Sabena-Piloten streiken den vierten Tag in Folge

Rund die Hälfte der Sabena-Flugzeuge bleibt seit Tagen am Boden - die Kosten dafür sind immens. Keystone Archive

Die belgische Fluggesellschaft Sabena hat am Montag wegen des andauernden Streiks ihrer Piloten erneut fast die Hälfte ihrer Flüge abgesagt. Die 200 Millionen Franken, welche die Swissair am Montag an Sabena hätte überweisen sollen, blieben aus. Sabena will den Betrieb trotzdem weiter führen.

Dieser Inhalt wurde am 01. Oktober 2001 - 19:39 publiziert

Sabena-Sprecher Wilfried Remans erklärte in Brüssel, 10 von 22 innereuropäischen Flügen seien gestrichen worden. Bis 17 Uhr fiel insgesamt ein Drittel aller Flüge aus, darunter alle in die USA. Darüber hinaus strich die Gesellschaft ihre Strecke nach Washington. Die für Ende des Monats geplante Stilllegung sei wegen des seit vier Tagen andauernden Streiks vorgezogen worden, erklärte Remans.

Nachdem Swissair am Montagabend ihren Entscheid zur Radikalkur bekanntgegeben hatte, liess Sabena in Brüssel verlauten, sie werde ihre Aktivitäten weiterführen. Die Sabena gehört zu 49,5% der Swissair und zur Mehrheit dem belgischen Staat.

Piloten gegen den Rest der Gewerkschaften

Sabena hatte am letzten Mittwoch mit drei beteiligten Gewerkschaften einen Sanierungsplan vereinbart, der den Abbau von 2'000 der 12'000 Arbeitsplätze und die Streichung von Flügen vorsieht. Die rund 1'000 Piloten waren an diesen Verhandlungen nicht beteiligt. Die belgische Cockpit-Vereinigung bezeichnete den Ausstand als Notmassnahme, um die Öffentlichkeit und die belgische Regierung zu alarmieren. Die Umsetzung des Plans werde das Ende von Sabena bedeuten.

Ein mehrstündiges Treffen zwischen den Piloten und dem Verwaltungsrats-Präsidenten brachte am Montag vorläufig kein Ergebnis.

Swissair weiss nicht, woher 200 Millionen nehmen

Anteilseigner der Fluggesellschaft sind der belgische Staat und die Swissair, die ihrerseits den Schweizer Staat um Hilfe gerufen hat. Swissair-Chef Mario Corti hatte bereits am Freitagabend deutlich gemacht, dass die Luftverkehrsholding in einem akuten Liquiditäts-Engpass steckt. Die Swissair weiss deshalb nicht, woher sie die 200 Mio. Franken nehmen soll, die am Montag an die Sabena fällig wurden. Der Betrag sei nicht überwiesen worden, teilte Swissair-Chef Mario Corti am Montagabend mit.

Am Mittwoch findet die ausserordentliche Aktionärs-Versammlung der Sabena statt, an der über die Umwandlung der neuen Zuschüsse in Sabena-Kapital beschlossen werden soll. Demnach muss die Swissair den Betrag bis Mittwoch überwiesen haben.

swissinfo und Agenturen

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