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MÜNCHEN (awp international) - Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli so stark gestiegen wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Der überraschend deutliche Anstieg des wichtigsten deutschen Frühindikators spricht nach Einschätzung von Ökonomen für eine Fortsetzung der zuletzt robusten Konjunkturerholung. "Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune", kommentierte gar Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München das Umfrageergebnis.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist laut Ifo-Institut im Juli von 101,8 Punkten im Vormonat auf 106,2 Punkte gesprungen. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang auf 101,6 Punkte gerechnet. Sowohl die Lagebeurteilung als auch die Erwartungen hellten sich stark auf. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich von revidiert 101,2 Punkten im Vormonat auf 106,8 Punkte. Volkswirte waren hier nur von einem leichten Anstieg auf 101,8 Punkte ausgegangen. Die Erwartungen stiegen von revidiert 102,5 auf 105,5 Punkte. Erwartet worden war hingegen ein Rückgang auf 101,4 Punkte.
GESCHÄFTSLAGE ERHEBLICH VERBESSERT
"Die Unternehmen berichten von einer erheblich besseren Geschäftslage als im vergangenen Monat", sagte Sinn. In der Industrie, aber auch im Grosshandel, im Einzelhandel und im Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima aufgeheitert. In der Industrie liege etwa die Kapazitätsauslastung nur noch leicht unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Dies werde sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. "Die Personalplanungen der Unternehmen sind günstiger als bisher und deuten auf einen leichten Beschäftigungsaufbau hin", sagte Sinn.
Die deutsche Konjunkturlokomotive rollt nach Einschätzung von DekaBank-Experte Andreas Scheuerle weiter. Dieses Signal gehe sowohl von dem überraschend deutlichen Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas als auch von den am Vortag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus. "Die Daten zeigen, in welch guter Verfassung Deutschland ist." Die deutsche Konjunktur brumme richtig. Etwas überzeichnet sei die Entwicklung im Juli allerdings durch die Hitzewelle, die Fussballweltmeisterschaft und verkürzte Werksferien.
WELTWIRTSCHAFT STÜTZT
"Der deutlich gestiegene Ifo-Geschäftsklimaindex signalisiert auch für das dritte Quartal ein kräftiges Wachstum", sagte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Der Indikator deute zudem auf eine starke Gewinnentwicklung der Unternehmen hin. Getrieben werde die Erholung der Konjunktur vor allem durch das starke Wachstum der Weltwirtschaft. Auch der schwächere Eurokurs helfe hier. Skeptischer äusserten sich jedoch die Volkswirte der Landesbank Baden-Württemberg, die in dem starken Anstieg ein Ausreisser sehen: "Dieser Anstieg des Geschäftsklimas passt kaum in die Landschaft, die von Skepsis über die US-Konjunktur, Sorgen um die Staatsfinanzen im Euroraum und der Diskussion über den Bankenstresstest beherrscht wird."
Der Eurokurs stieg nach der Veröffentlichung der Daten von 1,2880 US-Dollar auf in ein Tageshoch von 1,2967 Dollar. Der deutsche Aktienmarkt weitete nach der Veröffentlichung der Daten seine Gewinne aus, während der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future merklich unter Druck geriet.
Das Ifo-Geschäftsklima ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf einer monatlichen Umfrage bei rund 7.000 Unternehmen.
jsl/jha/

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