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Presseschau vom 08.11.2003

Der Rückzug des IKRK aus Bagdad und Basra und die Urteile für den kaltblütigen Mord von Münsingen finden in der Schweizer Tagespresse ihren Niederschlag.

Einmal mehr werden damit die Schlagzeilen der Zeitungen durch das Thema Gewalt geprägt.

Als "Hiobsbotschaft für Bagdad" bezeichnet der TAGES ANZEIGER den Rückzug des IKRK aus der irakischen Hauptstadt. Das IKRK reagiert damit auf den Anschlag auf sein Bagdader Hauptquartier vom 27. Oktober.

"Für die Zivilbevölkerung in diesem Land ist das eine schlimme Nachricht", schreibt der TAGI weiter. Er zeigt aber auch Verständnis für diese Massnahme: "Will das Rote Kreuz seine Leute nicht gegenüber Unbekannten zum Abschuss freigeben, musste es handeln".

Mit der verworrenen Lage in Irak beschäftigt sich auch die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG: "Irak den Irakern" fordert der Kommentar auf der ersten Seite.

"Im Zusammenhang mit den Angriffen auf die Besetzungstruppen oder den Anschlägen auf Politiker und Geistliche, internationale Organisationen und Botschaften herrscht anderseits die Frage vor, ob der Irak zum neusten Aufmarschgebiet der internationalen Jihad-Kämpfer gegen den Westen geworden sei", befürchtet die NZZ.

Für die Iraker selbst, aber auch für die Amerikaner, die 130'000 Soldaten im Land stationiert haben, sei die zentrale Frage: "Welcher ist der sicherste und schnellste Weg, aus dem Land wieder einen stabilen Staat zu machen, mit dessen Regierung sich die Bürger identifizieren können?"

Die NZZ teilt die Einsicht, die politische Verantwortung sei so schnell wie möglich den Irakern zu übergeben, mit dem UNO-Sicherheitsrat, Präsident Bush und seinem Vizekönig Bremer und allen möglichen Kommentatoren.

"Bush und Bremer scheinen die Übertragung der Verantwortung an die Iraker allerdings nur zögerlich umzusetzen," berichtet die NZZ und prophezeit: "Je länger Washington aber zögert, desto mehr bestärkt es bei den Irakern und den andern Völkern der Region die Meinung, die Amerikaner hätten politische Entmündigung und wirtschaftliche Ausbeutung im Sinn und Widerstand sei deshalb angebracht".

Deshalb der logische Schuss der NZZ: "Nur wenn die Iraker ihr Land nach ihrer Fasson wieder aufbauen, hat der Irak eine Zukunft".

Harte Strafen für "kaltblütige Mörder"

Zu 11 bis 15 Jahren Zuchthaus sind die vier Angeschuldigten im Mordfall Hans Haldemann verurteilt worden. Das Fehlen eines klassischen Tatmotivs (Beziehung, Rache, Geld) macht diesen Fall so speziell.

"Berner Mörderbande wird weggesperrt", titelt der BLICK. "Die Verteidiger der mordlustigen Clique hatten auf Arbeitserziehung plädiert."

Der Berner BUND bemüht sich um Differenzierung: "Die skrupellose und kaltblütige Tat bleibt unfassbar, macht rat- und sprachlos". Er schliesst sich damit der Beurteilung des Gerichtspräsidenten an, für den sich der Fall jeder rationalen Erklärung entzieht.

Der BUND-Kommentar stellt sich denn auch die Frage "Was ist höher zu bewerten: Ihre Bestrafung oder ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft? Konkret: Freiheitsstrafe oder Arbeitserziehungsanstalt?"

Auch die NZZ schreibt: "Nicht die Frage nach Schuld oder Unschuld stand im Zentrum des Prozesses." Die Frage, die das Gericht beschäftigte, drehte sich vielmehr um die Art und Weise der Bestrafung, die es den jungen Tätern auferlegen sollte.

Mit dieser Frage wird sich voraussichtlich eine weitere Instanz auseinandersetzen. Eine Appellation ist bereits angekündigt.

swissinfo, Etienne Strebel

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