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PRESSESCHAU vom Wochenende 46 (14./15. November)

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2009 - 09:00 publiziert

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
UBS: Die Bank macht keine Anstalten, die bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geparkten Schrottpapiere rasch zurückzunehmen. "Wir haben keine Anfrage der UBS", sagte der oberste Schweizer Bankenaufseher Patrick Raaflaub der Zeitung "SonntagsBlick". Er müsste das Vorhaben genehmigen. "Aus heutiger Sicht wäre die UBS für eine Investition dieser Grössenordnung aber noch nicht stark genug." Grübel berichtete jedoch über operative Fortschritte. Bankenaufseher Raaflaub bestätigte: "Ihre Kapitalbasis hat sich deutlich verbessert. Irgendwann muss sie aber wieder Gewinn machen." (SonntagsBlick; siehe sep. Meldung)
Finma/UBS: Hans Geiger, einer der beiden vom Bund beauftragten Experten, welche das Verhalten der Finanzmarktaufsicht (Finma) im Fall UBS überprüfen sollen, arbeitet als Berater für die Firma adbodmer ag. Da bei handelt es sich um die Beratungsfirma von Adriana Ospel-Bodmer, der Ehefrau von Ex-UBS-Präsident Marcel Ospel. Dies berichtet die Zeitung "Sonntag". Zudem sei Geiger auch Frau Ospels Doktorvater. Geiger selbst sieht in diesen Konstellationen jedoch keinen Interessenskonflikt. Er verstehe sein Amt vorwärtsgerichtet und wolle nicht zu sehr in der Vergangenheit rühren, wie er gegenüber der Zeitung erklärte. (Sonntag, S. 1/19)
Credit Suisse: VR-Präsident Hans-Ulrich Doerig möchte seine Bank nicht zur grössten, jedoch zur respektiertesten Bank der Welt machen. Deshalb habe man die Risiken, vor allem im Handelsbuch, massiv reduziert. "Die toxischen Aktiven wurden in den letzten beiden Jahren von 100 Milliarden auf weniger als 5 Milliarden reduziert", erklärte Doerig in einem Interview der "SonntagsZeitung". Ob sich die Ausfallrisiken im nächsten Jahr erhöhen werden, müsse man sehen. Das Ausmass der Rückstellungen sollte jedoch verdaubar sein. Bei der Kapitalstruktur habe man 33% hybrides Eigenkapital: "Hybrides Kapital hat eine wichtige Funktion und ist von guter Qualität". Es werde auch in Zukunft eine Rolle spielen, werde jedoch allenfalls etwas reduziert. In den letzten Monaten habe die Credit Suisse zudem eine Eigenkapialrendite von 22% erwirtschaftet. Dies werde in Zukunft etwas weniger: "Längerfristig rechnen wir, über die Zyklen hinaus, mit mehr als 18%", so Doerig. (SoZ, S. 54/55)
Swiss Life: CEO Bruno Pfister bleibt von der Akquisition der deutschen AWD überzeugt. "Nach der Restrukturierung wird AWD rasch zu einer beträchtlichen zusätzlichen Gewinnquelle werden", sagte Pfister im Gespräch mit der "Finanz und Wirtschaft". Der kommissionsbasierte Ertrag des Finanzvertriebs AWD unterstütze die neue Ausrichtung von Swiss Life, sagte er weiter. Das traditionelle Lebensversicherungsgeschäft sei bilanzlastig und binde sehr viel Eigenkapital, begründet Pfister die Stossrichtung. Die Umsteuerung des Konzerns hin zur Verwaltung fondsgebundener Policen, der Vermittlung von Performancegarantien und zum Finanzvertrieb diversifiziere die Ertragsquellen und verringere die Abhängigkeit vom Finanzmarkt. (FuW, S. 17; siehe sep. Meldung)
Julius Bär: Die Privatbank Julius Bär hat grosse Pläne in Deutschland. "Wir wollen in der anstehenden Konsolidierung der Privatbanken-Landschaft eine führende Rolle einnehmen", sagte Julius-Bär-Vorstandsmitglied Gerhard Grebe der "Euro am Sonntag". Vorrangiges Ziel sei organisches Wachstum. "Aber wenn sich geeignete Übernahmeziele bieten, können wir uns auch Zukäufe im deutschen Markt vorstellen." (Euro am Sonntag; siehe sep. Meldung)
