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Genf (awp) - Die Compagnie Financière Richemont AG hat den Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2010/11 (Oktober bis Dezember) deutlich gesteigert. Der Luxusgüterkonzern profitierte erneut von einer starken Nachfrage in Asien, aber auch in Europa sowie in Nord- und Südamerika verzeichnete die Gruppe zweistellige Wachstumsraten. Im vierten Quartal dürfte sich das Umsatzwachstum aufgrund der höheren Vorjahresbasis jedoch verlangsamen.
Trotz des starken Wachstums stehen die Aktien am Montag unter Druck. Händler machen dafür Gewinnmitnahmen verantwortlich, nachdem im Vorfeld bereits mit einer sehr guten Entwicklung gerechnet wurde und die Papiere in der vergangenen Woche entsprechend zulegen konnten.
GROSSE NACHFRAGE IN ASIEN
Im dritten Quartal 2010/11 steigerte Richemont den Umsatz um 33% auf 2'107 (VJ 1'585) Mio EUR und übertraf damit die Erwartungen. Zu konstanten Wechselkursen, also in Lokalwährungen (LW), betrug das Wachstum noch 23%, wie der Luxusgüterhersteller am Montag mitteilte. Ohne die im April 2010 zugekaufte britische Onlinehändlerin NET-A-PORTER.COM stieg der Umsatz in LW und akquisitionsbereinigt um 19%.
Die Gruppe hat den Umsatz erneut in Asien (ohne Japan) stark steigern können: Der Umsatz wuchs dort um 57% auf 772 (492) Mio EUR, respektive um 42% in LW. Aber auch in Europa und in der Region Americas legten die Verkäufe im zweistelligen Bereich zu. In der Region Europa (inklusive Middle East) steigerte Richemont den Umsatz um 20% (+17% in LW), in Nord- und Südamerika betrug der Anstieg 27% (+17% in LW). In Japan wuchs der Umsatz in der Berichtswährung um 21%; in Yen dagegen nur um 3%.
Nach Bereichen erfreuten sich die Schmuck- und Uhrenmarken einer guten Nachfrage. Beim Schmuck (Cartier, Van Cleef & Arpels) stieg der Umsatz um 30% (+20% in LW) auf 1'088 (837) Mio EUR. Bei den Uhren (IWC, Jaeger-LeCoultre, Vacheron Constantin, Piaget etc.) wuchsen die Verkäufe um ebenfalls 30% (+21% in LW) auf 543 (417) Mio EUR.
Die Schreibwaren (Montblanc) erzielten einen Umsatz von 216 (183) Mio EUR, was in Euro einem Anstieg um 19% (+12% in LW) entsprach. Der Bereich "Andere" (inkl. Mode- und Accessoire-Geschäft sowie Herstellung von Uhrenkomponenten) steigerte den Umsatz dank NET-A-PORTER um 75% (+63% in LW) auf 260 (148) Mio EUR.
Die Netto-Cash-Position erhöhte sich per Ende Dezember auf 2,2 Mrd EUR, nach 1,4 Mrd EUR im Vorjahr.
VORSICHTIG IM AUSBLICK
Richemont habe sich im abgelaufenen Quartal gut entwickelt und von einem guten Umsatzwachstum profitiert, wird der Executive Chairman und CEO Johann Rupert in der Mitteilung zitiert. Allein im Monat Dezember ist der Umsatz in Euro (ohne NET-A-PORTER) um 17% gestiegen.
Allerdings dürfte sich das vierte Quartal aufgrund der höheren Vorjahresbasis schwieriger gestalten, so Rupert weiter. Ausserdem werde die Marge vom starken Franken negativ beeinflusst, da die Gruppe zu einem Grossteil in der Schweiz produziert. Die geplanten Veränderungen in den Produktlinien einer der Uhrenmarken von Richemont dürften zusätzlich auf die Marge drücken.
AKTIE VERLIERT
Trotz der sehr guten Umsatzentwicklung verlieren die Richemont-Papiere deutlich an Wert. Bis um 13.40 Uhr geben die Titel um 2,3% auf 55,30 CHF nach, während der Gesamtmarkt (SMI) um 0,34% zulegen kann. Die Konkurrenzpapiere der Swatch Group sinken um 1,8% auf 393,80 CHF.
Händler machen für die Kursverluste in Richemont Gewinnmitnahmen verantwortlich. Schliesslich wurde am Markt bereits in der vergangenen Woche darüber spekuliert, dass das Wachstum über der 30%-Marke liegen könnte. Dies hat in der Vorwoche zu einem Kursanstieg von knapp 5% geführt.
Die Umsatzentwicklung im dritten Quartal gab dagegen kaum Anlass zu Kritik. Wachstumstreiber sei dabei erneut die Region Asien-Pazifik gewesen, hiess es in Marktkommentaren. Dort habe Richemont trotz der schwierigeren Vergleichsbasis positiv überrascht. Zudem wurde auf die sehr gute Entwicklung im Schmuckbereich verwiesen.
ps/rt

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