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Presseschau vom 10.10.200

Der ETH-Professor Kurt Wüthrich ist mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet worden. Dazu Stimmen der Begeisterung aus den Schweizer Zeitungen.

Der Wissenschafter wird nach seiner Pensionierung seine Forschungsaktivitäten in den USA weiterführen.

"Berner holt den Nobelpreis", jubelt die BERNER ZEITUNG und titelt seinen Kommentar mit "Ansporn für die Topleute".

Voll des Lobs ist die BERNER ZEITUNG auch für die ETH. "Von kaum einer anderen Hochschule - schon gar nicht von einer schweizerischen - kommen so viele Nobelpreisträger", schreibt sie.

Der Biophysiker Kurt Wüthrich erforscht unter anderem Prionenerkrankungen wie etwa BSE oder Creutzfeld-Jakob. Er entdeckte vor zwei Jahren die Struktur eines Prionenmoleküls und zeigte, dass die chemische Struktur bei Mensch, Rind und Schwein sehr ähnlich ist.

Motivation für die ganze Schweiz



"Ein Freudentag für Schweiz" titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG auf ihrer ersten Seite und schreibt in ihrem Kommentar:

"Die Auszeichnung für Wüthrich ist für die ETH Zürich, ja für die Schweiz ein hochwillkommener Motivations- und Aufmunterungsschub."

Laut der NLZ müsse der Preis auch Denk- und Handlungsanstoss für Politik und Wirtschaft sein. Forschung sei eine Langzeitaufgabe ohne hundertprozentige Garantie auf Erfolg. Deshalb lautet das Fazit der NLZ:

"Wer nichts wagt, der wird auch nichts gewinnen."

Auch die BASLER ZEITUNG huldigt dem Nobelpreisträger Wüthrich. "Der Herr der Prionen erhält den Nobelpreis", schreibt die Zeitung und fährt fort:

"Verdient hat er ihn schon lange, nun hat er ihn erhalten, den begehrten Chemie-Nobelpreis."

Laut BAZ hätte Wüthrich den Preis bereits 1991 erhalten können oder müssen. Damals wurde aber sein Kollege Richard Ernst berücksichtigt.

Kurt Wüthrich ist der 27. Schweizer Nobelpreisträger und Nachfolger von Rolf Zinkernagel, der den Preis vor sechs Jahren in Medizin gewonnen hatte.

Ausgezeichnet wurden auch John Fenn und Koichi Tanaka für ihre Methoden zur massenspektrometrischen Analyse von Biomolekülen.

Getrübte Freude



Der BUND schreibt in seinem Kommentar:

" Die medizinisch-biologische Forschung in der Schweiz bringt seit Jahren hervorragende Ergebnisse hervor. Der ETH Zürich gelingt es offensichtlich, hervorragenden Forschern nicht nur die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, sondern auch die nötige akademische Freiheit zu gewähren."

Die Zeitung kommt deshalb zum Schluss:

"Schade, dass die ETH Zürich Kurt Wüthrich in einem Jahr pensionieren muss."

"Auf dem Gipfel des Ruhms muss er ins Exil", schreibt denn auch der BLICK auf seiner Titelseite. Es sei ein Skandal, dass der Nobelpreisträger gezwungen sei, seine Forschungsaktivitäten ins Ausland zu verlegen, so der Kommentar des BLICKS.

"Ich würde an der ETH bleiben, gäbe es eine menschenwürdige Möglichkeit", zitiert das Boulevard-Blatt den Nobelpreisträger. Wüthrich dürfe zwar weiterhin sein Büro benützen, hätte aber keinen Zugriff mehr auf Forschungsmittel.

Auch der TAGES-ANZEIGER greift das Thema auf und schreibt: "Preisgeld für sein neues Labor". Laut dem Tagi werde sich der Forscher keineswegs zurückziehen. Mit dem Preisgeld von 800 000 Fr.
werde er unter anderem sein neues Labor im kalifornischen La Jolla finanzieren.

Die NZZ schreibt: "Belohnung für die ETH und die Schweiz" und zitiert den Präsidenten der ETH, Olaf Kübler:

"Für die ETH ist es eine Bestätigung, dass unsere Politik, konsistent und langfristig in die Stärken unserer Wissenschafter zu investieren, erfolgreich ist."

Weiter sagt der ETH-Präsident im Interview mit der NZZ:

"Auch in der Schweiz hat sich die Erkenntnis langsam durchgesetzt, dass man als Land mit fehlenden natürlichen Ressourcen auf intellektuelles Potential setzen muss. Nur so können wir unsere Zukunft sichern."

swissinfo, Elvira Wiegers

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