Navigation

RWE erwartet gesunkenen Energieabsatz im dritten Quartal

Dieser Inhalt wurde am 27. Oktober 2009 - 12:10 publiziert

FRANKFURT (awp international) - Der Absatz des Energiekonzerns RWE ist nach Einschätzung von Vorstandschef Jürgen Grossmann im dritten Quartal weiter zurückgegangen. Besonders im August sei der Verbrauch wegen langer Stillstände in der Wirtschaft eingebrochen, sagte der Konzernvorsitzende am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt. Die Industrieunternehmen tendierten dazu, ihre Produktion wegen der Wirtschaftskrise länger am Stück zu schliessen und dafür die übrige Zeit möglichst voll auszulasten.
Bereits im April hatte es einen heftigen Absatzeinbruch gegeben. Bis Juli sei es dann aufwärts gegangen, erklärte Grossmann. Seit September zeichne sich nach dem neuerlichen Einbruch im August nun wieder ein Aufwärtstrend ab, der wohl bis November anhalten werde. "Im Dezember rechne ich wieder mit drastischen Rückgängen wegen der verlängerten Weihnachtsstillstände der Unternehmen."
KRISE IM ERGEBNIS BISLANG KAUM ZU SPÜREN
Im Ergebnis spürt RWE die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bislang kaum. Grossmann führte dies zum einen auf die langfristigen Lieferverträge mit den Kunden. Von der Stromproduktion des kommenden Jahres habe RWE inzwischen mehr als 90 Prozent zu festen Preisen verkauft, für 2011 liege die Quote bei 70 Prozent, 2012 bei 30 bis 40 Prozent. Zum anderen gewinne das Handelsgeschäft angesichts der gesunkenen Strompreise an Bedeutung. Da die Preise an der Leipziger Strombörse EEX inzwischen häufig die Produktionskosten in den RWE-Kraftwerken unterschritten, kauft RWE den Strom für seine Kunden öfter dort ein. Dass dies zu Lasten der Erzeugungssparte gehe, wollte Grossmann allerdings nicht sagen. Er sprach vielmehr davon, dass sich die beiden Bereiche gut ergänzten.
Nach der vor knapp einem Monat abgeschlossenen milliardenschweren Übernahme des niederländischen Versorgers Essent kündigte Grossmann für die nächste Zeit eine abwartende Akquisitionsstrategie an. Den Kauf des polnischen Versorgers Enea, der sich noch grösstenteils in der Hand des Staates befindet, hatte der Konzern vor knapp zwei Wochen vorläufig ad acta gelegt. "Der gefordert Preis war zu hoch", sagte Grossmann. Er bekräftigte aber, weiterhin Interesse an einer Übernahme in Polen zu haben, wenn sich die Preisvorstellungen änderten. Schwerpunkt der Wachstumsstrategie sei Zentral- und Osteuropa. Dazu zähle auch die Türkei, wo RWE bereits den Bau der Nabucco-Erdgaspipeline vorantreibt./nl/gr/tw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?