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Presseschau vom 22.01.2004

Wichtigstes Thema am Donnerstag: Das World Economic Forum (WEF) in Davos und seine seine prominenten Teilnehmer.

Anlass zum Schreiben gibt auch die Vergabe der Schweizer Filmpreise an den Solothurner Filmtagen.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton war ein Highlight am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Dies zeigt sich auch in den Titelschlagzeilen der Schweizer Tagespresse.

"Bill Clinton fordert mehr Systematik", titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG sachlich.

Da wird der BLICK schon emotionaler: "Clinton fluchte und flirtete", prangt da in fetten Lettern auf der Frontseite und darüber, weiss auf rotem Grund:"BLICK war exklusiv dabei."

Die grösste Schlagzeile erhielt jedoch BLICK-Redaktor Honegger: "Ich ass Clintons Pizza!", durfte er stolz berichten.

Die Genfer LE TEMPS titelt: "Bill Clinton illumine Davos" – Bill Clinton er (oder be-)leuchtet Davos.

Der Zürcher TAGES ANZEIGER geht da auf Distanz: "Bill Clinton, während seiner Amtszeit als US-Präsident bekanntermassen kein Chorknabe, profilierte sich als Moralist, umgetrieben von Armut und Krankheit auf dieser Welt."

Für den TAGI ist deshalb eine andere Person der Höhepunkt des Eröffnungstages: Mohammed Chatami. "Irans Präsident beeindruckt am WEF mit Selbstbewusstsein."

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG deutet die Ansprache des iranischen Präsidenten, in der dieser die Wichtigkeit des Dialogs zwischen Kulturen und Zivilisationen hervorhob, als eher philosophisch: "Das 'Wunder Dialog' bildet für ihn eine Grundvoraussetzung, um den Menschen die Ängste zu nehmen und schliesslich ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen."

Aus einer eher distanzierten Sicht beschreibt die Wochenzeitung WOZ das WEF: "Vier Bundesräte reisen ins Gebirge, die Armee schickt 6000 Soldaten, das Forum der GlobalisierungskritikerInnen – das Oltner Bündnis – hat sich aufgelöst, die Proteste laufen dezentral, (...), der ganze Wahnsinn von Natostacheldraht, Scharfschützen, Prominentenhelikoptern, Händeschüttelfotos, Wasserwerfern, Pelzmänteln Sicherheitsschleusen, Nonsensreden und Bodyguards hat Routine."

Kulturelle Bühne: Solothurner Filmtage

Schweizer Film-Preise für "Mais im Bundeshuus" und "Mein Name ist Bach". Und "Achtung, fertig, Charlie!" erhielt den Spezialpreis der Jury.

Die BERNER ZEITUNG findet die Wahl der Filmpreis-Jury clever. Bei der Preisvergabe habe auch der Publikumserfolg "Achtung, fertig, Charlie!" angemessen berücksichtigt werden müssen.

"Denn einerseits bewunderte das Kinopublikum den Erfolg von 'Charlie', andererseits belächelte die Szene die RS-Kommödie."

Der Spezialpreis der Jury ging an Corinna Glaus, die Casting-Verantwortliche von "Charlie". Dazu meint die BZ anerkennend: "Sie honorierte damit erstens einen Beruf, der ebenso anspruchsvoll wie verkannt ist: Wer ist sich schon bewusst, dass zu jedem Film ein gutes Casting gehört?"

Dies sieht der Berner BUND ganz anders: "Offensichtlich suchte man nach einer Möglichkeit, den Erfolgsfilm doch noch zu berücksichtigen – und vergab damit die Chance, diese 'carte blanche' zu nutzen, um ein mutigeres künstlerisches Zeichen zu setzen."

swissinfo, Etienne Strebel

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