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PRESSESCHAU vom Wochenende 20 (21./22. Mai)

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom vergangenen Wochenende:
ENERGIEPOLITIK I: Am Mittwoch berät der Bundesrat drei Szenarien zur künftigen Energieversorgung der Schweiz. Von den Regierungsparteien macht sich nur die SP für einen vorzeitigen AKW-Ausstieg stark. BDP und CVP - Partei von Energieministerin Leuthard - favorisieren den mittelfristigen AKW-Ersatz. "Wir brauchen ganz klar einen Entscheid für das Szenario 2, in dem die AKW am Ende ihrer Laufzeit durch andere Energieträger ersetzt werden", sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay in einer Umfrage der "SonntagsZeitung" bei den Spitzen der Bundesratsparteien. Nur mit diesem Szenario sei ein geordneter Ausstieg möglich. Auch BDP-Präsident Hans Grunder plädierte für den mittelfristigen AKW-Ausstieg mit einem Grundsatzentscheid gegen neue Bewilligungen. "Die Energieversorgungsunternehmen brauchen von der Politik klare Vorgaben, damit sie ihre Strategien festlegen können." (SoZ p. 3, siehe separate Mitteilung)
ENERGIEPOLITIK II: Der Chef der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid, Pierre-Alain Graf, fordert von der Politik einen Masterplan für den Ausbau der Stromnetze. Ansonsten drohe eine Gefährdung der Versorgungssicherheit. "Wir haben zu wenig Kapazität, um den Strom von den Wasserkraftwerken in den Alpen wegzutransportieren", sagte Graf in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Übers Jahr betrachtet sei das Netz heute in 15% der Zeit überlastet. Insgesamt müssten bis ins Jahr 2020 für 6 Mrd CHF 1000 Kilometer Leitungen erneuert werden. "Es braucht jetzt einen Masterplan für diesen Ausbau und den klaren politischen Willen", meinte er. (SoZ p.5, siehe separate Mitteilung)
ENERGIEPOLITIK III: Aus Sicht des ehemaligen Direktors des Bundesamtes für Energie (BFE), Eduard Kiener, wäre es "falsch", die Option Kernenergie fallen zu lassen. Der Bundesrat solle bei seinen Entscheiden zu einem Atomausstieg keine "voreiligen Schlüsse ziehen". Es werde eines Tages Reaktoren geben, die "noch sicherer sind als die heutigen", sagte Kiener in einem am Samstag erschienenen Interview mit "Bund" und "Tages-Anzeiger". Ein formeller Atomausstieg wäre falsch, weil er sich später nur schwer korrigieren liesse, "wenn sich herausstellen sollte, dass die Gesellschaft nicht bereit ist, die Konsequenzen zu tragen." (TA p.3, siehe separater Mitteilung)
BANKEN/EK-Regelung: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf erwartet von den Grossbanken CS und UBS, dass sie ihre Kritik an der "Too-big-to-fail"-Vorlage detailliert belegen. Die Zahlen, die Bankenvertreter präsentiert hätten, seien "nicht nachvollziehbar". In einem am Samstag erschienenen Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" wirft die Finanzministerin den beiden Grossbanken Verzögerungstaktik vor: "In der Politik kommt es immer wieder vor, dass man angebliche Unklarheiten ins Feld führt, wenn man etwas verzögern will". Widmer-Schlumpf bezog sich dabei auf die Beratungen in der Ständeratskommission, als Bankenvertreter Zahlen präsentierten, die "nicht nur für mich" nicht nachvollziehbar gewesen seien. "Wenn man überall mit dem Maximum rechnet, entspricht das nicht der Realität". (NZZ p.11, siehe separate Mitteilung; siehe auch weiteren Text NZZ p. 35 'Zahlensalat zum Eigenkapital' mit Berechnungen der Finma zu den EK-Zahlen)
NESTLÉ I: Verwaltungsratspräsident (VRP) Peter Brabeck schliesst eine Neuauflage des Aktienrückkaufprogramms nicht aus. "Unsere erste Priorität ist, das Geld vernünftig anzulegen, in Investitionen und in Akquisitionen. Da prüfen wir neue Möglichkeiten", so Brabeck in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Doch man wolle nicht auf Geld sitzen, das das Unternehmen nicht benötige. Darum sei eine Neuauflage möglich. Gleichzeitig zeigte sich Brabeck zuversichtlich, dass es Nestlé gelingt trotz ansteigenden Rohstoffkosten die Margen zu erhöhen. "Wir können und wollen die Margen verbessern, indem wir immer mehr höherwertige Produkte verkaufen und so eine höhere Wertschöpfung generieren", erklärte der VRP. Noch keine Entscheidung ist gemäss Brabeck im Bezug auf die L'Oréal-Beteiligung gefallen: "Unsere Vereinbarung mit L'Oréal ist öffentlich und gilt bis 2014. Bis dahin haben wir Zeit." Solche Entscheidungen bräuchten viel Zeit, und man sei nicht gedrängt, meinte er. (SoZ p. 27/29, siehe separater Text)
NESTLÉ II: Die Unilever-Tochter Oswald steigt laut einem Bericht der "NZZ am Sonntag" als nächste Anbieterin ins lukrative Geschäft mit Kaffeekapseln ein. Sie habe zusammen mit Eric Favre, dem Erfinder der Kapseln, ein neues System und eine diesem entsprechende Maschine entwickelt. (NZZaS p. 30)
