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(Meldung ergänzt mit weiteren Angaben zum Geschäftsverlauf)
VENLO/HILDEN (awp international) - Das Biotechnologie-Unternehmen Qiagen hat das zweite Quartal zwar mit einem prozentual zweistelligen Gewinnwachstum abgeschlossen. Das Betriebsergebnis sank wegen höherer Abschreibungen und Vertriebskosten allerdings um 9 Prozent auf 42,8 Millionen US-Dollar, wie das TecDax-Schwergewicht am Montag mitteilte. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit einem leichten Anstieg auf 47,38 Millionen gerechnet. Unter dem Strich kletterte der Überschuss dank steuerlicher Vorteile aus der Integration von Zukäufen um ein Viertel auf 38,5 Millionen Dollar. Finanzvorstand Roland Sackers bekräftigte im Gespräch mit dpa-AFX den Ausblick: "Wir wollen auch weiterhin jedes Jahr organisch prozentual zweistellig wachsen. Das Gewinnwachstum soll dabei stärker als das organische Umsatzwachstum ausfallen." In der Vergangenheit sei der Gewinn zwischen 15 und 20 Prozent gestiegen. "Das ist auch mittel- bis langfristig unser Ziel." In einigen Bereichen sei das Marktumfeld derzeit aber eher zurückhaltend.
2010 soll der Umsatz - unter Berücksichtigung der Wechselkurse vom 31.Januar 2010 - auf 1,120 bis 1,170 Milliarden Dollar steigen. Für den Gewinn je Aktie werden bereinigt 0,90 bis 0,96 Dollar in Aussicht gestellt. 2009 hatte Qiagen beim Umsatz erstmals in der Unternehmensgeschichte die Milliardengrenze überschritten. Ob auf Jahressicht eher das obere oder das untere Ende der Prognose erreicht wird, hängt laut Sackers auch davon ab, wie schnell sich die Wirtschaft wieder erhole. In den USA gingen Frauen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten seltener zum Arzt. "Generell haben die Arztbesuche in den USA um bis zu 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal abgenommen." Qiagen werde im weiteren Verlauf des Jahres noch Effekte aus den geringeren Arztbesuchen spüren; mit einer Erholung des dortigen HPV-Geschäfts sei gegen Ende 2010 zu rechnen. "Auf vergleichbarer Basis - also ohne die Effekte der Schweinegrippe- sind wir in den USA im zweiten Quartal um 10 Prozent, in Europa um 26 Prozent und in Asien um 19 Prozent gewachsen." Im Vorjahresquartal hatte Qiagen einen positiven Effekt in Zusammenhang mit der Schweinegrippe verbucht
Qiagen bietet unter anderem Tests für Humane Papillomviren (HPV) an. Bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist der Konzern damit zum Weltmarktführer aufgestiegen. Im zweiten Quartal kam mit 47 Prozent der grösste Umsatzbeitrag aus dem Bereich der Molekularen Diagnostik. Mittel- bis langfristig will Qiagen hier weiterhin Wachstumsraten von 15 Prozent und mehr ausweisen. Einer möglichen Konkurrenz für den eigenen HPV-Test in den USA sieht Sackers gelassen entgegen: "Wir haben in allen Belangen das beste Produkt auf dem Markt und bei den HPV-Tests in den USA derzeit einen Marktanteil von fast 100 Prozent. Wir sind in einer komfortablen Ausgangslage." Qiagen gewinne mit dem Testverfahren in Europa jeden Tag Marktanteile hinzu und liege derzeit bei um die 70 Prozent. Die Studiendaten anderer HPV-Tests hielten hinsichtlich ihrer klinischen Aussagekraft dem Vergleich mit den eigenen nicht stand. Der schweizerische Pharmakonzern Roche hatte kürzlich positive Studiendaten zu einem HPV-Test vorgelegt, der 2011 in den USA auf den Markt kommen könnte.
Neben dem organischen Wachstum seien weiterhin Zukäufe geplant. "Wir sehen zur Zeit viele Möglichkeiten für Zukäufe in der Molekularen Diagnostik und bei angewandten Testverfahren. 2010 werden wir weitere Übernahmen tätigen." Qiagen verfüge über rund 920 Millionen Dollar an liquiden Mitteln und könne Zukäufe zudem auch aus dem Cash flow finanzieren.
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 9 Prozent auf 262,7 Millionen Dollar. In den ersten drei Monaten hatte der Erlös um 20 Prozent zugelegt. Zu konstanten Wechselkursen kletterte der Umsatz im zweiten Jahresviertel um 11 Prozent auf 265,9 Millionen Dollar und lag damit am unteren Ende der Unternehmensprognose (265-280 Mio. USD). Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) sank von 0,24 Dollar auf 0,22 Dollar. Qiagen erreichte damit das oberen Ende seiner Gewinnerwartung. Bei der Entwicklung des Ergebnisses pro Aktie ist zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Aktien durch die Kapitalerhöhung im September im Vergleich zum Vorjahr um rund 19 Prozent gestiegen ist./ep/he

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