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Presseschau vom 24.01.2004

Um Davoser Impressionen rund um das WEF geht es in den Schweizer Zeitungen vom Samstag. Lob erhält Bundespräsident Joseph Deiss für seinen Versuch, die ins Stocken geratene Doha-Runde zu deblockieren.

Ansonsten, so der Tenor, bleibe Davos Davos.

"Werden die festgefahrenen Welthandels-Gespräche wieder aufgenommen?" fragt der ZÜRCHER TAGES-ANZEIGER. Bundespräsident Deiss sei zuversichtlich. Erstmals seit dem Scheitern des WTO-Gipfels in Mexiko sei es in Davos gelungen, "Minister der verschiedenen Sensibilitäten an einen Tisch zu bringen", und das sei ein Erfolg:

"Deiss braucht sich dafür nicht zu entschuldigen, wie das die Globalisierungs-Kritiker nahe legen – im Gegenteil."

Wenig Konkretes



Vorläufig gehe es zwar lediglich um Änderungen im Stil, und Konkretes sei nicht zu verzeichnen, räumt der TAGI ein. Aber vielleicht würden selbst Skeptiker dereinst einsehen, dass Deiss in Davos eine Liberalisierungs-Runde wieder belebte,

"die das Potenzial einer Entwicklungs-Runde hat – zum Glück für alle."

Der Berner BUND sieht das nüchterner. Das Ganze sei

"viel Lärm um nichts."

Im und am Rande des Weltwirtschafts-Forums hätte zwar ein Thema dominiert: die ins Stocken geratene Doha-Runde. Indes:

"Nach dem Ministertreffen waren alle so klug wie zuvor."

Das Medieninteresse am informellen Treffen der Handelsminister sei gross gewesen, aber:

"dementsprechend gross war die Enttäuschung, als der Schweizer Bundespräsident mit wenig konkreten Aussagen vor die Presse trat."

Weniger kritisch ist die Genfer Zeitung LE TEMPS: "Objectif accompli pour Joseph Deiss" – der Bundespräsident habe sein Ziel erreicht; denn es gebe Anzeichen für eine rasche Wiederaufnahme der WTO-Verhandlungen – vielleicht schon im März oder April.



Die Atmosphäre in Davos sei nicht nur wegen dem diesjährigen Krawatten-Erlass entspannter, schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Viele würden die Welt tendenziell als sicherer empfinden, und auch die Demonstrierenden hätten einen Teil ihres Bedrohungs-Potenzials verloren:

"Die Ordnungskräfte allenthalben geben den Eindruck, dass sie die Situation im Griff haben."

Der Eindruck täuscht vielleicht gelegentlich. Denn laut BLICK sind

"die Polizisten am WEF sauer."

Sie würden sich als Opfer von Sparmassnahmen fühlen und hätten Probleme mit Unterkünften und Essen. Besonders die Platzverhältnisse seien dieses Jahr extrem eng.

Konjunktureller Optimismus



Nach Ansicht der BERNER ZEITUNG, BZ, ist vorsichtiger Optimismus nach Davos zurück gekehrt. Trotzdem habe das WEF nichts von seinem "elitären Anstrich" verloren:

"Davos bleibt Davos. Die Dutzenden von Vertretern von Nicht-Regierungs-Organisationen und Gewerkschaften hatten keinen wesentlichen Einfluss auf die Diskussionen am WEF."

Zu den grössten Profiteuren des WEF gehören laut BASLER ZEITUNG die Kritiker der Globalisierung, denn:

"Es liefert ihnen Feindbild und Tribüne zugleich."

Fruchtbar werden könne die Debatte über die Globalisierung erst dann, wenn die Beteiligten von lieb gewonnen Feindbildern Abschied nehmen würden. Das gelte in erster Linie für die Anti-Globalisierer. Vorwürfe und Schlagworte allein seien nutzlos:

"Auf der anderen Seite ist es mit dem von WEF-Gründer Klaus Schwab verfügten umgekehrten Krawattenzwang (wer eine trägt, zahlt fünf Franken Busse zugunsten des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF) auch nicht getan."

Jenseits solcher PR-Gags, so die BAZ, sei die Führungscrew in Politik und Wirtschaft gefordert, Verantwortung auch für die Kehrseiten der Globalisierung zu übernehmen. Soziale Not oder ökologische Schäden seien in der Regel nicht Folge von Naturgewalten, sondern das Resultat menschlichen Handelns. Ergo:

"Man könnte auch etwas dagegen tun."

swissinfo, Monika Lüthi

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