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Bern (awp/sda) - Kanton Bern und Stadt Burgdorf haben Roche nicht umstimmen können: Der Pharmakonzern beharrt auf der Schliessung seines Bereichs Diabetes Care in Burgdorf. Das teilte die bernische Volkswirtschaftsdirektion am Donnerstag nach Abschluss der Gespräche mit Roche mit.
Immerhin stelle Roche den Betroffenen einen guten Sozialplan zur Verfügung, stellt die Volkswirtschaftsdirektion fest. Die Konzernleitung habe einen "offenen und konstruktiven" Dialog mit der Arbeitnehmervertretung geführt.
Roche, der Kanton Bern und die Stadt Burgdorf wollen sich gemäss einer gemeinsam Erklärung dafür einsetzen, dass keine Festangestellten arbeitslos würden. Der Kanton Bern will je nach Bedarf noch vor Ort ein Regionales Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) einrichten, um die Mitarbeiter optimal betreuen zu können.
Bei der Auslagerung von Aufträgen an Dritte wolle Roche Angebote aus dem Raum Burgdorf und dem Kanton Bern bevorzugt behandeln, heisst es in der Erklärung weiter. Zudem sei die Firma bereit, ein Engagement im Bereich des Wissens- und Technologietransfers insbesondere mit Berner Hochschulen zu konkretisieren. So soll die Marke "Roche" im Kanton Bern weiterhin präsent sein.
Zur Umsetzung der abgeschlossenen Vereinbarung wird eine Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern von Roche, des Kantons Bern und der Stadt Burgdorf eingesetzt. Bis zur Schliessung des Werks im Jahr 2013 wollen Kantonsvertreter, Stadtverwaltung und Roche-Vertreter weiter Kontakt pflegen.
Roche hatte im November im Zuge eines weltweiten Restrukturierungsprogramms entschieden, das Werk zu schliessen und die Tätigkeiten nach Mannheim zu verlegen. Davon sind mehr als 300 Stellen betroffen.
Nach der Bekanntgabe dieses Entscheids forderten sowohl der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher wie auch die Burgdorfer Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch Roche zu Gesprächen auf. Roche war damit einverstanden. In den letzten Wochen hätten mehrere Treffen stattgefunden, heisst es in der Mitteilung. Rickenbacher leitete sie.
Für den Kanton Bern ist die Schliessung von Roche Diabetes Care von besonderer Bedeutung, weil der Entscheid einen der sechs Cluster des Kantons betrifft. Das sind Netze von Unternehmen mit ähnlichen Aktivitäten. Diese Netze - darunter eben den Bereich Medizintechnik - will der Kanton mit seiner Clusterpolitik besonders fördern.
Offenbar wenig Einfluss hatten in den letzten Wochen die Gewerkschaften. Die Belegschaft des Werks verweigerte der Unia ein Verhandlungsmandat und setzte auf den Angestelltenverband Roche (AVR), also sozusagen die interne Gewerkschaft. Ob sie etwas erreicht hat, ist unklar: Ihr Burgdorfer Vertreter war in den letzten Wochen nicht erreichbar.
Mit der Schliessung von Roche Diabetes Care wird ein Stück bernische Industriegeschichte zu Ende gehen. Denn bei ihr handelt es sich um die ehemalige Firma Disetronic.
Der Burgdorfer Industrielle Willy Michel gründete die Firma 1984 zusammen mit seinem Bruder. In den rund zwanzig Jahren bis zum Verkauf an Roche baute er ein Unternehmen mit weltweit bis zu 1250 Angestellten auf. Beim Verkauf an Roche im Jahr 2003 waren es in Burgdorf 360.
1,6 Mrd CHF zahlte Roche damals für die Übernahme von Disetronic. Nicht das ganze Geschäft ging aber an das Basler Unternehmen: Willy Michel sicherte sich für 425 Mio. Franken den Bereich Injektionssysteme. Diesen lagerte er in das später neu gegründete Unternehmen Ypsomed aus.
dm

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