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Presseschau vom 08.12.2003

Die Schweizer Montagszeitungen blicken nach Russland, wo gewählt und nach Italien, wo demonstriert wurde.

Alle Zeitungen aber halten vor allem den Atem an. Am Mittwoch wird in Bern die Schweizer Regierung gewählt.

"Politiker nutzt die schlaflosen Nächte"

ruft der BLICK den vielen Parteistrategen in der Schweiz zu. Vor allem denjenigen der Freisinnigen Partei, die sich Hals über Kopf dem Diktat der Schweizerischen Volkspartei, SVP, unterworfen habe.

"Die Partnerschaft entpuppt sich als Geiselhaft. Die SVP befiehlt: Helft Calmy-Rey stürzen oder ihr seid selber dran."

Damit will die Zeitung ihren gross aufgemachten Artikel lancieren. Da macht Ständerat Rolf Schweiger einen neuen Wahlvorschlag. Den wohl zweihundersten im Vorfeld der Bundesratswahl vom 10. Dezember. Wer will noch, wer hat noch nicht.

Der Zürcher TAGES ANZEIGER findet das alles normal und eine Frage der Macht:

"Wer bei dieser Ausgangslage verlangt, die Wahl müsse im Voraus geklärt und abgesprochen sein, hält die politische Spannung nicht aus. Diese aber geht durch das ganze Land."

Putins Erfolg

Tatsächlich gewählt hat Russland. Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG spricht von einer Kräfteverschiebung in Russlands Duma:

"Hochrechnungen und erste Teilresultate haben am Sonntag die Dominanz der Kremlnahen Partei Vereintes Russland bei den Wahlen in die russische Staatsduma bestätigt."

In Moskau habe ein Demonstrant mit dem Ruf "Eure Wahlen sind eine Farce" Ministerpräsident Kasjanow bei der Stimmabgabe mit einem Ei beworfen. Die NZZ:

"Kasjanow gab sich stoisch und bezeichnete die Attacke als etwas, das in einer Demokratie halt vorkomme."

Und die welsche LE TEMPS meint zum durchschlagenden Erfolg von Präsident Putin:

"Ein Parlament nach Mass für Wladimir Putin!"

Berlusconis Misserfolg

In Italien, genauer in Rom, so der Berner BUND, habe die Bevölkerung mit einer Grossdemonstration ihren Unmut über die von der Regierung geplante Rentenreform und den Haushaltplan 2004, ja, gegen die Regierung allgemein, demonstriert:

"Die Lage ist ernst, ohne Gegenmassnahmen steuert das System auf direktem Weg in den Kollaps. Tatsächlich bekunden immerhin vier von zehn Italienern Verständnis für die geplanten Massnahmen."

Andererseits hätten zahlreiche Italienerinnen und Italiener das Gefühl, dass von der Regierungstätigkeit von Silvio Berlusconi bisher nur ganz wenige und in erster Linie der Regierungschef selber profitierten, während es der grossen Masse immer schlechter gehe.

Die BERNER ZEITUNG findet, Berlusconi sei entzaubert worden. Doch ein Ende der Ära wäre für den Premier und Medienunternehmer in Personalunion nur ein halbes Unglück:

"Die zweieinhalb Jahre an den Hebeln der Macht hat er systematisch dazu genutzt, seine eigenen Dinge 'in Ordnung' zu bringen."

swissinfo, Urs Maurer

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