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Presseschau vom 13.10.2003

Für einmal sind sich die Schweizer Zeitungen einig: Die Qualifikation der Schweizer Fussball-Nationalmannschhaft unter Köbi Kuhn für die EM in Portugal 2004 ist das Grösste.

Die NZZ schreibt eine Woche vor den Parlamentswahlen gar: "Fussball regiert die Schweiz!"

"Wenn die Cervelat-Prominenz lieber ins Stadion als in die 'Schweizer Illustrierte' will, wenn die Basler ihre Fussballbegeisterung bedingungslos mit der Rest-Schweiz teilen und für den Nationaltrainer aus Zürich 'Happy Birthday' singen, wenn das Schweizer Fernsehen Alain Sutter aus den ewigen Jagdgründen des Spitzensports zurückholt, wenn Politiker noch eine Woche vor den Wahlen unumwunden zugeben: 'Fussball regiert die Welt' – dann ist die Normalität ausser Kraft",

findet die Neue Zürcher Zeitung weiter. In Basel gewann die Schweiz das letzte Spiel in der Qualifikationsgruppe 10 gegen Irland 2:0. Was die direkte Qualifikation für die Europameisterschaft im kommenden Jahr bedeutete. Deshalb wohl schrieb die Basler Zeitung:

"Das Schönste an der erfreulichen Sache ist - das Beste kommt noch: die EM 2008."

Die findet dann in der Schweiz statt, doch so weit sind wir noch nicht. Bleiben wir bei 2004 und beim Baumeister dieses Erfolges. Beim Zürcher Ex-Internationalen Köbi Kuhn. Dem Schweizer Coach bescheinigt die welsche LE TEMPS eine 'hartnäckige Beharrlichkeit'. Denn jeder Exploit benötige eine Charaktereigenschaft, welche die Öffentlichkeit dafür verantwortlich machen kann:

"Für den Tennisspieler Federer ist es das Talent, bei der Alinghi war es der Teamgeist und bei Köbi Kuhn ist es unzweifelhaft seine Seriosität und seine Entschlossenheit am einmal festgelegten Weg festzuhalten."

Diesem Köbi Kuhn bescheinigt die NEUE LUZERNER ZEITUNG eine "feine Nase" und ein konservatives Denken als Trainer. Als erstes habe er Ciriaco Sforza ausgeschlossen, weil er in diesem ein störendes Element der Gruppe ausgemacht habe:

"Kuhn übertrug früh den Begriff 'Familie' auf die Gruppe der Nationalspieler, weil für ihn Erfolg auch mit Harmonie zu tun hatte."

Er verdiene es, so die Zeitung aus Luzern, dass sein bis 2004 befristeter Vertrag verlängert werde und zwar "schnellstmöglich".

Dabei tönte es zu Beginn der "Ära Kuhn" noch ganz anders. Die Pendlerzeitung 20 MINUTEN zitierte den Schweizer Coach, der auch nach dem Triumph bescheiden blieb mit den Worten:

"Ich bin weder der Depp noch der Held der Nation"

Die AARGAUER ZEITUNG ist da ehrlich, wenn sie schreibt:

"Wir geben zu: Trainer-Späteinsteiger Köbi Kuhn hat mit der EM-Qualifikation etwas geschafft, was wir ihm, der zuvor nie Coach einer Profimannschaft gewesen ist, nicht zugetraut haben."

Doch natürlich stand nicht Köbi Kuhn auf dem Spielfeld. Die Schweizer Nationalmannschaft musste die Punkte schon selber erkämpfen. Der Berner BUND spricht vom "guten Fusswerk" und vom Glück:

"Doch auf dem Rasen beanspruchten die Schweizer des Glücks Hilfe nur in bescheidenem Mass: vielleicht, als Celestini in Irland kurz vor Schluss zum 2:1 traf, vielleicht als die Albaner in Genf beim Stand von 3:2 noch gehörig Angst einflössten."

Dass die Russsen in einer Krise steckten, habe den Schweizern sicher auch geholfen, schreibt der BUND weiter.

Die Schweizer Mannschaft, so der TAGES ANZEIGER habe aber als Einheit überzeugt. Trotzdem sei sie von herausragenden Figuren geleitet worden:

"Goali Stiel war bis auf eine Situation fehlerfrei. Murat Yakin vor ihm der souveräne und ruhige Abwehrchef. Im defensiven Mittelfeld bestimmte Johann Vogel das Spiel. Alex Frei war laufstark und willig und allein die Trefferquote ist seine Legimitation: In 22 Einsätzen hat er jetzt 14 Tore erzielt, fünfmal gar traf er in den acht EM-Qualifikations-Spielen."

swissinfo, Urs Maurer

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