Julius Bär: Zwischen dem 7. und 26 Oktober verkauften zwei Verwaltungsräte und ein Geschäftsleitungsmitglied der Bank Julius Bär eigene Aktien im Wert von gesamthaft 3,7 Mio CHF. Ein weiterer Verwaltungsrat verkaufte seine Call-Optionen im Wert von 1,025 Mio CHF und kaufte im selben Umfang Put-Optionen, wie die Zeitung "Sonntag" gestützt auf die Datenbank der Schweizer Börse SWX berichtet. Der Zeitpunkt der Transaktion steche dabei ins Auge: Die Verkäufe fanden gleichzeitig zum Erstellen eines internen Quartalsabschlusses statt. Die Ergebnisse des Abschlusses wurden jedoch erst am 10. November publiziert, woraufhin die Aktie um 6,9% absackte. Die Schweizer Börse und die Bank selber fänden die Zeitpunktkorrelation jedoch nicht problematisch, wie die Zeitung berichtet. (Sonntag, S. 21)
OC Oerlikon: Für den geplanten Verkauf des Textilgeschäfts der OC Oerlikon haben sich neue Interessenten angemeldet. Wie die Zeitung "Sonntag" berichtet, wolle Heinrich Fischer, ehemaliger CEO von Saurer, zusammen mit chinesischen Investoren einsteigen und die ehemaligen Saurer-Fabriken in Deutschland wieder zurückkaufen. Fischer werde aber kaum viel Geld in die Hand nehmen wollen für den Unternehmensteil, welcher immer noch mit 1,1 Mrd CHF in den Büchern von OC Oerlikon steht, so die Zeitung weiter. (Sonntag, S. 21)
BCV: Während andernorts Massnahmen zur Eindämmung der Finanzkrise getroffen werden, ist die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) an einem anderen Punkt ihrer Entwicklung. Die Kantonalbank war 2001/02 im Nachgang der Schweizerischen Immobilienkrise tief in die roten Zahlen gerutscht und steht nun endlich wieder ohne Sonderfaktoren da. Der Chef der Waadtländer Kantonalbank, Pascal Kiener, erwartet denn auch eine Fortsetzung der Gewinntätigkeit: "Der Gewinn des zweiten Halbjahres sollte sich durch Kontinuität auszeichnen", erklärte Kiener gegenüber der "Finanz und Wirtschaft". Er erwarte auch, dass die BCV das Zinsergebnis in den nächsten Jahren halten könne. In Private Banking sehe er aber noch Wachstumspotential: "Im Retailgeschäft haben wir je nach Produkt zwischen 30% und 40% Marktanteil, im Private Banking sind es nach unseren Schätzungen erst 10% bis 20%", so Kiener. (FuW, S. 28)
CH/Bankiervereinigung: Der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, Patrick Odier, will in Zukunft keine unversteuerten Gelder mehr auf Schweizer Bankkonten zulassen. "Wir Banken müssen ein neues Geschäftsmodell einführen, bei dem die Steuerehrlichkeit bei Annahme von Neugeld das Ziel ist", sagte er der "NZZ am Sonntag". Die Details der Regelung seien noch nicht ausgearbeitet, fügte Odier an. Denkbar sei aber, dass die Kunden schriftlich deklarieren müssten, dass sie ihre Gelder versteuert haben. Laut Odier soll die Regelung für Gelder aus Ländern gelten, mit denen sich die Schweiz auf eine Abgeltungssteuer verständigt hat. "Wir wollen die Abgeltungssteuer als Ersatz zum automatischen Informationsaustausch der EU etablieren", sagte Odier. In Verhandlung mit interessierten Ländern müsse die Schweiz zudem auf den freien Marktzutritt für die Banken pochen. (NZZaS, S. 46/47; siehe sep. Meldung)
CH/Reiterer: Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU werden in Zukunft noch komplizierter. Dies prognostiziert Michael Reiterer, der EU-Botschafter in der Schweiz, im Hinblick auf die Inkraftsetzung des Vertrages von Lissabon am 1. Dezember. Die Schweizer Diplomatie müsse sich künftig breiter aufstellen und sich verstärkt auch um Kontakte zum Europäischen Parlament bemühen, sagte Reiterer in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Als Drittstaat falle die Schweiz in die Kompetenz des neuen Aussendienstes und damit in diejenige eines hohen Repräsentanten. Reiterer sieht auch zunehmende Schwierigkeiten für den bilateralen Weg der Schweiz. Die Schweiz müsse sich selber überlegen, wie sie alles unter einen Hut bringen wolle: "Sie will der EU nicht beitreten, will aber auch keinen Automatismus im Rahmen des Bilateralismus - und verlangt zugleich möglichst viel Mitbestimmung". (NZZaS; siehe sep. Meldung)
dl/uh

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