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Presseschau vom 23.12.2003

Bundesrat Villigers letzter Arbeitstag – ein Thema in den Zeitungen vom Dienstag. Korrekt und bescheiden sei er gewesen, hinterlasse aber nicht nur seine Schlüssel, sondern auch viele Probleme.

Grosses Interesse weckt der Verkauf des profitablen Erb-Autogeschäfts an die Belgier.

"Belgier kommen – Schweizer bleiben gelassen",

umschreibt die AARGAUER ZEITUNG den Übergang des Erb-Autoteils an die belgische Alcopa-Gruppe. Die Schweizer Autohändler hätten das Geschäft ohne grosse Aufregung registriert, denn bereits heute befinde sich der Löwenanteil am Schweizer Auto-Import-Geschäft in ausländischer Hand. Und für viele Branchenkenner sei klar

"dass die Belgier für den Eintritt in den Schweizer Markt einen höheren Preis bezahlt haben, als andere Interessenten bereit gewesen wären."

Quantensprung und Glücksfall

Das Nachsehen habe der Schweizer Branchenprimus, Walter Frey, der nur zu gerne das hoch rentable Autogeschäft der zusammengebrochenen Erb-Gruppe geschluckt hätte, schreibt der Zürcher TAGES-ANZEIGER. Für die Alcopa bedeute der Deal denn auch einen "Quantensprung", zitiert der TAGI deren Firmenchef Dominique Moorkens.

Das sehr solide finanzierte und hoch rentable Familiengeschäft wolle künftig durch Akquisitionen und Allianzen um 15 Prozent pro Jahr wachsen.

Für die Alcopa komme die Übernahme des Erb-Autogeschäfts – und damit der Importgesellschaften der Marken Hyundai, Mitsubishi und Suzuki – einem wahren Glücksfall gleich, schreibt die BASLER ZEITUNG:

"Fast in jedem europäischen Land gibt es wie in der Schweiz drei oder vier Automobilkönige. Doch das sind fast alles Familienbetriebe, die nie verkaufen",

zitiert die BAZ einen Alcopa-Manager.

Profitabel sei das Erb-Autogeschäft, denn es gelte als operativ gesund mit positiver, wenn auch rückläufiger Entwicklung von Cashflow und Gewinn, heisst es in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG. Konkrete Zahlen, so die NZZ, würden indessen nie genannt.

Villigers Schritt in die Anonymität

Als "geordneten Rückzug" beschreibt die BERNER ZEITUNG, BZ, den Abschied Bundesrat Villigers vom Finanzdepartement:

"Der bald 63-Jährige bleibt sich treu auch in seinen Abschiedsworten. Kein Pathos, korrekt und selbstbescheiden: Er sei sich bewusst, dass er hier bloss eine Sekunde in der Geschichte des Universums habe mitgestalten dürfen. Von nun an werde er keine Interviews mehr geben."

Villiger bleibe mit einem Bein in der Wirtschaft, schreibt der BLICK und kommentiert den Umstand, dass er im Banken-Business nicht mitmischen wolle, weil dies sonst aussähe, als hätte er sich deswegen fürs Bankgeheimnis stark gemacht:

"Typisch Villiger: Auch als Alt-Bundesrat bleibt er korrekt durch und durch."

Etwas harscher geht die Genfer Zeitung LE TEMPS mit dem abtretenden Magistraten ins Gericht:

"Kaspar Villiger laisse ses clés et un gros chantier" – Villiger hinterlasse seine Schlüssel und eine grosse Baustelle.

Als Nachfolger von Finanzminister Otto Stich sei Villiger einst Hoffnungsträger gewesen, doch habe er seine gesteckten Ziele nicht erreicht. Trotz aller Strategien seien die Bundesfinanzen heute nicht wirklich in einem besseren Zustand als vor acht Jahren, kritisiert LE TEMPS.

Mit einem Hauch Nostalgie berichtet der Berner BUND über "Villigers Letzten":

"In seiner für ihn typischen Bescheidenheit relativierte Villiger auch die Bedeutung der Abschiedsstunde: 'Der Keim des Abschieds ist schon vorhanden, wenn man eine neue Aufgabe übernimmt; dies ist der Lauf der Welt'".

swissinfo, Monika Lüthi

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