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Richemont H1: Margen überraschen positiv - Aktie klarer Leader im SMI (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 13. November 2009 - 12:40 publiziert

Genf (awp) - Die Compagnie Financière Richemont AG hat im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 (per Ende September) aufgrund der weltweiten Rezession einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Sehr positiv überrascht hat das Unternehmen allerdings bei den Margen, welche die Schätzungen deutlich übertroffen haben. Da die Minusraten bei der Umsatzentwicklung zudem langsam abnehmen, ist die Aktie heute der Top-Titel unter den SMI-Werten.
Der Gesamt-Umsatz erreichte in der Berichtsperiode 2'379 (VJ 2'796) Mio EUR, was einem Minus von 15% in EUR bzw. 20% in Lokalwährungen (LW) entspricht. Während das Geschäft mit Marken wie IWC, Cartier oder Dunhill im Raum Asien-Pazifik noch einigermassen stabil blieb, waren die Rückgänge in den restlichen Regionen zum Teil dramatisch. Richemont spricht denn auch von "sehr schwierigen" Marktbedingungen in den meisten Märkten.
OPERATIVE MARGE DEUTLICH ÜBER DEN ERWARTUNGEN
Das operative Ergebnis (EBIT) sank um 39% auf 390 Mio EUR, der Konzern-Gewinn (aus dem fortgeführten Geschäft) um 36% auf 345 Mio EUR. Der Rückgang beim EBIT reflektiere den deutlichen Rückgang bei Umsatz und Bruttogewinn, welcher nur zum Teil durch Kosteneinsparungen habe kompensiert werden können. Gemäss Management hat man mit "rigorosen" Ausgabenkontrollen und Produktionsverlangsamungen versucht, den Einbruch der Profitabilität zu limitieren. Die operative Marge sank aber trotzdem um rund 630 Basispunkte auf 16,4%. Dies war aber viel besser als von den meisten erwartet: die Bank Vontobel etwa ging von 800 Basispunkten aus.
Gelegt wurde der Fokus im Abschwung vor allem auch auf den Cash Flow; ihm werde höchste Priorität beigemessen worden, hiess es. Per Ende September stieg denn auch die Netto-Cash-Position (gegenüber Ende März) um 80 Mio auf 902 Mio EUR.
Bezüglich der weiteren Entwicklung gab sich der Konzern gewohnt vorsichtig. Im Oktober, dem ersten Monat des zweiten Halbjahres, sank der Umsatz insgesamt um 10%. Während die Region Asien-Pazifik (ex Japan) um 11% wuchs, mussten die anderen Regionen erneute Rückgänge hinnehmen. Ein Grund zur Besorgnis ist für Richemont auch die signifikante Schwäche vor allem des US-Dollars in jüngster Zeit. Dies dürfte einen negativen Einfluss auf die Resultate im zweiten Halbjahr haben, hiess es.
WEIHNACHTSGESCHÄFT "HOFFENTLICH" BESSER ALS VORJAHR
Richemont stellt sich insgesamt auf einen langen Erholungsprozess ein. Auch im Hinblick auf das ergebnistechnisch wichtige Weihnachtsgeschäft gab sich das Management an einer Telefonkonferenz eher zurückhaltend: "Wir sind vorsichtig optimistisch und hoffen, dass es besser wird als das Vorjahr. Es bleibt uns aber nichts anderes als abzuwarten und zu hoffen." Da das Weihnachtsgeschäft im Vorjahr aber sehr schwach war, erhofft man sich zumindest geringe Wachstumsraten zum Vorjahr. Insgesamt sieht sich der Konzern mit seinen Maisons aber gut aufgestellt, um von einer allfälligen Erholung zu profitieren.
Etwas überraschend hat Richemont heute ausserdem mitgeteilt, dass Verwaltungsratspräsident Johann Rupert per 1. April 2010 auch die Rolle des CEO übernehmen wird. Der Vorgänger Norbert Platt hatte den Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen im Mai angekündigt. Auf die Frage, wie lange er auf dem Posten, den er früher schon inne hatte, bleiben werde, antwortete er ausweichend, liess aber durchblicken, dass er sich beim nächste Konjunkturaufschwung vom Amt wieder zurückziehen wolle.
Die Investoren waren vom Ergebnis und den Aussagen zur Situation angetan, die Aktie legte klar zu. Um die Mittagszeit stand das Papier in einem leicht negativen Gesamtmarkt 5,3% höher bei 31,89 CHF. In Analystenkreisen wurde insbesondere die Margenentwicklung positiv hervorgehoben. Besser als erwartet sei aber auch die Entwicklung im Oktober gewesen. Auch dass Johann Rupert noch den CEO-Posten übernehmen wird, findet Anklang in Analystenkreisen, trotz gewisser e-Vorbehalte.
uh/cf

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