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SAir-Gläubiger vor heissem Mittwoch

Swissair Sachwalter Karl Wüthrich inmitten der SAirGroup-Akten.

(Keystone)

Am nächsten Mittwoch sollen die Gläubiger etwas über die Verantwortung der Kader erfahren. Der Streit um die Marke Swissair ist noch nicht beendet.

Auf die Frage, was er denn von der Gläubigerversammlung vom Mittwoch erwarte, sagte Swissair-Sachwalter Karl Wüthrich in der "Finanz und Wirtschaft" vom Samstag: "Der eine oder andere Gläubiger wird wohl die Gelegenheit wahrnehmen, den Kropf zu leeren. Dann werden die Liquidationsorgane - Liquidator und Gläubigerausschuss - zu bestimmen sein. Mein Anliegen ist, dass der Ausschuss ausgewogen mit Vertretern von Obligationären, Finanzinstituten, Arbeitnehmern, Lieferanten und von ausländischen Töchtern besetzt wird."

Im Herbst dieses Jahres will Wüthrich zudem zusammen mit dem Beratungs- und Prüfunternehmen Ernst & Young einen ersten Bericht zu der Untersuchung der Verantwortlichkeiten der Organe der Swissair vorlegen.

Eventuelle Klage der Liquidatoren

Die Frage, ob Swiss die Marke Swissair verletze, sei noch nicht entschieden, sagte Wüthrich weiter. Der Entscheid des Zürcher Handelsgerichts, wonach keine Verwechslungsgefahr zwischen der Marke Swissair und Swiss bestehe, sei ein "Schnellschuss" gewesen, kritisierte Wüthrich.

Schliesslich habe die Swiss wenige Wochen nach ihrem Start mit "97 Jahren Erfahrung" geworben. Ob der Wert eingeklagt werde, würden die Liquidations-Organe entscheiden.

US-Finanztochter erschwert Gate-Gourmet-Verkauf

Weiter äusserte sich Wüthrich zur Übernahme von Gate Gourmet durch die Texas Pacific Group, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Auseinandersetzung mit der US-Finanztochter der SAirGroup sei hart und langwierig, sagte er.

Hinter der US-Tochter stünden professionelle Händler von notleidenden Anleihen. Diese wollten den Gewinn maximieren, und nicht den Verlust minimieren.

Über die SAirGroup ist im Nachlassverfahren eine wahre Forderungslawine hereingebrochen. Laut dem von Wüthrich veröffentlichten Status per 5. Oktober 2001 erreichen die gegenüber der Gruppe geltend gemachten oder aus den Büchern ersichtlichen Forderungen 38,1 Mrd. Franken. Dieser Summe stehen Aktiven von 1,6 Mrd. Fr. gegenüber.

Von den Forderungen an die SAirGroup in Höhe von 38 Mrd. Fr. seien allein 12 Mrd. Franken auf Schadenersatz-Forderungen ehemaliger ausländischer Tochtergesellschaften zurückzuführen, sagte Wüthrich. Weitere 3 Mrd. Franken fordern die beiden ausländischen Finanztöchter der SAirGroup. Ein grosser Brocken seien auch die Leasing-Verträge.

Angesichts der niedrigen Nachlassdividende zwischen 4 und 12 Prozent könne nicht mehr verteilt werden, als dass Substanz da sei, sagte der Sachwalter.

Kritik an Obligationenrecht

Am Fall der Swissair schmerze, dass das Unheil hätte abgewendet werden können, wenn früher ein "Worst-Case-Szenario" entwickelt worden wäre. Konzernchef Mario Corti habe seiner Auffassung nach noch im Sommer 2001 eine Chance gehabt, die Swissair zu retten. "Aber man hätte anders vorgehen müssen." Der Zustand der SAirGroup habe eine harte Sanierung verlangt.

Kritik übte Wüthrich auch am Obligationenrecht. Der Artikel 725, der Unterbilanz und Überschuldung definiere, sei nicht das richtige Druckmittel, damit eine Unternehmensführung frühzeitig eine Sanierung einleite. Die meisten Unternehmen würden ein halbes Jahr vor dem Konkurs noch keine solche Unterbilanz ausweisen.

swissinfo und Agenturen

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