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(Durchgehend ergänzt um Marktkommentare, aktuelle Kursentwicklung und weitere Details)
Zürich (awp) - Bei der Roche Holding AG kommt es im Top-Management zu einem Wechsel. Chief Financial Officer, Chief Information Officer und stellvertretender Konzernleiter Erich Hunziker verlässt per Ende März 2011 das Unternehmen und geht in den Ruhestand. Nachfolger werde Alan Hippe, teilte der Pharmakonzern am Montag mit. Marktbeobachter äussern sich überrascht, gehen aber mit Hippe von einem problemlosen Übergang aus.
Hunziker wolle sich auf ausgewählte Verwaltungsratsmandate konzentrieren, hiess es zur Zukunft des Finanzchefs. Er ist unter anderem im Verwaltungsrat von Holcim und der Roche-Tochter Chugai tätig. Hunziker wurde 2001 zum CFO und zum Mitglied der Konzernleitung von Roche gewählt. 2005 wurde er stellvertretender Leiter des Konzerns. Fünf Jahre später übernahm er zudem die Aufgabe des Chief Information Officers. Hunziker hatte unter anderem die Finanzierung der vollständigen Übernahme von Genentech mitten in der Finanzkrise zu attraktiven Konditionen organisiert, so Roche weiter.
Nachfolger Alan Hippe war 2002 bis 2009 Mitglied des Vorstandes der Continental-Gruppe. Seit April ist er als CFO bei ThyssenKrupp tätig. Für den Stahlkonzern kam der Abgang am Freitag überraschend. Vor dem Wochenende kursierten Gerüchte am Markt, Hippe könnte zum Autohersteller Daimler wechseln.
Hippe tritt sein neues Amt im April 2011 an. Zudem wird er auch Einsitz in der Konzernleitung nehmen.
Analyst Marcel Brand von Cheuvreux spekuliert in einem Kommentar, dass der Abgang Hunzikers wohl eher von sich aus initiiert wurde und nicht von Roche. Dafür würde auch die zweimonatige Übergangsfrist sprechen, so Brand. David Kägi von der Privatbank Sarasin bezeichnet den Rücktritt von Hunziker als eine Überraschung. Dies könnte vom Markt als leicht negativ ausgelegt werden, da Hunziker bei den Investoren geschätzt worden sei, meint der Analyst.
Alan Hippe verfüge aber mit zwei CFO-Tätigkeiten über einen starken Leistungsausweis, auch wenn er nicht über Industrieerfahrung verfüge, schreibt Kägi. Er kenne sich mit Kostenreduktion und der Implementierung von grossen Restrukturierungen bei ThyssenKrupp aus, was Roche bei den eigenen Plänen dienlich sein könnte.
Gerade hier setzt die Investmentbank Morgan Stanley ihren Kommentar an. Die Finanzierung der Vollübernahme von Genentech von Hunziker sei beeindruckend gewesen, sein Kostenmanagement sei aber weniger effektiv ausgefallen. Roche folge mit der Ernennung eines Branchenaussenseiters dem gegenwärtigen Trend in der Branche. Die Experten der Bank gehen nicht davon aus, dass Hippe auch die Verantwortung für das Amt als CIO übernimmt.
Cheuvreux's Marcel Brand erwartet einen problemlosen Übergang und ist der Meinung, dass es keine Gründe gibt zu glauben, dass irgendwelche versteckten Probleme hinter diesem Managementwechsel stünden.
Die Roche-Papiere steigen bis um 10.15 Uhr um rund 1,2% auf 139,10 CHF, etwas deutlicher als die Aktien des Konkurrenten Novartis (+0,8%). Der Gesamtmarkt, gemessen am SMI, legt derweil um 0,08% zu.
are/rt

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