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MONTE CARLO (awp international) - Trotz des katastrophenreichen ersten Halbjahres sollten sich die Rückversicherer nach Ansicht von Experten kurzfristig kaum Hoffnung auf steigende Preise im Geschäft mit den Erstversicherern machen. "2011 werden die Prämien im Nichtleben-Bereich im dritten Jahr in Folge zurückgehen", sagte der Strategiechef des weltgrössten Rückversicherungsmaklers Aon Benfield, Bryon Ehrhart, am Sonntag bei dem Rückversicherertreffen "Rendez-vous de Septembre" in Monte Carlo. Die schwache Nachfrage der Erstversicherer drückt auf die Konditionen. Marktführer Munich Re zeigt sich dennoch optimistisch und will das Preisniveau stabil halten.
Nach Einschätzung von Moody's könnte kurzfristig vor allem ein Ereignis von der Grösse des Hurrikans "Katrina" von 2005 den Preistrend umkehren. Eine Katastrophe mit einem Schaden von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar würde die Nachfrage der Erstversicherer nach Rückversicherungsschutz vermutlich wieder anspringen lassen, sagte Versicherungsexperte James Eck von der Ratingagentur Moody's. Dann hätte die Branche allerdings zunächst immense Belastungen zu tragen.
Auch vermehrte Übernahmen in der Branche und eine Fortsetzung der Aktienrückkäufe könnten zu einem Ausgleich von Nachfrage und Angebot führen, schätzt Eck. Dem stehen jedoch die wirtschaftliche Lage und die Unsicherheit um die künftigen Eigenkapitalregeln mit dem Titel Solvency II entgegen.
"Versicherungsunternehmen halten sich mit Zukäufen derzeit zurück", sagte Miles Trotter, Analytiker bei der auf Versicherer spezialisierten Ratingagentur A.M. Best. Sie warteten auf die endgültige Fassung von Solvency II, um die Übernahmekandidaten und ihre eigene Kapitalsituation richtig einschätzen können. Auch für potenzielle Verkäufer ist die Lage nicht rosig. "Die Aktien der Branche werden seit zwei Jahren unter ihrem Buchwert gehandelt", sagt Moody's-Experte Eck. Ein Verkauf sollte jedoch nach Möglichkeit einen Gewinn einbringen. Zurückhaltend äusserte sich auch der Rückversicherungsvorstand der Munich Re, Torsten Jeworrek. Man werde sehen müssen, ob sich entsprechende Gelegenheiten ergäben, sagte er. Es gebe aber keine Notwendigkeit, das Überschusskapital der Munich Re auszugeben.
Ihr Geld können die Rückversicherer nach Ansicht von Aon Benfield gut gebrauchen. "Die Branche ist nur überkapitalisiert, solange es kein grosses Schadenereignis gibt", sagt der Chef des Maklers, Michael O'Halleran. Zudem könnte den Unternehmen in den kommenden Jahren auch die Inflation zu schaffen machen. Zum einen, weil durch die Geldentwertung die Kosten für Schäden wachsen, die Prämien aber jeweils schon Monate zuvor ausgehandelt wurden. Zum anderen, weil die Wirtschaft darunter leiden und die Schäden in bestimmten Versicherungssparten steigen lassen könnte. Nach Einschätzung von A.M.-Best-Experte John Andre hat die Branche allerdings aus den Erfahrungen früherer Jahre gelernt und liessen sich nicht zu Dumpingpreisen hinreissen, um Marktanteile zu gewinnen. "Wir sind damit sehr zufrieden", sagte er./stw/he

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