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Poschiavo (awp) - Repower hat in den ersten sechs Monaten 2010 die Gesamtleistung deutlich gesteigert und den Energieabsatz fast verdoppelt. Das tiefere Preisniveau und der schwache Euro belasteten jedoch die Erfolgsrechnung. Für das Gesamtjahr rechnet der Energiekonzern weiterhin mit einem operativen Ergebnis leicht unter Vorjahr.
Von Januar bis Juni resultierte eine Gesamtleistung von 1'325 Mio CHF. Gegenüber dem Vorjahr entspreche dies einem Plus von 40%, teilte der Stromkonzern am Montag mit. Der Energieabsatz stieg um 79% auf 12'082 Gigawattstunden. Vor allem Lieferungen an deutsche Stadtwerke für deren Versorgungsgeschäft hätten zu dem Plus beigetragen, führte CEO Kurt Bobst bei einer Telefonkonferenz aus.
In Italien wurden zudem rund 78 Mio Kubikmeter Gas abgesetzt - 60 Mio an Endverbraucher und 18 Mio im Trading. Das erste Halbjahr sei dort sehr gut gewesen, erklärte Bobst weiter. Der Schweizer Markt habe sich stabil gezeigt.
Mit einem EBIT von 65 Mio CHF (-13%) sieht sich Repower operativ auf Kurs. Dies sei umso erfreulicher, als das Preisniveau gegenüber 2009 tiefer gewesen sei und sich die Margen weiter verengt hätten, hiess es.
REINGEWINN EINGEBROCHEN
Der Reingewinn sank deutlich um 69% auf 18 Mio CHF. Das Unternehmen verweist auf negative Währungseffekte. Repower wickle über 90% der Geschäfte in Euro ab. Trotz Absicherungen sei das Finanzergebnis mit rund 25 Mio CHF unrealisierten Verlusten auf konzerninternen Darlehen belastet worden. "Wir überprüfen die Hedging-Strategie intensiv", sagte CFO Martin Gredig dazu.
Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit ging auf 1 Mio CHF zurück - nach 98 Mio CHF per Ende Juni 2009. Dies spiegle auch die Zunahme des Nettoumlaufvermögens um 26 Mio CHF im Zusammenhang mit dem Umsatzwachstum sowie die kurzfristige Anlage liquider Mittel unter anderem in Wertschriften wider, betonte das Management.
PROJEKTE VORANGEBRACHT
Kraftwerksprojekte konnte Repower weiter vorantreiben. So wurde das Konzessionsprojekt für das 1000-Megawatt-Pumpspeicher-Kraftwerk "Lago Bianco" fertig gestellt. Die involvierten Partner verabschiedeten den technischen Bericht. Volksabstimmungen in den Konzessionsgemeinden sollen noch dieses Jahr stattfinden.
Die Bauarbeiten für das Wasserkraftwerk Taschinas (Prättigau) sind laut Repower weit fortgeschritten, sodass die Anlage plangemäss im Frühjahr 2011 ans Netz gehen soll. Beim Projekt "Chlus", das die unterste Stufe der Landquart im Prättigau nutzt, werde am Konzessionsprojekt gearbeitet, so das Unternehmen.
Für die Entwicklung von Kohlekraftwerken mit Partnern in Italien (Saline Joniche) und Deutschland (Brunsbüttel) laufen die Bewilligungsverfahren weiter. Ausserdem kaufte der Stromkonzern Windparks in Deutschland (Prettin und Lübbenau), beteiligte sich in Italien am Windpark Giunchetto (Sizilien) und übernahm die Anlage Corleto Perticara vollständig. Die installierte Leistung beläuft sich damit bei den Windkraftwerken auf 47 Megawatt.
BLICK AUF RUMÄNIEN
Regional hat Repower Rumänien im Blick, über den Zukauf der rumänischen Vertriebsfirma Elcomex EN. Die Übernahme werde im zweiten Halbjahr 2010 abgewickelt und der Grundpreis betrage 20 Mio CHF plus Earnout-Zahlungen, so der CEO. Rumänien habe Entwicklungspotenzial und könne zur Energiedrehschreibe werden. Mittelfristig wollen die Bündner in Rumänien auch eigene Produktionskapazitäten aufbauen.
Das Unternehmen rechnet damit, dass das Umfeld auch in der zweiten Jahreshälfte schwierig bleibt. Repower erwartet für das Geschäftsjahr 2010 weiterhin ein operatives Ergebnis leicht unter dem des Vorjahres. Der Gruppengewinn werde stark von der Wechselkursentwicklung beeinflusst und dürfte aus heutiger Sicht den Vorjahreswert nicht erreichen.
Mit den Zahlen hat der Energiekonzern die Erwartungen der Bank Vontobel beim Reingewinn verfehlt. Das operative Ergebnis wertet der zuständige Analyst angesichts des tiefen allgemeinen Preisniveaus und der schwachen Margen indes als gut. An der Börse gewinnen Repower PS am Montagnachmittag in einem freundlichen Gesamtmarkt 0,36% auf 279 CHF.
cc/ps

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