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Presseschau vom 16.01.2004

Das Referendum gegen das neue Stammzellengesetz, das Embryonenforschung auch in der Schweiz erlauben will, beschäftigt die Mehrheit der Tageszeitungen. Weiteres Thema ist die Frauenförderungsaktion des Arbeitgeberverbands.

Die Zeitungen sind sich einig: Ohne Engagement der Patrons wird sich nichts bewegen.

"Ein Hürdenlauf für die Frauen", nennt der BUND den beruflichen Weg der Frauen in der Schweiz.

"Steile Wirtschaftskarrieren sind vorwiegend den Männern vorbehalten. In den Führungsetagen bleiben Frauen krass untervertreten."

"Je höher, desto weniger", schreibt der TAGES-ANZEIGER zum Zustand auf den Chefetagen. Die Karriere sei eben nur "grammatikalisch weiblich", meint die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG und beschreibt das Merkblatt, mit dem der Arbeitgeberverband die Karriere der Frauen fördern will. Stichworte sind: Neue Arbeitsmodelle, geteilte Führungsverantwortung, Sensibilisierung der männlichen Vorgesetzten.

Patrons müssen umdenken

"Chefs entdecken die Frauen", schreibt die BERNER ZEITUNG. "Les patrons veulent promouvoir la carriere des femmes" – "Die Patrons wollen die Karriere der Frauen fördern", titelt LE TEMPS.

Allerdings sind es eben nicht die Patrons, die sich hier engagieren, sondern der Dachverband der Arbeitgeber, "und dieser kann lediglich Anregungen geben, aber nicht in die Anstellungspolitik der Firmen eingreifen", meint die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Zur Umsetzung brauche es das konkrete Engagement der Unternehmensleitungen.

"Der Mangel an Frauen in Kaderpositionen ist eine Verschwendung von Humankapital, das die Wirtschaft gut brauchen könnte", mahnt die NZZ. Es brauche neue Leitbilder und Modelle, das endlich auch flexible Arbeitszeiten und Teilzeit-Kaderpositionen einbeziehe.

Nötig sei vor allem eine Veränderung in den Köpfen, schreibt die NZZ weiter und nennt auch gleich ein Beispiel:

"Statt den Managern in Crash-Kursen mühsam soziale und emotionale Kompetenz beizubringen, würde man die entsprechenden Positionen gescheiter mit Frauen besetzen."

Embryonenforschung verhindern

Gleich drei Komitees haben gegen das neue Stammzellen-Gesetz das Referendum ergriffen. Zwei kommen aus dem Kreis der radikalen Abtreibungsgegner, eines von Gentech-Kritikern. Das Gesetz soll die Forschung an überzähligen Embryonen, wie sie bei der künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation) anfallen, ermöglichen.

"Erneute Chance für fundierte Debatte", titelt die BASLER ZEITUNG. "Die Diskussion über die Stammzellenforschung ist in der Schweiz, im Unterschied etwa zu Deutschland, Grossbritannien und den USA bislang sehr gesittet verlaufen."

Angesichts der Tragweite des Themas sei es jetzt an der Zeit, dass die Debatte endlich auch in der Bevölkerung geführt werde, meint der BAZ-Kommentator.

"Es besteht allerdings die Gefahr, dass angesichts der Aussenseiterpositionen die Diskussion nun vom Zustand der Unterkühlung in jenen der Überhitzung wechselt."

"Das Referendum wird SP und CVP herausfordern", schreibt der TAGES-ANZEIGER. "Die gespaltene SP wird (wie die uneinige CVP) spätestens im Abstimmungskampf vor einen heiklen Entscheid gestellt."

AHV ohne die Reichen?

Heisse Diskussionen hat auch die Äusserung des neuen Bundesrates Hans-Rudolf Merz ausgelöst, der die lebenslange Rentenzahlung an Alt-Bundesräte zu hinterfragen wagt.

"Bundesrat Merz sitzt nicht aufs Maul. Die Zeit der staatsmännischen Zurückhaltung ist vorbei", meint die BERNER ZEITUNG.

Doch nicht nur die rund 200'000 Franken Bundesratsrente hat Merz im Visier. Er stellt auch die AHV zur Diskussion und regt an, dass Reiche künftig auf ihre AHV verzichten sollen.

"Der Bundesrat spielt mit dem Feuer", kommentiert Alt-Nationalrat Helmut Hubacher in der BASLER ZEITUNG. "Das Geheimnis der AHV ist ihre Solidaritätskomponente. Grossverdiener zahlen mehr ein, als sie dann Renten bekommen werden."

Wenn Bundesrat Merz nun an diesem Prinzip zu rütteln beginne, sei das riskant: "Wer den Reichen die Renten streicht, muss wissen, dass sie auch nichts mehr zahlen würden", heisst es in der BAZ.

Damit verlöre die AHV aber ihren "Goldesel" und damit ihre Finanzierungsgrundlage. "Der neue Finanzminister sollte uns diese Belastungsprobe ersparen."

swissinfo, Katrin Holenstein

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