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Presseschau vom 18.03.2004

Prominentestes Inlandthema ist die Schliessung des zum kanadischen Grosskonzern Bombardier gehörenden Eisenbahnwerks in Pratteln. Das Debakel zeige, dass Insellösungen unwirtschaftlich seien, kommentieren die Zeitungen.

Dennoch könne Resignation jetzt nicht die Losung sein.

Es sei schon lange klar gewesen, dass es für Pratteln eng werden würde, schreibt die BASLER ZEITUNG zum Bombardier-Entscheid; aber die Schliessung dürfe nicht das letzte Wort sein. Zwar sei der Schweizer Markt geschrumpft, aber "trotzdem müssen nun alle Kräfte auf mögliche Lösungen gerichtet werden, sei es mit Stadler, den SBB oder allenfalls mit Siemens".

Das Zusammenspiel aller Beteiligten, so die BAZ, könne Wunder wirken – resignieren bringe aber nichts.

Der Berner BUND hofft ebenfalls auf Alternativ-Lösungen. Denkbar sei die Übergabe gewisser Teile der Produktion an andere Unternehmen – beispielsweise über Management-Buyouts, wie dies die Gewerkschaften vorschlagen.

Sonderzüge sind immer teuer

Was wie eine Niederlage für den Industriestandort Schweiz aussehe, sei nichts anderes als eine notwendige strukturelle Bereinigung, kommentiert dagegen der Zürcher TAGES-ANZEIGER. Auch wenn sie für die betroffenen Arbeitnehmer mit viel Not verbunden sei:

"Dennoch gibt es für die Schweiz Lehren aus dem Debakel: Erstens sind Insellösungen unwirtschaftlich. Sie mögen zwar technisch begeistern, praktisch sind sie deswegen noch lange nicht. Und zweitens lohnt es sich nicht, Strukturanpassungen aufzuhalten."

Pratteln sei offenbar zu klein, um bei den grossen Projekten, zum Beispiel den Hochgeschwindigkeitszügen, international konkurrenzfähig zu bleiben, betont die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG:

"In Anbetracht der langsam voranschreitenden Internationalisierung des Geschäfts mit Rollmaterial wurde Pratteln wegen seiner ungünstigen Grösse und Ausrichtung zunehmend and die Wand gedrängt."

Anderseits scheine das Werk zu gross für die effiziente Bearbeitung von Marktnischen zu sein. Denn Pratteln sei auf grosse Serien ausgerichtet und stelle derzeit die IC-2000-Doppelstockwagen her – ein auf SBB-Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt – sowie den Neigezug ICN, für den die Nachfrage aus dem Ausland ausblieb. Summa summarum sei Pratteln "zu gross und zu klein".

"SBB-Milliardenauftrag – was nun?

BLICK stellt die Frage, was jetzt mit den SBB-Zügen passiere, die bei Bombardier in Pratteln bestellt seien:

"Die SBB sind die besten Kunden von Bombardier in Pratteln. Seit der Werkübernahme haben sie für rund eine Milliarde Franken Züge bestellt: 20 weisse Neigezüge ICN, 150 Intercity-Doppelstockwagen, 30 einstöckige Intercity-Steuerwagen."

Die SBB, so das Boulevardblatt, seien verpflichtet, jeden Auftrag ab 650'000 Franken auszuschreiben. Der Auftrag gehe an denjenigen Anbieter, der die Bedingungen am besten erfülle – egal, wo dieser produziere.

Viel Platz widmet BLICK im Sportteil der 0-1-Niederlage des FC Basel gegen die Zürcher. In Riesenlettern kommentiert er das Siegestor von Daniel Gygax in der 7. Minute:

"Gygax machte Bumm – Bebbi fielen um."

swissinfo, Monika Lüthi

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