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PRESSESCHAU vom Wochenende 47 (21./22. November)

Dieser Inhalt wurde am 23. November 2009 - 08:50 publiziert

Zürich (awp) - Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
UBS: Evolution statt Revolution: Das Bankengeschäft ist nach Meinung von Oswald Grübel mehr als jedes andere Geschäft vom Markt abhängig. "Gegen den Markt können Sie keine Revolution machen," sagte der UBS-Konzernchef der "SonntagsZeitung". "Der Markt bestimmt, was wir produzieren und was wir unseren Kunden bieten müssen," sagte Grübel, der am UBS-Investorentag vom vergangenen Dienstag von der "Evolution in den Geschäftsbereichen" gesprochen hatte. Die Risiken seien bis in die jüngste Vergangenheit immer vom Investmentbanking gekommen, räumte Grübel im Interview ein. In Zukunft werde sich dieses Geschäft bei den Grossbanken "ganz anders" entwickeln. Man könne jedoch nicht gegen den Markt handeln. Es stimme, dass das Argument des Marktes bei der Entlöhnung und bei den Boni nicht mehr angebracht sei, sagte Grübel weiter. In gewissen Bereichen brauche es aber Leute, die global austauschbar seien. "Das gibt diesen Leuten einen globalen Preis. Sie müssen ihn nicht bezahlen. Aber die Folge ist, dass Sie 50 Prozent mehr Leute verlieren, als Sie wollen." Mittelfristig wolle die UBS das Ergebnis um 19 Mrd CHF verbessern. Daraus ergebe sich die angekündigten 15 Mrd CHF Gewinn vor Steuern in maximal fünf Jahren, sagte der UBS-Konzernchef. "Die Investoren wollten von uns eine klare Prognose, damit sie die Aktien einigermassen bewerten können. Die haben wir ihnen gegeben." (SoZ, S. 23-25; siehe sep. Meldung)
Swisscom: Die Swisscom will vermehrt unrentable Telefonkabinen abbauen. Sie sucht deshalb das Gespräch mit den Gemeinden. Denn: Wegen einer Änderung im Gesetz ist die Swisscom nicht mehr verpflichtet, in jeder Gemeinde mindestens eine Telefonkabine zu betreiben. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir in den Gemeinden auf grossen Widerstand stossen werden", sagte Swisscom-Sprecher Olaf Schulze zu einem Bericht der Zeitung "Sonntag". Es gebe schweizweit rund 1000 Kabinen, die jeweils während Tagen nicht genutzt würden und höchst unrentabel seien. "Wir rechnen mit Verständnis in den Gemeinden." Andererseits sei es auch möglich, dass die Swisscom aus "strategischen Gründen" an unrentablen Kabinen festhalte, sagte Schulze weiter. Sprich: Die Telefonkabinen sind willkommene Werbeträger für das Telekommunikationsunternehmen. (Sonntag, S. 9; siehe sep. Meldung)
CSS: Die CSS Versicherung AG verzeichnet derzeit einen Kundenzuwachs. "Wir werden überrannt von Anfragen", sagte CSS-Chef Georg Portmann im einem Interview gegenüber der "SonntagsZeitung". Dass den CSS-Versicherten eine unterjährige Prämienerhöhung blüht, verneint Portmann aber. Reservenunterdeckung habe es früher schon gegeben. Eine allfällige Unterdeckung will der CSS-Chef bis 2012 ausgleichen. Portmann hält aber fest, dass die CSS per Ende 2009 die Mindestreserven erfüllen dürfte. Es sei aber möglich, dass eine der kleineren Kassen der CSS, Auxilia oder Arcosana, die Mindestreserven nicht erfüllen wird, weil sie mehr Neukunden habe als budgetiert. (SoZ, S. 59; siehe sep. Meldung)
Züblin: Die Züblin Immobilien Holding AG hat deutlich unter der Wirtschaftskrise gelitten. Vor allem die Märkte Frankreich, Deutschland und Benelux waren von markanten Bewertungsverlusten betroffen. "Die Märkte mit den bisher grössten Korrekturen werden das grösste Erholungspotenzial haben und die grössten Expansionschancen bieten", zeigte sich CEO Bruno Schefer in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" zuversichtlich. Züblin will sich nun auf energieeffiziente Büroliegenschaften in wenigen Städten konzentrieren. Das Portfolio in den Niederlanden werde bereinigt, in Deutschland stünden die Detailhandelsliegenschaften zum Verkauf, und auch in der Schweiz würden noch einige wenige Objekte abgestossen, die nicht dem strategiekonformen Wachstum dienten, so der CEO. Schefer sagte zudem gegenüber der Zeitung, dass Züblin auch das Ziel habe, wieder eine Dividende auszuschütten. (FuW, S. 22; siehe sep. Meldung)