RICHEMONT: Nach dem Rekordergebnis im vergangenen Geschäftsjahr 2010/11 will der Luxusgüterkonzern weiter zulegen. In den nächsten zwei Jahren sollen 1900 neue Stellen in der Schweiz geschaffen werden. Damit will man Engpässe in Produktion und Distribution beseitigen. Dies sagte Vize-Konzernchef Richard Lepeu in einem Interview mit der Zeitung "Le Temps". Am Donnerstag bei der Vorlage des neuen Rekordergebnisses hatte Lepeu noch von 800 zusätzlichen Stellen in der Schweiz gesprochen. "Nachdem wir unsere Berechnungen nochmals gemacht hatten, schien es, dass wir dieses Jahr eher 850 bis 900 Leute brauchen", sagte Lepeu nun der Zeitung. Und für das Geschäftsjahr 2012 sei die gleiche Grössenordnung vorgesehen. "Das macht rund 1900 zusätzliche Angestellte über zwei Jahre." (Le Temps, siehe separater Text)
RAIFFEISEN: Die Bankengruppe richtet im Fall des bankrotten Winterthurer Generalunternehmens Baumhaus einen Fonds für Oper der Baupleite ein. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, haben sich in diesem Fall inzwischen über 30 Bauherren zusammengeschlossen, die nach eigenen vorläufigen Schätzungen einen Verlust von über 10 Mio CHF erlitten haben. (TA p. 49)
LANDYS+GYR: Das von Toshiba übernommene Energietechnik-Unternehmen Landis+Gyr wird seinen Sitz weiterhin in Zug haben. Zudem erwartet CEO Andreas Umbach Synergieeffekte, wie er in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" sagt. Gemeinsam könne das intelligente Stromnetz entwickelt werden und durch die globale Präsenz von Toshiba könnten auch neue Kunden erschlossen werden. Die Kombination beider Unternehmen werde zusätzlichen Umsatz generieren, so Umbach weiter. Die Höhe sei aber nicht quantifiziert. Derweil habe er in den USA gerade den "grössten Auftrag unserer Unternehmensgeschichte unterschrieben". Details könne er aber noch nicht bekannt geben. Umbach wiederholte, dass im Zuge der Übernahme keine Entlassungen geplant seien. (FuW p. 1)
SWISSCOM: Der Telekom-Konzern will im Digital-TV-Markt weiter wachsen. "Noch dieses Jahr wollen wir die Nummer Eins im Digital-TV-Markt werden", sagte Markus Gisi, der die entsprechenden Aktivitäten beim blauen Riesen leitet, der "Finanz und Wirtschaft". Der Anteil am Gesamtumsatz sei zwar noch klein, aber strategisch sei das Geschäft wichtig. "Von zentraler Bedeutung ist, dass wir dank TV die Preiserosion in den Segmenten Festnetz und Mobilfunk kompensieren können", so Gisi (FuW p 15.)
ORANGE: Der zu France Télécom gehörende Schweizer Telekom-Konzern will in der Schweiz bleiben und setzt dabei auf den Alleingang. "France Télécom hat keine Pläne, sich aus der Schweiz zurückzuziehen", sagte Orange-Chef Thomas Sieber im Interview mit der "SonntagsZeitung". Ein Rückzug stehe "schlicht nicht zur Debatte". Es gibt laut Sieber auch "keine Pläne" für eine erneute Fusion mit Sunrise. "Wir setzen auf den Alleingang und eine nachhaltige und qualitative Geschäftsentwicklung" (SoZ p. 64).
UBS: Eine Gruppe von 40 Westschweizer Anlageopfern mit Namen Adear will die Grossbank offenbar "wegen grosser Verluste auf speziellen Fondsprodukten" einklagen. Wie es in einem Bericht der Zeitung "Sonntag" heisst, geht es um sogenannte Absolute Return Fonds. Die Klage soll in Luxembourg eingereicht werden. (Sonntag p.25)
CS/EFG: Die CS-Tochter Clariden Leu (CL) soll laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" die EFG-Bank verunglimpft haben. CL-Berater hätten jüngst gegenüber Kunden die EFG-Bank als "zweites Lehman" bezeichnet. Eine CL-Sprecherin hat gegenüber dem Blatt bestätigt, dass "wir mit der EFG in Kontakt stehen". (SoZ p.65)
IWF: Im Gerangel um die Nachfolge des zurückgetretenen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn steht die Schweiz einem Nachfolger aus Europa eher skeptisch gegenüber. Der Grund: Mehrere europäische Länder hängen selbst am Tropf des Internationalen Währungsfonds IWF. "Das Argument, ein IWF-Chef aus Europa sei derzeit besonders wichtig, weil der IWF stark in die Lösung der europäischen Schuldenkrise eingebunden sei, überzeugt mich nicht. Es könnte im Gegenteil besser sein, wenn ein Externer auf die ökonomischen Schwachstellen innerhalb der Eurozone hinweist", sagte der Schweizer Vertreter im IWF-Exekutivrat, René Weber, im Interview mit der Zeitung "Der Sonntag". Der Exekutivrat ist jenes Gremium, das den neuen IWF-Direktor wählen wird. Weber hält es nicht für ausgeschlossen, dass Europa den Chefposten verlieren wird. (Sonntag p. 2/NZZaS p 27, siehe separater Text)
uh/rt

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