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Presseschau vom 13.03.2004

Die schweren Anschläge in Madrid vor zwei Tagen mit 200 Toten stehen weiter in den Schlagzeilen der Schweizer Zeitungen.

Aber auch die Ermittlungen gegen André Dosé, den Ex-CEO der Swiss, im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz bei Bassersdorf finden Beachtung.

"Non gigantesque au terrorisme" – ein gewaltiges Nein dem Terrorismus – dies die Schlagzeile auf der Front der Genfer Zeitung LE TEMPS.

Viele Zeitungen bringen auf ihrer Titelseite Bilder der Massenkundgebungen in Madrid und anderen spanischen Städten mit Millionen von Teilnehmern.

Es wird spekuliert und gerätselt, ob es Al Kaida war oder eben doch die baskische Separatistengruppe ETA. LE TEMPS kritisiert den abtretenden spanischen Premier Aznar, der voll auf die ETA setze, da ihm und seiner Partei diese Möglichkeit kurz vor den Wahlen am besten passe.

Laut LE TEMPS könnte diese Haltung die Spannungen zwischen Madrid, Katalonien und dem Baskenland nur noch weiter verschärfen.

Europa im Visier?

Wie alle Medien rätselt auch der Berner BUND über die Urheberschaft der Anschläge: "Europa im Visier der Jihadisten?", fragt er in seinem Kommentar und findet dies nicht ganz abwegig:

"Das Drama in der spanischen Hauptstadt hat möglicherweise eine neue, eine europäische Dimension – jedenfalls dann, wenn sich zweifelsfrei herausstellen sollte, dass der internationale islamistische Terror und nicht die baskische ETA die Anschläge geplant und ausgeführt hat."

Der Kommentator der BERNER ZEITUNG kann sich auch vorstellen, dass ETA-Täter und Zweiggruppen von Al Kaida begonnen haben, gemeinsam vorzugehen:

"Kombinationen von Tätern mit sehr unterschiedlichen politischen Zielen sind im Irak schon seit Monaten gemeinsam aktiv. Eine derartige Kombination wäre die schlimmste aller Möglichkeiten für Spanien", folgert die BZ.

Der TAGES-ANZEIGER rät Europa, sich auf eine einheitliche Definition des Terrorismus zu verständigen. Nur so könnten sich alle EU-Länder an die gleichen rechtsstaatlichen Mittel zur Bekämpfung dieses Übels halten.

Falsch sei, wenn Europa jetzt – im Kampf gegen den Terrorismus - von Krieg spreche. "Wenn wir nach dem 11. September 2001 eines gelernt haben, dann dies, dass man keinen 'Krieg gegen den Terrorismus' führen kann", betont der TAGI.

André Dosé im Visier der Bundesanwaltschaft

Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit Freitag gegen André Dosé, der am Donnerstag als CEO der Fluggesellschaft Swiss zurückgetreten war. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz bei Bassersdorf im Jahr 2001. Damals stand Dosé an der Spitze der verantwortlichen Crossair.

Noch gelte für Dosé die Unschuldsvermutung, schreibt der BUND. "In einem Rechtsstaat ist es daher eher bedenklich, wenn die Ankündigung einer Untersuchung gegen einen Firmenchef schon ausreicht, um diesen aus seinem Amt zu treiben."

Aus Sicht des Swiss-Verwaltungsrats sehe das Bild jedoch anders aus, so der BUND weiter: "Verdachtsmomente und eine möglicherweise lange Untersuchung sind im Fluggeschäft – wo Sicherheit und Vertrauen eine entscheidende Rolle spielen – schwere Hypotheken."

Über Flugsicherheit schreibt auch das Boulevard-Blatt BLICK und trauert den schönen, alten Zeiten nach, als alles noch in Ordnung war:

"Die Schweizer Luftfahrt war einst der Stolz der Nation. Um die Jahrtausendwende verkam der Stolz der Nation zur besseren 'Buschfliegerei', vor allem wegen der Crossair. Die Vergangenheitsbewältigung läuft. Die Ermittlungen des Bundesanwaltes gegen die frühere Crossair-Spitze sind ein weiterer Baustein in diesem Prozess."

swissinfo, Gaby Ochsenbein

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