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Rich droht Schweiz mit Wegzug

Jetzt, da Marc Rich wieder frei ist die Schweiz zu verlassen, droht er mit Abzug seines Unternehmens.

(Keystone Archive)

Der Milliardär Marc Rich droht nach seiner umstrittenen Begnadigung durch den amerikanischen Ex-Präsidenten Bill Clinton mit dem Wegzug aus der Schweiz.

Damit würden dem Kanton Zug Millionen von Franken an Steuergeldern und Hunderte von Arbeitsplätzen verloren gehen, sagte der Richs Anwalt André Wicki der Schweizer Zeitung "Blick" am Samstag (03.02.).

Rich wehrt sich dagegen, dass seine Firma Marc Rich Holding dem Schweizer Geldwäschegesetz unterstellt werden soll. (swissinfo berichtete) Danach müssen Geschäftsaktivitäten und Kundenbeziehungen offen gelegt werden. So soll verhindert werden, das Geld aus illegalen Geschäften gewaschen wird.

"Die Kunden akzeptieren das nicht und laufen davon", sagte Anwalt Wicki. Sollten die Schweizer Behörden hart bleiben, droht Wicki: "Dann kann Rich in der Schweiz keine Geschäfte mehr machen und muss nach London ziehen oder sein Geschäft schliessen."

Was bisher geschehen ist

Rich war in den USA 1983 wegen Steuerhinterziehung und Geschäften mit Iran angeklagt. Dem gebürtigen Belgier hatte eine lange Haftstrafe gedroht. Er setzte sich vor dem Prozess in die Schweiz ab, wo er seit mehr als 20 Jahren einen florierenden Handel mit Rohstoff-Termingeschäften betreibt.

Anwalt Wicki nannte den Vorwurf der Steuerhinterziehung unberechtigt. Die Öl-Geschäfte mit Iran seien legal gewesen.

Für die Begnadigung hatten sich mehrere Schweizer Politiker und Prominente mit Bittbriefen eingesetzt, um die Rich sie Anfang Dezember gebeten hatte. Das hat in der Schweizer Presse Empörung ausgelöst.

Unter anderem setzte sich der Zürcher Bürgermeister Josef Estermann für Rich ein. Der Rohstoffhändler hatte in den vergangenen Jahren in der Schweiz zahlreiche soziale und kulturelle Projekte finanziell grosszügig unterstützt.

Der Einsatz für Rich könnte zum Eigentor werden, sagte der sozialdemokratische Abgeordnete Rudolf Strahm dem "Blick". Erst seit der Begnadigung kann Rich sich auch international wieder frei bewegen. Bis dahin war er vor der amerikanischen Polizei nur in der Schweiz sicher, weil Steuerhinterziehung hier kein Strafdelikt ist und die Schweiz mit den USA kein Auslieferungsabkommen hat.

swissinfo und Agenturen

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