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Presseschau vom 07.01.2004

Die Ankündigung Nordkoreas, es wolle auf Tests und die Produktion von Atomwaffen verzichten, stösst in den Kommentaren der Schweizer Presse auf Skepsis.

Die Kommentatoren fordern zudem mehr Transparenz und eine bessere internationale Zusammenarbeit. Anlass dazu gibt die geheime Liste der 23 Flugzeuge, die in der Schweiz ein Landeverbot haben.

"Schrottflieger – Liste her Herr Leuenberger!" So steht es im BLICK. Auch die AARGAUER ZEITUNG kritisiert das Bundesamt für Zivilluftfahrt, das die Geheimhaltung seiner Sicherheitsinspektionen mit einer internationalen Vereinbarung begründet.

"Das Bazl und die Staaten, welche die Vereinbarung unterschrieben haben, erwecken den Eindruck, dass die finanziellen Interessen der Fluggesellschaften über der Sicherheit der Passagiere stehen."

Nur Passagiere hatten keine Ahnung

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG stellt die Frage, wieso die Unglücksmaschine in der Schweiz ein Landeverbot hatte, in Frankreich aber landen durfte.

"Wieso reagierte Niemand auf die Mängelliste, welche offenbar allen zuständigen Behörden zugänglich war? Die Bemühungen um Sicherheit dürfen nicht an Landesgrenzen halt machen. Die internationale Zusammenarbeit ist zuwenig intensiv, wie sich jetzt zeigt."

Der Zürcher TAGES ANZEIGER stellt fest, die französischen Behörden hätten gewusst, dass die Maschinen der Flash Airlines den schweizerischen Sicherheitsanforderungen nicht genügten.

"Nur die Passagiere der am Samstag vor Sharm el-Sheik ins Meer gestürzten Boeing 737-300, die meisten aus Frankreich, hatten davon keine Ahnung."

Zugunsten der Wirtschaft entschieden



Eine Publikation der technisch mangelhaften Flugzeuge hätte die ägyptische Chartergesellschaft möglicherweise ruiniert, schreibt der TAGES ANZEIGER.

"Aber dafür wären 148 Menschen vielleicht noch am Leben. In diesem Abwägen zwischen dem Schutz wirtschaftlicher Interessen und Menschenleben haben sich die Behörden aufgrund eines internationalen Abkommens für die Wirtschaft entschieden."

Nordkoreas Abrüstungsangebot



Der Vorschlag Nordkoreas, auf sein Atomprogramm zu verzichten, wirft in der Schweizer Presse Fragen auf.

"Werden 'Schurken' tugendhaft?" fragt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG und stellt fest:

"Es ist naheliegend zu vermuten, dass der militärisch herbeigeführte Sturz des Diktators im Irak bei den 'Schurken' dieser Welt Eindruck macht und sie dazu bewegt, es nun plötzlich mit Wohlverhalten zu versuchen."

Unter dem Titel "Kim öffnet Türchen im Atomstreit" bezeichnet die NEUE LUZERNER ZEITUNG die Ankündigung als "Versuchsballon".

Atompoker als Überlebensstragie

Der Berner BUND titelt: "Kim pokert ums Überleben" und erinnert daran, dass der Diktator bereits 1994 eine Einfrierung seines Atomprogramms versprochen, sich aber nicht an das Versprechen gehalten habe. Nun stehe er mit dem Rücken zur Wand.

"Ihm läuft nicht nur die Zeit davon, sondern auch ein Teil seiner Untertanen. China hat mehrere Divisionen an die Grenze verschoben. Offenbar fürchtet Peking die plötzliche Implosion des Schreckensregimes mit unkontrollierbaren Flüchtlingsströmen."

Ob Trick oder nicht – der BUND ist überzeugt, dass der nordkoreanische Diktator dringend die Hilfe der USA braucht.

"Auch wenn Kims Atompoker reine Erpressung ist – es ist wohl besser, darauf einzutreten, als den unberechenbaren Herrscher zu einer Verzweiflungstat zu provozieren."

swissinfo, Andreas Keiser

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