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Presseschau vom 09.10.2003

Der Action-Held mit österreichischen Wurzeln schwingt sich endgültig von der Kino-Leinwand in die Politik: Arnold Schwarzenegger ist der neue Gouverneur Kaliforniens.

Die Schweizer Zeitungen setzen Fragezeichen, geben Schwarzenegger aber auch Kredit.

In nicht weniger als fünf Artikeln in drei Ressorts feiert die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG den Triumph des "Governators": "Ausschlaggebend für seinen spektakulären Erfolg (...) an der Goldküste Amerikas war die Verbitterung über den erst vor elf Monaten gewählten demokratischen Gouverneur Gray Davies und die 'Politikerkaste' in Sacramento."

Schwarzenegger selber ist für das Traditionsblatt "kein konservativer Revolutionär wie Ronald Reagan, sondern bewegt sich in der politischen Mitte Kaliforniens".

Verbindungen zu den liberalen Kennedys

Politisch bedeutsam wertet die NZZ Schwarzeneggers Verbindung zum mächtigen demokratischen Kennedy-Clan. Seine Frau ist die Nichte des ermordeten ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy.

In Inland-Bund fragt sich die NZZ sodann ironisch, wen wir Schweizer denn allenfalls zu bieten hätten, um im Ausland nach dem Rechten zu sehen. Und kommt auf den Ex-Botschafter Thomas Borer. Dieser käme sowohl als "Schultheiss von Texas", der Heimat seiner Gattin, als auch als "Landammann von Brandenburg" in Frage.

Stichwort Frage: "Totaler Triumph für den Terminator. Wird er sogar US-Präsident?", wagt das Boulevardblatt BLICK einen weiten solchen in die Zukunft.

Wie reagiert Bush?

Fragezeichen auch im Titel der BASLER ZEITUNG: "Das Ende jeder vernünftigen Politik?" Die Folgen der Protestwelle, die den Actionhelden an die Spitze des bevölkerungsreichsten Bundesstaates getragen habe, seien für die USA noch nicht abschätzbar. "Präsident George W. Bush wird an dieser Entwicklung jedoch nicht nur Freude haben."

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG hakt hier ein: "Schwarzenegger und Bush sind zwar beide Republikaner, doch ihre politischen Auffassungen könnten nicht unterschiedlicher sein." Der gebürtige Österreicher befürworte die Abtreibung, mehr Rechte für Homosexuelle und strengere Waffengesetze.

"Arnold Schwarzenegger rejoue le rève americain en version originale", schreibt die Genfer Zeitung LE TEMPS, "Arnold Schwarzenegger spielt wieder den amerikanischen Traum, in der Originalversion."

Kredit aus Genf...

Gerade Intellektuelle hätten sich mokant gefragt, ob es unter den Haaren des ehemaligen Mister Universe Platz für ein Hirn habe - ein "délit de sale geule", wie sich jetzt herausgestellt habe, "ein Vorurteil aufgrund von Äusserlichkeiten". Denn offensichtlich habe Schwarzenegger politisches Flair. Auch sei er seit 10 Jahren auf der Politbühne präsent und habe sich als Instrument des Wandels präsentiert, eines Wandels, den alle kommen sehen haben.

... und Bern

Kredit geniesst der vom filmischen Weltenretter zum politischen Staatenretter mutierte Muskelprotz auch bei der BERNER ZEITUNG. "Give him a chance – Gebt ihm eine Chance", für die Rettung des mit 38 Milliarden verschuldeten Kaliforniens. "Kann das ein Schauspieler? Warum nicht?" Schwarzeneggers Vorbild Ronald Reagan jedenfalls habe die USA nicht schlechter regiert als seine Vorgänger und Nachfolger, findet die BZ.

Aus diesem Vergleich schöpft auch die NZZ Hoffnung: "Schwarzenegger ist nicht nur Schauspieler in so genannten B-Movies wie sein bekannter Vorgänger, sondern ein Kassenmagnet erster Güte, ein erfolgreicher Unternehmer, fast schon selber ein Wirtschaftsfaktor."

swissinfo, Renat Künzi

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