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RWE schliesst Verkauf von American Water fast ab

Dieser Inhalt wurde am 18. November 2009 - 11:30 publiziert

ESSEN (awp international) - Das kostspielige US-Abenteuer des Energiekonzerns RWE ist so gut wie beendet. Der Versorger verkaufte weitere 37,4 Millionen Aktien am Wasserversorger American Water und reduzierte dadurch seine Beteiligung von 23,5 auf 2,1 Prozent, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Essen mitteilte. RWE erzielte einen Nettoerlös von 784 Millionen Dollar (527 Millionen Euro). Zudem hat der Käufer, ein Bankenkonsortium, eine Mehrzuteilungsoption zum Erwerb der bei RWE verbliebenen 3,7 Millionen Aktien (Greenshoe). Die Option kann binnen 30 Tagen ausgeübt werden. Danach wäre RWE seine Beteiligung an American Water komplett los.
Der deutsche Konzern hatte American Water 2003 für gut 4,5 Milliarden Euro gekauft und zudem Schulden übernommen. Der damalige RWE-Chef Dietmar Kuhnt wollte RWE zum weltgrössten Wasserversorger machen. Diesen Plan gab Nachfolger Harry Roels aber in einem spektakulären Strategiewechsel auf. Seitdem konzentriert sich RWE auf das margenstarke Strom- und Gasgeschäft. Bereits seit 2006 verkauft ist der britische Wasserversorger Thames Water.
VERÄUSSERUNG STIESS AUF PROBLEME
Dagegen zog sich die Veräusserung von American Water lange hin. Erst 2008 gelang es RWE, 40 Prozent der Aktien an die Börse zu bringen. Parallel schrieb der Konzern 600 Millionen Euro ab. Es war die zweite Wertberichtigung: Bereits 2006 hatte der Konzern 760 Millionen Euro auf American Water abgeschrieben. Die Krise an den Finanzmärkten bremste den weiteren Verkauf. Erst im Juni konnte RWE seinen Anteil auf unter 50 Prozent senken und damit die Beteiligung entkonsolidieren. Im August folgte ein weiteres American-Water-Scheibchen und nun der verbliebene Rest.
Der amtierende RWE-Chef Jürgen Grossmann will den Konzern künftig auf Europa beschränken. Nach der Übernahme des niederländischen Versorgers Essent zum 1. Oktober sieht er vor allem in Ost- und Südosteuropa Wachstumschancen. Einzig die Erneuerbare-Energien-Tochter RWE Innogy blickt weiter auf die USA. Spartenchef Fritz Vahrenholt kündigte kürzlich an, ins dortige Biomasse-Geschäft einsteigen zu wollen.
nl/ep/tw

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