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Presseschau vom 24.10.2003

Aderlass trotz hoher Gewinne: Die Swisscom-Entscheidung nimmt in den Tageszeitungen breiten Raum ein.

Ob die CVP nun einen Bundesratssitz abgeben müsse oder nicht, und wie und von wem der frei werdende Sitz dann besetzt würde, ist weiterhin Anlass für Spekulationen.

"Der Abbaumarathon geht weiter" schreibt die BASLER ZEITUNG. Zwar schaffe die Swisscom im Handybereich viele neue Stellen, in anderen Sparten baue der Riese aber seit 2000 kontinuierlich ab.

So sieht es auch der TAGES ANZEIGER: "Jobkiller Jens Alder streicht wieder Hunderte von Stellen", und:

"Dass sein Konzern in den vergangenen sechs Jahren 6500 von über 22'000 Stellen vernichtet hat, rechtfertigt Alder mit den sinkenden Preisen im Telefonsektor".

Auch wenn die Konkurrenz der Swisscom weniger stark zugesetzt hätte als diese einst befürchten musste, gehe der Stellenabbau unaufhörlich weiter.

"Vielleicht ist Alder ein Visionär?" fragt der Tagi weiter. Wahrscheinlicher sei aber, dass er sich so stark von Rentabilitätsgedanken leiten lasse, dass er gar nicht zur Kenntnis nehme, "wie er als Jobkiller das Kapital der Swisscom zerstört: motivierte Mitarbeiter und zufriedene Kunden."

Der Berner BUND kann Alders Manöver zum jetzigen Zeitpunkt aber auch eine positive Seite abgewinnen: "Die gute Ertragslage hat jedoch den Vorteil, dass ein grosszügiger Sozialplan zur Verfügung steht."

Von der Wirtschaft zur Politik

Vom Stellenabbau in der Wirtschaft zum Abbau von CVP-Bundesrats-Sitzen.

Zum Thema "Zauberformel" schreibt die BERNER ZEITUNG: "Der Freisinn lässt die CVP allein im Regen stehen".

Ähnlich formuliert es die NEUE LUZERNER ZEITUNG: "Die FDP lässt die CVP fallen". Dies sei das Ende einer alten Seilschaft. Für die beiden CVP-Bundesräte Deiss und Metzler werde die Luft noch dünner.

"Macht abgeben ist hart. Daran beisst die CVP", meint die NLZ weiter. Es müsse sich in ihren Reihen eine andere Haltung durchsetzen. Noch sei die CVP autonom, sie könne sich als handelnde Grösse beweisen und Verzicht üben.

"Andernfalls muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, als jene Partei in die Geschichtsbücher einzugehen, die für die chaotischsten Bundesratswahlen verantwortlich ist."

Während die CVP in die Enge getrieben wird, geht es auf der anderen Seite, bei der SVP, hoch zu und her. Der BLICK zitiert aus einem Strategiepapier von SVP-Chefdenker Christoph Mörgeli: "Eine Gefahr besteht darin, dass Blocher gewählt wird".

Mit anderen Worten: Es könnte der SVP nichts besseres passieren, als dass Blocher nicht gewählt wird. Der BLICK wundert sich auch über Christoph Blochers andere, sanftere Sprache gegenüber den Medien: "Der Mann muss eine Unmenge Kreide gekaut haben, damit ihm honigsüsse Sätze über die Lippen kommen, die noch vor Wochenfrist undenkbar gewesen wären".

Vor allem aber verlangt das Boulevard-Blatt von der SVP, dass sie unmissverständlich klar machen solle was sie nun wirklich wolle: "Wenn sie sich weiterhin dem Verdacht aussetzt, ein undurchsichtiges Doppelspiel zu treiben, kann sie die Wahl von Blocher in den Bundesrat abschreiben"

swissinfo, Etienne Strebel

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