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Presseschau vom 13.01.2004

Personalsuche in Wirtschaft und Politik: Adecco sucht seriöse Buchhalter, und die CVP und SP suchen weiterhin Leute für das Parteipräsidium.

Einen grossen Auftritt hingegen hat Peter Sauber, der den neuen blauen Ferrari-Formel-1-Rennwagen vorstellte und auf langjährige Sponsoren zählen kann.

"Kein Bock auf den Job", titelt die Boulevard-Zeitung BLICK auf der Front, und meint damit nicht nur das Präsidium der Christlichdemokraten (CVP), sondern auch jenes der Sozialdemokraten (SP). Die Kron- resp. Geheimfavoriten Doris Leuthard (CVP-Vizepräsidentin) und André Daguet (SP-Nationalrat) hätten beide abgesagt.

"Die CVP bleibt eine kopflose Partei", titelt auch die BERNER ZEITUNG. Die Zeitung vermutet, dass die berufliche Überlastung, mit der die Favoriten Doris Leuthard und Bruno Frick ihr Nein begründen, nur die offizielle Version ist. "Inoffiziell kandidieren sie wohl eher nicht aus der Angst heraus, sich dauerhaft mit dem Virus des Scheiterns zu infizieren."

"Herkules-Aufgabe"

"Denn die CVP wieder auf den Weg der Besserung zu bringen, ist eine wahre Herkulesaufgabe", meint die BZ. Es wäre besser, wenn die CVP sich erst ihrer neuen politischen Ausrichtung klar sei, bevor sie einen neuen Präsidenten suche.

"CVP im Elend", steht auf der Front des BUNDES. Auch für diese Zeitung ist klar, dass die Absagegründe "nur vorgeschoben" sind. "Das CVP-Präsidium ist heute mehr denn je ein Schleudersitz." Man halse sich damit vor allem Probleme auf, mit wenig Aussicht auf Erfolg und persönlichen Profit.

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG befürchtet, nach dem Wundenlecken im Dezember, den internen Richtungsdifferenzen und jetzt dem Rückzug der Kronfavoritin "könnte die Personenfrage durchaus in einen Richtungsstreit ausarten".

Bröckelnde Avanti-Front

Noch vor einigen Wochen sah es so aus, als ob der Avanti-Gegenvorschlag kaum Probleme hätte, durchzukommen. "Die Gegner des Gegenvorschlags wittern jedoch Morgenluft", schreibt die BERNER ZEITUNG, nachdem die CVP übers Wochenende überraschend die Nein-Parole beschlossen hatte. "Und die Befürworter werden nervös".

Die NZZ schreibt gar vom "neuen Ungehorsam des Verkehrsministers", des Bundesrats Moritz Leuenberger, wegen der "demokratiepolitisch fragwürdigen Aufweichung des Alpenschutzes mit dem erzwungenen Bau der zweiten Gotthardröhre".

Auch laut dem BUND unterstützt Leuenberger den Gegenentwurf "differenziert", weil der Gegenvorschlag als "Elaborat des Parlaments" in vielen Teilen nicht mehr den Absichten des Bundesrats entspreche.

Adecco sucht Buchhalter

Materielle Schwachstellen bei der internen Buchprüfung zwangen den weltgrössten Konzern für Temporärarbeit, Adecco, die Präsentation seines Geschäftsabschlusses 2003 zu verschieben. "Eine Flucht nach vorne?", fragt sich der TAGES-ANZEIGER.

Nach dem Enron-Skandal in den USA und dem italienischen Parmalat-Salat könnte "die weltweite Welle von Bilanzskandalen nun auch die Schweiz erreichen", vermutet die Zeitung. Der Sitz des am letzten Freitag noch mit 15 Milliarden-Franken börsenbewerteten Konzern liegt im Waadtland.

"Sept milliards de francs: c'est la valeur boursière d'Adecco partie en fumée lundi – sieben Milliarden Franken des Börsenwerts von Adecco haben sich am Montag in Luft aufgelöst", schreibt der Westschweizer LE TEMPS. Die Westschweizer Zeitung führt die Panikreaktion der Börse auch auf die Erfahrungen mit den vorangegangenen Skandalen zurück.

LE TEMPS spricht die "Limiten der Transparenz" an, die sich bei Adecco nun zeigten. Die Transparenz sei sehr formal und partiell, durch die Börsenregeln vorgegeben. Doch weder Analysten noch Journalisten hätten wirklich Zeit, die viermal jährlich vorgelegten Zahlen à fonds nach zu prüfen.

Adecco galt in der Branche "nie als Musterbeispiel für Transparenz und gute Kommunikation", schreibt die NZZ. Deshalb sei das Unternehmen jetzt ein dankbarer Prügelknabe.

Saubers Takeoff-Show im Hangar

Da hebt sich Formel-1-Teamchef Peter Sauber doch ab von den negativen Schlagzeilen des Tages. Im Hangar des Flughafens Salzburg präsentierte er sein neues Fahrzeug. Am 7. März beginnt die Grand-Prix-Saison in Melbourne.
Sauber stand schon kürzlich wegen seines Windkanals in Hinwil im Zentrum des Interesses.

Die Presse bescheinigt Sauber Konstanz mit seinen Sponsoren. Die Show in Salzburg symbolisiert 10 Jahre Partnerschaft zwischen Sauber und dem Energiedrink Red Bull. "Ende Mai wird es erneut Grund zum Feiern geben", weiss die AARGAUER ZEITUNG. Dann werden die 10 Jahre Partnerschaft mit dem malaysischen Öl- und Gaskonzern Petronas gefeiert.

swissinfo, Alexander Künzle

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