASLER ZEITUNG ein "Ablasshandel auf libysche Art".

Ähnlich auch die Einordnung von LE TEMPS, auf der Karikatur ist die UNO-Sicherheitsrats-Sitzung als Versteigerung dargestellt: "Libyen kauft sich frei für 5 Milliarden Dollar – zum Ersten, zum Zweiten..."

Für die AARGAUER ZEITUNG zeigt die Entwicklung die "verlogene Weltpolitik":

"Galt Ghaddafi vor allem in den 80er-Jahren noch als Inbegriff des Terrors, so wurde gleichzeitig ein gewisser Saddam vom Westen gehätschelt und aufgerüstet."

Es gehe um Interessen- und Machtpolitik: "Die USA brauchen in dieser Region dringend Verbündete. Ghaddafi kann vielleicht einmal ganz nützlich sein. Und nicht zu vergessen: Libyen hat Öl."

swissinfo, Eva Herrmann

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