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Presseschau vom 20.03.2003

Der Krieg hat begonnen. Im Morgengrauen haben erste Explosionen die irakische Hauptstadt erschüttert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Schweizer Zeitungen schon gedruckt.

Dieser Inhalt wurde am 20. März 2003 - 09:30 publiziert

Trotzdem dominiert das Thema Irak-Krieg heute den Blätterwald.

Die Wochenzeitschriften zeigen heute Saddam Hussein oder Bagdad auf der Frontseite.

"Die letzten Tage des Diktators", titelt FACTS.

"Ende eines Tyrannen", heisst es bei der WELTWOCHE. Und sie spricht vom "notwendigen Krieg".

Gegensteuer versucht die linke WOCHENZEITUNG zu geben. "Das war Bagdad", heisst ihr wehmütiger Titel. Der ganze erste Bund und weitere Seiten widmet das Blatt dem "illegalen Angriffskrieg".

Bushs Familienfehde

Auch die Tageszeitungen widmen weite Strecken dem Krieg, den Flüchtlingen und Saddam Hussein.

"Bushs Familienfehde mit Saddam Hussein", titelt der Berner BUND.

"Der brutale Diktator am Tigris ist für die US-Regierung der ideale Mann, um weit gesteckte Ziele zu erreichen. Bush will seinen Vater rächen und die Geschichte am Golf umschreiben."

"Der Kampf um die Wahrheit", schreibt die NEUE LUZERNER ZEITUNG. Es sei höchst ungewiss, ob die Welt ungefilterte Informationen aus dem Irak erhalte. Im letzten Golfkrieg sei die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt worden, zum Beispiel mit den Aufnahmen der irakischen Soldaten, die Babys aus kuwaitischen Burtkästen rissen.

"Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Aufnahmen mit Schauspielern in London gemacht wurden."

Diplomatie am Ende

"Die Stunde der Unwahrheit oder Was nach dem Krieg kommt", kommentiert die BASLER ZEITUNG.

"Der Alleingang der USA bedeutet einen tiefen politischen und völkerrechtlichen Bruch. Umso mehr ist von den Europäern zu fordern, das Verhältnis zu der unverzichtbaren Supermacht selbstkritisch zu überdenken."

Und die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG meint, Europa habe sich selber neutralisiert und die atlantische Allianz sei gelähmt: "Pfeile aus dem Köcher der Widersprüche".

Der Kommentator ist der Meinung, "dass zum ersten Mal die Zukunft der Allianz und des amerikanischen Engagements für die Sicherheit Europas auf dem Spiel steht".

UNO bleibt unentbehrlich

Der TAGES ANZEIGER kommentiert die Situation der UNO. Der Krieg sei "ein Bruch mit dem kollektiven Sicherheitssystem".

"Doch so arg, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es um die UNO nicht bestellt. Zwar lassen die USA und ihre Verbündeten kurzfristig wieder das Faustrecht aufleben. Doch selbst das versucht der US-Präsident noch mit dem Argument zu rechtfertigen, die UNO-Resolution 1441 biete 'ausreichend Rückhalt' für seinen Coup."

Und die Westschweizer LE TEMPS rechnet mit einem kurzen Krieg. Auch sie widmet einen grossen Teil dem Thema. Und sie meint, um einen Erfolg zu erzielen, müsste ein Angriff rasend schnell sein.

"Pour réussir, l'assaut devra être fulgurant."

Ein eigenartiger Krieg

"Ein seltsamer Krieg, una guerra strana", schreibt der CORRIERE DEL TICINO.

"Nessuno nasconde tuttavia che questa guerra appare all'umanità intera una guerra 'strana'."

(Niemand kann jedoch verbergen, dass dieser Krieg der Menschheit als eigenartiger Krieg erscheint.)

Die AARGAUER ZEITUNG erinnert an die prekäre Situation der Kinder im Kriegsgebiet. "Die Kinder sind die ersten Kriegsopfer". Ihr Schutz vor kriegerischen Handlungen sei ungenügend.

"Die Betroffenen (Kinder) spüren die Auswirkungen des Konflikts bereits seit Wochen und haben Angst vor dem Krieg."

Jugend auf Schweizer Strassen

"Die Jugend ist erwacht", schreibt die BERNER ZEITUNG. Schüler-Demos und -Streiks sind in 26 Städten angesagt.

"Sie sind frustriert, konsterniert und empört. Aber im Gegensatz zu den meisten, vor allem bürgerlichen Politikern wollen sie es nicht dabei bewenden lassen."

Und der BLICK fragt: "Dreht Saddam jetzt durch?" Er scheint Saddams Strategie zu kennen: "Ein Blutbad - und dann Waffenstillstand."

Und das Boulevardblatt weiss: "Menschenleben sind ihm nichts wert. Schon als 19-Jähriger hat Saddam bei einem Bandenkrieg einen Rivalen erschossen."

swissinfo, Christian Raaflaub

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