Presseschau vom 14.07.2003

Was brachte die Bush-Reise nach Afrika und wohin steuert die neue Regierung in Irak? – Internationale Themen dominieren am Montag die Schweizer Zeitungen.

Dieser Inhalt wurde am 14. Juli 2003 - 08:41 publiziert

Viel spekuliert wird zudem über die Explosion eines Wohnhauses in der Nähe von Thun.

Der US-amerikanische Präsident hat seine 5-tägige Afrika-Reise abgeschlossen. Es sei eine "Pflichtübung im Sauseschritt" gewesen, schreibt die BERNER ZEITUNG:

"Symbolik, Schulterklopfen und starke Worte: US-Präsident George Bushs Afrika-Reise fehlte es an Substanz."

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG konstatiert, die Reise habe wohl keine hohen Wellen geworfen. Allerdings, so die NZZ weiter:

"Vielleicht zu Unrecht, denn der Besuch belegt die Akzentverschiebung, die in der amerikanischen Afrika-Politik in den letzten Jahren eingetreten ist. Hatte Bush während des Wahlkampfs im Jahr 2000 Afrika noch zur Marginalie erklärt, (...) so veranlassten ihn die Terrorattacken vom 11. September 2001 dazu, Afrika vermehrt ins Blickfeld amerikanischer Aussenpolitik zu rücken."

Auch die BASLER ZEITUNG konstatiert ein gewisses Interesse. Aber es blieben enttäuschte Hoffnungen:

"Der US-Präsident versprach Hilfe gegen Aids – und kümmert sich doch in erster Linie um die Interessen der USA."

Immerhin ein erster Schritt

Verhalten optimistisch äussern sich die Schweizer Zeitungen zur ersten Sitzung des provisorischen Regierungsrates in Bagdad. "Die USA setzen jetzt auf die Iraker", schreibt die AARGAUER ZEITUNG.

Es sei "ein erster Schritt zur Demokratie", titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG.

Der TAGES-ANZEIGER weist darauf hin, dass der Rat ernannt und nicht gewählt sei:

"Mit diesem Handicap der fehlenden Legitimation müssen seine Mitglieder leben. Sie haben jedoch mehr politische Macht als ursprünglich angenommen. (...) Mit der provisorischen politischen Führung haben die USA den Irak ein erstes kleines Stück in die Selbstständigkeit entlassen. Seine Arbeit wird zur Bewährungsprobe – für den Befreier und die Befreiten."

Das sieht auch der Genfer LE TEMPS so und lässt die Frage offen:

Sera-ce suffisant pour calmer le ressentiment contre l'occupant?" – Wird das genügen, um den Groll gegen den Besatzer zu besänftigen?

Schutt und Verwüstung in Steffisburg

Am Samstagabend war in Steffisburg bei Thun ein Wohnhaus explodiert. Drei Menschen starben, mehrere wurden teils schwer verletzt. Wo Wohnungen gewesen waren, blieb ein riesiger Schuttkegel. Es habe ausgesehen wie nach einer Gasexplosion, berichten verschiedene Medien. Allerdings war das Wohnhaus nicht an der Gasleitung angeschlossen gewesen.

Das Boulevardblatt BLICK schreibt: "Jetzt rätselt die Polizei: Was hat diese furchtbare Tragödie ausgelöst? Die Gasflasche eines Grills vielleicht. Oder ein explodierender Boiler."

Detaillierte Recherchen listet die BERNER ZEITUNG auf. Sie weiss, dass die Polizei Gasflaschen sicherstellte, die nichte explodiert waren.

"Damit stellen sich den Untersuchungsbehörden viele Fragen: Etwa, wieso jemand vier Flaschen Butangas in der Wohnung hat."

swissinfo, Eva Herrmann

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