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Presseschau vom 27.01.2004

Der feindliche Übernahmeangriff des französischen Pharmakonzerns Sanofi auf die deutsch-französische Aventis erhält von den Schweizer Zeitungen schlechte Noten.

Ein weiteres prominentes Thema ist einmal mehr die Geflügelpest in Asien und die damit verbundene Angst vor einer Seuche.

"Milliardenpoker um Aventis", "Grosskampf in der Pharmaindustrie", "Sanofi buhlt, doch Aventis will mehr", "Der Kleine will den Grossen schlucken" – so und ähnlich lauten die Schlagzeilen in den Schweizer Zeitungen zum Übernahme-Angebot von Sanofi an Aventis.

In einem Punkt sind sich die Schreiber mehr oder weniger einig: "Grösser ist nicht besser", wie der Berner BUND titelt.

"Grösse wird auch im Fall von Sanofi/Aventis die Probleme nicht aus der Welt schaffen", heisst es in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG. Denn beide Firmen seien Angriffen von Seiten der Generika-Hersteller ausgesetzt, die ihnen Patente auf umsatzträchtige Medikamente streitig machten.

"Schiere Grösse allein garantiert noch keinen Erfolg", kommentiert auch die BASLER ZEITUNG, vor allem dann nicht, wenn es sich wie bei Sanofi und Aventis um zwei eher Schwache handle. Denn letztlich überlebe nur, wer eine hohe Forschungs-Produktivität aufweise, so die BAZ.

"Letztlich überlebt in der Pharmaindustrie nur derjenige, der über eine volle Pipeline verfügt. Diesbezüglich schneiden Novartis und Roche zurzeit vorzüglich ab. Und deshalb stehen sie auch nicht unter Handlungszwang."

Die angestrebte Fusion in Frankreich habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Schweizer Pharmakonzerne Novartis und Roche, schreibt der BUND:

"Ihre Chefs betonen stets, dass sie über die kritische Masse verfügen. Allerdings kann sich diese Grösse ändern."

Politischer Aspekt

Für die Genfer Zeitung LE TEMPS hat der Übernahmeangriff auch eine politische Bedeutung: "Il ne faut non plus négliger l'aspect politique – vor allem für Frankreich sei der politische Aspekt nicht zu unterschätzen."

Diese Meinung vertritt ganz klar auch die NZZ: "Die politischen Argumente scheinen bei dieser Transaktion in der Tat auch ein grösseres Gewicht zu haben als die wirtschaftlichen. Paris dürfte daran gelegen sein, einen nationalen 'Pharma-Champion' zu etablieren und dabei sicherzustellen, dass nicht etwa von Seiten der Angelsachsen eine unwillkommene Attacke auf die heimische Pillenindustrie lanciert wird."

Der Zürcher TAGES ANZEIGER schreibt von einem neu entflammten Expansionsdrang in der Pharmabranche:

"Der Eindruck drängt sich auf, dass im Big Business nach einigen enthaltsamen Jahren der Drang nach Expansion und Eroberung, der Wettlauf um die Spitzenränge in den weltweiten 'Branchen-Ranglisten' und das Sprengen eigener Grenzen wieder die Oberhand gewinnt."

Tierische Angst

Oberhand gewinnen könnte bald auch die Angst vor neuen Seuchen – dies in Zusammenhang mit der Ausbreitung der Hühnergrippe in Asien.

"Infektions-Krankheiten kommen zurück", titelt der BLICK. Nun gelte es, den Kontakt zwischen Mensch und infiziertem Geflügel möglichst gering zu halten.

"Schon die Aids-Epidemie hat gezeigt, wie das Verhalten des Menschen einem Erreger aus dem Tierreich zur weltweiten Verbreitung verhelfen kann."

Da sich die Hühnerpest vom Tier auf den Menschen übertragen lässt, ist für die NZZ die entscheidende Frage: "Kann sich das tierische Virus so weit anpassen, das es von Mensch zu Mensch übertragen werden kann?"

Da es bei einer Pandemie zu wenig Impfstoff geben würde, ist für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG vor allem eines wichtig:

"Die lokal sorgfältig durchgeführte und global koordinierte Krankheitsüberwachung ist weiterhin die wichtigste Massnahme bei der Seuchenbekämpfung. Anderseits müssen wir uns daran gewöhnen, dass es immer wieder neue und alte Seuchen geben wird."

swissinfo, Gaby Ochsenbein

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