Russischer Staatsanwalt Wolkow ermittelt Korruptionsvorwürfe in der Schweiz

Der russische Staatsanwalt Nikolai Wolkow (Bild) ist am Montag (22.11.) zu einem zehntägigen Besuch in Bern eingetroffen. Er soll sich an Zeugenanhörungen in der Untersuchung der "Aeroflot-Affäre" beteiligen.

Dieser Inhalt wurde am 22. November 1999 - 15:34 publiziert

Der russische Staatsanwalt Nikolai Wolkow ist am Montag (22.11.) zu einem zehntägigen Besuch in Bern eingetroffen. Er soll sich an Zeugenanhörungen in der Untersuchung der "Aeroflot-Affäre" beteiligen. Verantwortlichen der russischen Fluggesellschaft wird Geldwäscherei vorgeworfen.

Wolkow traf am Montagmorgen mit dem stellvertretenden Bundesanwalt Felix Bänziger sowie weiteren Vertretern der Bundesanwaltschaft (BA) und des Bundesamtes für Polizeiwesen zusammen (BAP), wie BA-Sprecher Dominique Reymond erklärte.

Das Aeroflot-Dossier sei nicht alleiniger Gegenstand des Besuchs, sagte Reymond weiter: Es sei vielmehr ein Informationsaustausch über die verschiedenen hängigen Rechtshilfe-Fällen vorgesehen. Unter anderem dürfte dabei die Korruptionsaffäre "Mabetex" zur Sprache kommen, auch wenn der Fall mittlerweile von Staatsanwalt Ruslan Tamajew betreut wird.

BA-Sprecher Reymond kündigte an, auch Staatsanwalt Tamajew plane einen Schweiz-Besuch. Ein Termin sei aber noch nicht festgelegt worden.

Vor seinem Abflug in die Schweiz hatte Staatsanwalt Wolkow gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax erklärt, er werde die wichtigsten Zeugen, also die Chefs der Gesellschaften Andava und Forus, anhören. Die Anhörungen werden von der Bundesanwaltschaft in Anwesenheit von Wolkow geführt.

Wolkow erhofft sich vom Besuch Dokumente, die eine Verbindung zwischen den beiden Firmen und dem russischen Magnaten Boris Beresowski beweisen. Wolkow hatte kürzlich einige nebensächliche Anschuldigungen gegen den Jelzin nahe stenden Milliardär fallen lassen, ermittelt aber in anderen, wichtigen Aspekten weiter.

Verantwortliche der Aeroflot werden verdächtigt, der Fluggesellschaft über die Forus und Andava auf illegale Weise 600 Millionen Dollars entzogen zu haben. Die BA liess am 1. Juli Büros der beiden Lausanner Firmen durchsuchen. Mehrere Konten wurden blockiert. Die Firmen haben alle Anschuldigungen zurückgewiesen.

SRI und Agenturen

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