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Presseschau vom 09.01.2004

Mit über 160'000 Arbeitslosen ist in der Schweiz der Höchststand seit sechs Jahren erreicht.

Die steigende Arbeitslosigkeit und die Frage, wann der Aufschwung kommt, beschäftigen heute denn auch die Mehrheit der Schweizer Zeitungen.

"Geduld ist gefragt", meint die BERNER ZEITUNG. "Die Anzeichen für einen Wiederaufschwung haben sich in der letzten Zeit verdichtet."

Für die Reduktion der Arbeitslosenquote brauche es allerdings mehr als eine beginnende Konjunkturerholung.

"Der Timelag, bis sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt, dauert noch mindestens ein Jahr", meint die Gewerkschaft Travail.Suisse in der BERNER ZEITUNG.

Diese Übergangszeit könne nicht verkürzt werden.

"Selbst ein staatliches Blitzprogramm zur Konjunktur-Ankurbelung käme zu spät."

Langfristiges Wachstum nötig

Wichtiger sei, dass jetzt die Voraussetzungen für ein langfristiges Wachstum geschaffen würden.

Die Arbeitslosigkeit werde auch bei einem Aufschwung nicht in allen Branchen gleichermassen zurückgehen, meint der BUND.

"Man ortet Sektoren mit Überkapazitäten (zurzeit etwa die Banken), und man ortet Produktionsverlagerungen von Firmen in Billiglohnländer (zurzeit vermehrt in der Informatik)."

Unter dem Strich bedeute dies aber wieder Produktivitätssteigerungen und damit wieder Wachstum und Beschäftigung, folgert der BUND zuversichtlich. "Hoffen ist erlaubt."

Später Frühling

"Für Tausende kommt der Frühling zu spät", titelt der BLICK. "Die Arbeitslosenzahlen sind so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr. Rund 30'000 Menschen wurden letztes Jahr ausgesteuert. Und es werden immer mehr."

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG erinnert daran, dass zunehmend Jugendliche von der Arbeitslosigkeit betroffen sind. "Rund ein Viertel der Arbeitslosen im Kanton Luzern ist 24 Jahre und jünger, das ist sehr bedenklich", meint die Vorsteherin des Luzerner Arbeitsamtes in der NLZ.

Wer wird die FDP führen?

"Die FDP wagt sich aufs Eis einer Programmdebatte", titelt die BASLER ZEITUNG.

"Es rumort in der FDP, und es geht um sehr viel mehr als um eine simple Kurskorrektur."

FDP-Nationalrat Johannes Randegger holt gar die Mythologie zu Hilfe, um die Situation zu beschreiben: "Wenn Phoenix nicht aus er Asche steigt, dann ist die FDP in vier Jahren keine Volkspartei mehr", meint Randegger in der BAZ. An einer Delegiertenversammlung morgen soll die Reformdebatte angestossen werden.

Zu Diskussionen führt auch der Drang des frischgewählten Zürcher Nationalrates Filippo Leutenegger an die Spitze der Zürcher FDP. Der TAGES-ANZEIGER fragt skeptisch, was ein FDP-Präsident Leutenegger denn zu bieten hätte ausser seiner Bekanntheit, die regelmässige Medienpräsenz garantiert.

"In die Niederungen der Zürcher Politik hat sich Kandidat Leutenegger bisher kaum begeben, sieht man einmal von der Teilnahme an einer Demo gegen Südanflüge ab", schreibt der TAGES-ANZEIGER.

"Die engagierten Freisinnigen in den Gemeinden und Bezirken – also dort, wo Wahlen gewonnen und Sachfragen beantwortet werden müssen – könnten deshalb von Leutenegger kaum Impulse erwarten."

Der Kommentator kommt deshalb zum Schluss: "Leutenegger ist der falsche für die FDP."

Die Show mit Möchtegern-Politikern

"Wenn es mit Möchtegern-Popstars funktioniert, warum soll es dann mit Möchtegern-Politikern nicht funktionieren?", fragt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG und berichtet von einem Projekt der britischen Produktionsfirma Endemol, die schon "Big Brother" lanciert hat.

"Für einen möglichen Probelauf fasst man die Wahlen für den Posten des Bürgermeisters von London oder eine Ersatzwahl ins Parlament ins Auge", heisst es in der NZZ weiter, und sie kommt zum Schluss: "Allfällige Gewinner dürften sich gute Chancen für eine Politkarriere ausrechnen".

swissinfo, Katrin Holenstein

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