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Presseschau vom 14.10.2003

Bringt das so genannte Genfer Dokument Bewegung in die zerfahrene Situation zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten? Die Schweizer Presse zweifelt.

Weiteres Thema sind die Förder-Programme für die Geisteswissenschaften an den Hochschulen.

Als "eine Vision für Nahost", bezeichnet der Berner BUND das "Genfer Dokument", das moderate Israelis und Palästinenser am Wochenende in Jordanien ausgearbeitet hatten. Zwar sei die Verständigung alles andere als realitätsfremd. Auch stelle das Dokument dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt eine Alternative entgegen, "möglicherweise die einzige".

"Aber es wird – leider – an der Realität zerschellen", ist der BUND pessimistisch. Die vorherrschende Stimmung auf beiden Seiten sei eine der Konfrontation und nicht des Kompromisses.

Scharons Argument entkräftet

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG hegt etwas grössere Hoffnungen und wertet das Papier als "Schatz unter Trümmern". Zwar hätten die israelischen Vertreter am Verhandlungstisch kein Mandat der Regierung Scharon gehabt. "In Israel selber", so die NLZ aber, "wirkt das Genfer Dokument bereits als Hebel in der ansonst verfahrenen Situation." Scharons Argument, unter den Palästinensern gebe es keine Partner für einen Frieden, sei damit vom Tisch.

"Doch das Genfer Dokument ist mehr als ein Schachzug gegen die Regierung Scharon. Im Idealfall wird es zur festen Bezugsgrösse für künftige Friedensbemühungen."

Die Genfer Zeitung LE TEMPS ist unter dem Titel "Le souffle de Genève – der Atem von Genf", auch skeptisch: "Ses chances de survie sont minimes, sa base est fragile", die Überlebens-Chancen des Dokuments sind minim, sein Fundament ist wackelig. Trotzdem hofften alle, dass es terroristischen Bombenanschlägen und der Vergeltung der Israelis ein Ende bereite.

Der "Geist von Genf"

LE TEMPS hebt hervor, dass der Grundstein zum Dokument vor zwei Jahren in der Rhonestadt gelegt worden sei. Das Abkommen sei dank des Friedenswillens der Kontrahenten entstanden, "mais aussi un peu sous le souffle de 'l'ésprit de Genève', cette disposition a engager le dialogue non seulement entre ceux qui croient, mais avant tout ceux qui cherchent cette démarche". - Geholfen habe auch der 'Genfer Geist', der den Dialog nicht nur zwischen jenen fördere, die an einen Frieden glauben, sondern diesen auch suchten, so LE TEMPS.

Offensive für Geisteswissenschaften

Vom Nahost-Konflikt zur Schweizer Forschungspolitik. Die 30 Millionen Franken, die der Bund für die Förderung der Geistes- und Sozialwissenschaften an Schweizer Hochschulen einsetzen will, werden begrüsst. Der TAGES-ANZEIGER zweifelt aber, ob damit das "zum Teil lamentable Niveau an hiesigen Fakultäten" wirksam gehoben werden könne.

Dem stünden "katastrophale Betreuungsverhältnisse" in der Lehre entgegen, dies wegen personeller Engpässe. Mehr noch gewichte aber der Ehrgeiz der kleinen Schweiz, sich zehn kantonale und zwei eidgenössische Hochschulen zu leisten, " und fast alle haben den Ehrgeiz, ein möglichst komplettes Angebot an Studienrichtungen zu führen".

Die Forschungsschwerpunkte würden die Forschergruppen verschiedener Unis zu vermehrter Zusammenarbeit motivieren. "Das ist immerhin ein Anfang, und setzt ein Signal gegen den Kantönligeist", so der TAGI.

swissinfo, Renat Künzi

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