Valiant: Kurt Streit, Verwaltungsratspräsident (VRP) der Valiant-Gruppe, erwartet 2010 eine weitere Konsolidierung im Regionalbankensektor und dadurch zusätzliche Übernahmekandidaten. "Der Margendruck wird immer grösser, und die Kostensituation bleibt im gesamten Finanzsektor angespannt. Unmittelbar liegen zwar keine Dossiers auf meinem Pult, aber es kann sehr schnell gehen", erklärte Streit gegenüber der "Finanz und Wirtschaft". Dabei wolle man weiterhin in konzentrischen Kreisen um das eigene Verbreitungsgebiet wachsen und so eine Plattform für solide Institute bilden. Jedoch seien keine weiteren Filialeröffnungen neben den bereits bekannten in Basel und Biel geplant: "Danach legen wir mittelfristig einen Marschhalt ein, weil wir unsere Energie für Kooperationen und Übernahmen einsetzen müssen", so Streit weiter. (FuW, S. 17)
Gastrosuisse: Der Wirteverband Gastrosuisse rechnet im Zuge der Wirtschaftskrise mit Umsatzeinbussen in den Restaurants. "Aufs ganze Jahr rechne ich mit einem Umsatzrückgang von 5% bis 6%", erklärte Gastrosuisse-Direktor Anton Schmutz gegenüber der Zeitung "Sonntag". Für 2010 rechne er nur noch mit einem Rückgang von 1% bis 2%. Das nationale Rauchverbot vom 1. Mai 2010 werde vor allem kleinere Bars und Beizen treffen, ist Schmutz überzeugt. Ausserdem plane man eine Volksinitiative zur Vereinheitlichung des Mehrwertsteuersatzes: "Es kann nicht sein, dass man für das genau gleiche Produkt im Detailhandel 2,4% Steuern bezahlen muss, in den Restaurants jedoch 7,6%", so Streit. Lanciert werde die Initiative wahrscheinlich im Frühjahr 2010. (Sonntag, S. 20)
CH/Strompreise: Nach Feststellungen von Preisüberwacher Stefan Meierhans werden den Schweizer Stromkonsumenten 2010 schätzungsweise 50 Mio CHF zu viel verrechnet. Schuld daran sei Energieminister Moritz Leuenberger. Dessen Departement widerspricht dem Vorwurf aufs Schärfste. In einem Schreiben an die Branche, die Elcom und die Stiftung für Konsumentenschutz habe Leuenberger mitgeteilt, dass die risikogerechte Entschädigung für Stromnetzbetreiber nicht - wie in der Verordnung vorgesehen - jährlich der Marktentwicklung anzupassen sei, sagte Meierhans in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Laut Meierhans hätte die Anpassung für 2010 eine Strompreissenkung bedeutet. Leuenberger setze stattdessen eine Arbeitsgruppe ein, um das Modell der risikogerechten Entschädigung neu zu definieren. "De facto missachtet er damit das geltende Recht - und zwar zum Nachteil der Stromverbraucher." (NZZaS, S. 45; siehe sep. Meldung)
CH/FDP: Hans-Rudolf Merz bleibe voraussichtlich bis im Jahr 2011 im Bundesrat, sagt FDP-Präsident Fulvio Pelli in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Die Partei und Merz seien sich "schon lange" einig, dass das Ende seiner Karriere gemeinsam geplant werde. "Wir haben etwas Druck auf Hans-Rudolf Merz ausgeübt, damit er bis zum Ende der Legislatur bleibt", sagte Pelli. Merz sei bis 2011 gewählt, er sei gesund und mache eine solide Politik. Auch sei der FDP-Bundesrat ein Garant für gesunde Bundesfinanzen. Die Schweiz habe als einziges Land der OECD in diesem Jahr einen Überschuss. Einräumen muss Pelli allerdings, dass Merz in seinem Jahr als Bundespräsident - insbesondere wegen der Libyen-Affäre - an Popularität verloren hat. (NZZaS, S. 11; siehe sep. Meldung)
dl/ch

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