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Presseschau vom 23.07.2003

Das Stichwort "Rentenklau", aber auch die hohen Gesundheitskosten und das Elend und Chaos in Liberia sind einmal mehr Thema in den Schweizer Zeitungen.

Dieser Inhalt wurde am 23. Juli 2003 - 09:15 publiziert

Nicht zuletzt stopfen auch die Wärmegewitter mit mehreren Blitzopfern das Sommerloch.

Von allen Seiten hagelt es heftige Proteste gegen die neuen Rentenmodelle, erneut ist von Rentenklau die Rede. Der Zürcher TAGES-ANZEIGER spricht von einem "Durcheinander", welches das Vertrauen in die Versicherungen und zuständigen Ämter dämpfe. Das sei verständlich, so der TAGI weiter:

"Das Gesetz über die berufliche Vorsorge enthält vor allem Schönwetter-Paragrafen. Solange die Finanzmärkte florierten und die angelegten Gelder satte Renditen abwarfen, war die Welt in Ordnung. Jetzt, da sie es nicht mehr ist, werden die Fehler der Versicherungen offensichtlich. Dass sie die bestehenden Gesetzeslücken nutzen, um ihr Geschäft auf Kosten der Versicherten zu sanieren, ist zwar rechtens, aber verwerflich."

Das Gefühl, den Versicherungs-Konzernen ausgeliefert zu sein, nehme zu, heisst es in der NEUEN LUZERNER ZEITUNG. Deshalb sei nun eines wichtig, so die NLZ:

"Es braucht nämlich vollkommene Transparenz, damit in diesen für alle entscheidenden Fragen nicht noch mehr Glas zerbrochen wird."

Teures Gesundheitswesen

Kostspielig ist nicht nur die Altersvorsorge, sondern auch die Gesundheit hat ihren Preis: In den letzten 40 Jahren stiegen die Gesundheitskosten unaufhaltsam von knapp 2 Mrd. Franken auf weit über 40 Milliarden.

"Und wo bitte war die Politik?" fragt die AARGAUER ZEITUNG.

Man habe vor neun Jahren das neue Krankenversicherungsgesetz eingeführt, um die rasende Kostenspirale zu bremsen.

"Doch wir warten immer noch, ob sich die steile Kostenkurve nicht endlich ein bisschen abflache."

Überraschend sei nicht, dass die Kosten weiter anstiegen, schreibt die AARGAUER ZEITUNG weiter, sondern:

"Überraschend ist einzig, dass es der Politik in 40 Jahren offenbar nicht gelungen ist, geeignete Rezepte gegen die rasende Spirale zu finden. Eigentlich ein trauriger Befund."

Elend ohne Ende

Traurig ist auch die Lage im afrikanischen Bürgerkriegsland Liberia. Und der ersehnte Einsatz von US-Truppen lässt noch immer auf sich warten:

"Warten auf 'Charlyman': Chaos und Elend in Monrovia", titelt die BERNER ZEITUNG. Und die NEUE LUZERNER ZEITUNG schreibt: "Die Welt sollte sich für dieses Elend schämen."

Der "Aufbau von Nationen" sei nicht die Sache von US-Präsident George W. Bush, schreibt der Berner BUND, wenigstens wenn der Einsatz "nur" humanitäre Ziele habe:

"In Afghanistan blieb ihm keine andere Wahl, in Irak passte der Eingriff ins geopolitische Konzept. Liberia aber hat zu wenig Bedeutung – trotz dem jüngst pathetisch verkündeten 'Mitgefühl' Bushs für die Menschen des Kontinents."

Das Wetter spielt verrückt

Die Schweiz und andere Teile Europas leiden unter einer ungewöhnlich langen Hitzeperiode. Dazu kamen in den letzten Tagen heftige Gewitter mit Hagelschlag. Mehrere Menschen starben bei Blitzschlägen.

"Bienvenue au siècle des orages! – Willkommen im Zeitalter der Gewitterstürme!" so der Titel der Westschweizer Zeitung LE TEMPS.

Ein Gewitter sei eines der schönsten Naturspektakel überhaupt, stark und unbezähmbar wie ein Vulkanausbruch oder ein Sturm über dem Meer. Aber, mahnt LE TEMPS auch:

"Diese ausserordentlichen Gewitter, diese Hitzewelle demonstrieren auch sehr konkret, dass sich das Klima verändert."

swissinfo, Gaby Ochsenbein

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