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Protest gegen Syngenta-Herbizid

Die "Erklärung von Bern" (EvB) verlangt die Einstellung des Herbizids "Gramoxone", eines der wichtigsten Produkte von Syngenta. Der Vorwurf: Todesfälle und gesundheitliche Schäden der Plantagenarbeiter.

Dieser Inhalt wurde am 07. August 2002 - 15:43 publiziert

Das Herbizid "Gramoxone" gehört zu Syngentas zehn wichtigsten Produkten. Seit 35 Jahren auf dem Markt, sei es sogar eines der am besten untersuchten Mittel, sagte Syngenta-Mediensprecher Jürg Eberle gegenüber der BASLER ZEITUNG.

Die EvB wirft Syngenta vor, "Gramoxone" töte nicht nur Pflanzen, sondern auch Menschen. Auf Transparenten und Flugblättern informierte die Entwicklungsorganisation am vergangenen Montag Teilnehmerinnen und Teilnehmer der viertägigen internationalen Pestizid-Konferenz in Basel.

Bereits an der Generalversammlung im April hatte die EvB die Aktionärinnen und Aktionäre auf die Gefahren des Herbizids aufmerksam gemacht und eine Stellungnahme des Chemiekonzerns verlangt.

Bei den Anwendungsvorschriften gehen die Meinungen auseinander: Für die EvB gehören zur richtigen Anwendung Schutzanzug, Handschuhe, Stiefel und Filtermaske. Syngenta beteuert, Stiefel und Handschuhe würden genügen.

Allerdings solle man das Herbizid nicht bei starkem Wind einsetzen, eine Berührung mit dem Kopf vermeiden und bei Unwohlsein einen Arzt aufsuchen, sagte Eberle. Er räumte aber gleichzeitig ein, dass viele dies eben nicht täten. Auf keinen Fall dürfe man es trinken, denn es gebe kein Gegenmittel. Eberle fügte hinzu, dass das Mittel zum Suizid benutzt werde. Die Menge, die für einen Selbstmord reicht, sei ihm aber nicht bekannt.

Die EvB meint jedoch nicht Suizide, wenn sie von Todesfällen spricht. Auf Plantagen in Südländern sind nach Angaben der EvB Todesfälle und unzählige Gesundheitsschäden dokumentiert.

Auch andere Pestizide unter Beschuss

"Gramoxone" ist nicht das einzige Pestizid des Basler Agrochemie-Konzerns, das unter Beschuss steht. BLICK wies auf eine Studie der renommierten Universität Berkley (USA) hin. Demzufolge lasse Atrazin an ursprünglich männlichen Fröschen sowohl Hoden als auch Eierstöcke wachsen. Dies geschehe bereits bei einer Atrazin-Dosis, die 30 Mal kleiner sei als der kleinste erlaubte Wert.

Atrazin sei aber auch für Menschen gefährlich, berichtete BLICK weiter. Mitarbeiter in den USA haben die Firma verklagt - weil sie vom Kontakt mit dem Pestizid Prostata-Krebs bekommen hätten. Bis vor zwei Jahren stand Atrazin auf der Liste der krebserregenden Substanzen. Dies sei heute nicht mehr der Fall, erklärte Syngenta. Es gebe keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen Atrazin und Prostata-Krebs.

Doch Zulassungsbehörden werden skeptisch gegenüber dem Pestizid. In Frankreich wurde es laut BLICK mit Wirkung auf September 2002 verboten. Die USA überprüfen derzeit ihre Grenzwert-Verordnungen.

swissinfo und Agenturen

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