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(neu: Aussagen von Konzernchef Grossmann aus der PK, Details, Aktienkurs)
ESSEN (awp international) - Der zweitgrösste deutsche Versorger RWE erwartet in den kommenden Jahren angesichts der politischen Veränderungen auf dem Energiemarkt und eines sich verschärfenden Wettbewerbs einen drastischen Einbruch des Gewinns. Der bereinigte Überschuss wird den Prognosen zufolge bis 2013 bei 2 Milliarden Euro liegen, das wäre nur noch gut die Hälfte des Ergebnisses vom vergangenen Jahr. Erst danach sieht Konzernchef Jürgen Grossmann wieder Licht. Er will nun mit Unternehmensverkäufen, Investitionskürzungen und einem verstärkten Sparprogramm gegensteuern. Ein Strategiewechsel soll das aber nicht sein. Die Aktie war bis zum Mittag mit einem Minus von mehr als fünf Prozent der schlechteste Wert im Dax.
"Das Tal werden wir bis 2013 durchschritten haben, danach können wir wieder zu neuen Höhen aufbrechen", sagte der Konzernchef am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Essen. Allein die Steuer auf Brennelemente für Atomkraftwerke werde das Ergebnis von RWE vom laufenden Jahr an mit durchschnittlich 600 bis 700 Millionen Euro jährlich belasten. Weitere Gründe für den erwarteten Ergebnisrückgang sind sinkende Margen bei der Stromerzeugung und ein steigender Wettbewerb auf dem Gasmarkt. Hier nimmt das Unternehmen aufgrund langfristiger, an den Ölpreis gekoppelter Lieferverträge wie mit dem russischen Gaslieferanten Gazprom beim Weiterverkauf zum Teil weniger ein als es bezahlen muss. Bis 2013 hofft Grossmann, zur Zeit laufende Nachverhandlungen zu einem positiven Abschluss zu bringen.
UNTERNEHMENSVERKÄUFE
RWE plant zudem den Verkauf von Unternehmensteilen und Beteiligungen und will damit bis 2013 bis zu acht Milliarden Euro einnehmen. Ob etwa die Mehrheit am Höchstspannungsnetz Amprion kurz vor der Veräusserung steht, blieb offen. Dabei prüft RWE nach bisherigen Aussagen eine Beteiligung institutioneller Investoren als Partner für das Netz. "Wir stellen nichts ins Schaufenster mit einem Preisschild dran", sagte Grossmann. Es gebe Interessenten für einzelne Kraftwerke, zudem könne sich RWE den Verkauf von Minderheitsanteilen an Unternehmensteilen vorstellen. Mehr Details gab es dazu nicht.
Grossmann betonte, dass dies kein Strategiewechsel sei. "Unser Kernmarkt bleibt Europa", sagte der Konzernchef und grenzte sich damit vom Wettbewerber Eon ab, der inzwischen auch das aussereuropäische Ausland ins Visier nimmt. Die Düsseldorfer wollen bis 2013 mit Verkäufen 15 Milliarden Euro einnehmen. Der schwedische Versorger Vattenfall plant ebenfalls Verkäufe.
INVESTITIONSPROGRAMM GEKÜRZT
Sein Sparprogramm stockt RWE derweil um 200 Millionen Euro auf. Bis 2012 will der Konzern im Vergleich zu 2006 die Kosten um 1,4 Milliarden Euro drücken. Grössere Stellenstreichungen soll es in Deutschland nicht geben. Das bisher auf 21 Milliarden Euro angelegte Investitionsprogramm bis 2013 streicht der Konzern auf 18 Milliarden Euro zusammen. Dabei soll in die Öl- und Gasförderung künftig mehr Geld gesteckt werden. Bei den konventionellen Kraftwerken zieht das Unternehmen seine bisherigen Pläne durch - so sind etwa sieben neue Kraftwerke in Deutschland, den Niederlanden, Grossbritannien und in der Türkei im Bau. Darüber hinaus will RWE hier aber erstmal nicht weiter investieren. Bei den Erneuerbaren Energien wird sich der Aufbau einer angestrebten Leistung von 4.500 Megawatt von 2012 auf 2014 verschieben. Das liegt auch an Verzögerungen beim Bau von Windparks auf hoher See.
Im laufenden Jahr sollen die bevorstehenden Belastungen das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 15 Prozent drücken. 2010 konnte RWE das EBITDA dank Zuwächsen beim Strom- und Gasabsatz noch um 11,9 Prozent auf 10,26 Milliarden Euro steigern. Beim betrieblichen Ergebnis, in dem Abschreibungen enthalten sind und das 2010 noch um 8 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro gestiegen war, erwarten die Essener 2011 einen Rückgang um 20 Prozent.
KEINE MINDESTDIVIDENDE
Das für die Dividendenberechnung massgebliche sogenannte nachhaltige Nettoergebnis - hier sind stets Absicherungsgeschäfte im Energiehandel herausgerechnet - soll um 30 Prozent zurückgehen. Es war 2010 noch um 6,2 Prozent auf 3,75 Milliarden Euro gestiegen. Der übernommene niederländische Versorger Essent und der stärkere Einsatz des Atomkraftwerks Biblis trugen zum Ergebnis bei und konnten eine schlechtere Entwicklung des Handelsergebnisses ausgleichen. Die Dividende will RWE mit 3,50 Euro auf dem Niveau des Vorjahres belassen. Künftig sollen weiterhin 50 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses ausgeschüttet werden, die Dividende wird also sinken. Eine Mindestgarantie wie Eon will RWE aber nicht geben.
Für 2013, wenn das Unternehmen die CO2-Zertifikate nicht mehr kostenfrei zugeteilt bekommt, rechnet RWE mit einem EBITDA von 8 Milliarden Euro, das betriebliche Ergebnis werde bei 5 Milliarden Euro liegen und das bereinigte Nettoergebnis bei 2 Milliarden Euro. Zurzeit kauft RWE jährlich 40 bis 60 Millionen CO2-Zertifikate, in zwei Jahren werden es 150 bis 160 Millionen Zertifikate sein./nmu/enl/wiz

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