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Presseschau vom 20.12.2002

Die Kritik am Irakbericht und der drohende Krieg beschäftigen die Schweizer Zeitungen.

Dieser Inhalt wurde am 20. Dezember 2002 - 08:49 publiziert

Bei den Rückblicken auf das wirtschaftliche Jahr 2002 gehen die Meinungen auseinander.

In einer ersten Runde hat der UNO-Sicherheitsrat über den irakischen Waffenbericht beraten.

"Irak-Bericht unter Beschuss", titelt der Berner BUND.

Man müsse zwar annehmen, "dass Bagdad (...) nicht die volle Wahrheit über seine Rüstungsprogramme auf den Tisch gelegt hat". Skepsis sei angebracht, so der Kommentator weiter, "nicht aber eine Vorverurteilung des Berichts, wie es zeitgleich und gut koordiniert in London und Washington geschehen ist".

Auch der TAGES-ANZEIGER findet: "Saddam Hussein hat eine gute Gelegenheit verpasst." Anstatt der Kriegslüsternheit nachzugeben fordert der TAGI "Vertrauen in die Kontrolle".


Auch die UNO-Inspektoren seien skeptisch, betont die BASLER ZEITUNG:

"Stichtag ist der 27. Januar. Dann müssen die Inspektoren ihr endgültiges Urteil über die irakische Waffenliste und die Kooperation Saddam Husseins abgeben."

Während der Genfer LE TEMPS findet, der Entscheid über Krieg oder Frieden im Irak sei verschoben, und der CORRIERE DEL TICINO über einen "Attacco a fine gennaio?" mutmasst, kommt die BAZ zum Schluss:

"Wie der Krieg jetzt noch vermieden werden kann, ist ein Rätsel."

Genf trumpft gegen Zürich

Um einen weniger harten Konflikt, sondern eher traditionelle Konkurrenz geht es zwischen der Romandie und der Deutschschweiz, konkret Zürich.

"Neben Genf sieht Zürich alt aus", titelt das Wirtschaftsblatt CASH. Die neue Genfer Bundesrätin Calmy-Rey und der erfolgreiche Genfer Unternehmer und Alinghi-Segler Bertarelli seien nur zwei Beispiele:

"In der Romandie herrscht Aufbruchstimmung. (...) Derweil stolpert die Wirtschaftsmetropole Zürich von Skandal zu Skandal und hofft auf bessere Zeiten."

Beinahe schon staunend berichtet das - in Zürich domizilierte - Blatt über das "neue Selbstvertrauen" der Westschweiz.

Optimistischer Finanzminister

Selbstvertrauen fordert auch Finanzminister Kaspar Villiger. Im ST. GALLER TAGBLATT appelliert er:

"Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind in der Schweiz nach wie vor intakt. Ich habe den Verdacht: Wir fühlen uns einmal mehr schlechter, als es uns geht. Und viele Menschen wissen das!"

Anders sieht es das Gewerkschaftsblatt WORK. Wirtschaftsführer werden regelrecht vorgeführt:

"A für Abzocker... B für Betonköpfe... M für Mafiabrüder... R für Rentenklauer... und Z für Zumutung."

Die Bilanz aus der Sicht von WORK: "2002: Eine Katastrophe kommt selten allein."

swissinfo, Eva Herrmann

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