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(neu: Kommentare von Procter &Gamble zur Übernahmestrategie)
FRANKFURT (awp international) - Die Aktie des Hamburger Konsumgüterherstellers Beiersdorf ist am Mittwoch wegen einer überraschenden Interessenbekundung des US-Konkurrenten Procter & Gamble (P&G) auf Achterbahnfahrt gegangen. Der Paukenschlag kam am Nachmittag. Der Chef des US-Konzerns, Robert McDonald, wurde von der Nachrichtenagentur Bloomberg mit den Worten zitiert, er sei an Beiersdorf interessiert. Die Hamburger müssten aber den ersten Schritt in Richtung P& tun. In einer ersten Reaktion sprang der Kurs von um gut 10 Prozent auf über 47 Euro nach oben. Zu Handelsschluss lag die Aktie noch mit knapp 4 Prozent im Plus bei 44,50 Euro.
"Wir wissen nichts von einem Interesse Procter & Gambles", sagte ein Beiersdorf-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. "Wir können dies daher auch nicht bestätigen." Bisher war ein Interesse von P&G an den Hamburgern ein ständig wiederkehrendes Gerücht.
Procter & Gamble ruderte indes ein Stück zurück. "Wir setzen den Fokus auf organisches Wachstum, gelegentlich von Übernahmen verstärkt", hiess es seitens der Amerikaner. "Wir machen keine feindlichen Übernahmeversuche. Unternehmen müssen zum Verkauf stehen, bevor wir uns in Gang setzen." Zudem müsse ein Kauf die wettbewerbsrechtlichen Hürden nehmen. Angesichts dieser Kriterien seien Grossübernahmen unwahrscheinlich, sagte ein P&G-Sprecher.
KREISE: MAXINGVEST WILL NICHT VERKAUFEN
P&G würde sich mit einem Übernahmeversuch auch schwer tun. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus dem Umfeld des Mehrheitseigentümers Maxingvest erfuhr, besteht dort kein Interesse, Beiersdorf zu verkaufen. Die Holding gehört der Familie Herz, die darin ihre Anteile an Tchibo und Beiersdorf vereint hat. Maxingvest wollte sich nicht zu den Gerüchten äussern, sagte aber, sie sei seit dem Ringen um Beiersdorf zwischen Procter & Gamble und der Familie Herz vor sieben Jahren nicht mehr von den Amerikanern angesprochen worden.
Damals hatte Procter & Gamble bereits einen Angriff auf Beiersdorf gestartet. Im Oktober 2003 einigten sich die Maxingvest (damals Tchibo Holding) und die Stadt Hamburg auf die "Hamburger Lösung" und verhinderten so den Einstieg der Amerikaner, die 2003 mit dem Haarpflegemittelhersteller Wella bereits ein deutsches Traditionsunternehmen geschluckt hatte.
HAMBURGER LÖSUNG
Die Stadt erwarb über ihre Beteiligungsgesellschaft HGV für 1,1 Milliarden Euro zehn Prozent an Beiersdorf und behielt so ihren grössten Gewerbesteuerzahler. Maxingvest kaufte der Allianz 19,6 Prozent ab und erhöhte ihren Anteil auf 49,9 Prozent. Inzwischen hat Hamburg den Anteil wieder verkauft. Maxingvest stockte auf 50,46 Prozent auf und hält seitdem die Mehrheit./fn/das/enl/ck

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