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SAir weiterhin auf Sinkflug

Die SAirGroup-Aktie erreichte am Dienstag erneut ein Rekordtief und fiel zeitweise unter 170 Franken.

(Keystone)

Die SAir-Aktien haben am Dienstag (13.03.) auch nach ihrem Kurssturz vom Vortag noch keinen Boden gefunden. Die Titel sackten weiter ab. Die NZZ bezifferte unterdessen das Finanzloch unter Berufung auf einen SAir-Verantwortlichen auf über 2,5 Mrd. Franken. Das Unternehmen schweigt weiter.

Die Hinweise auf einen Riesenverlust bei der SAirGroup im vergangenen Jahr verdichten sich. Die Swissair habe allein im operationellen Fluggeschäft im letzten Jahr auf konsolidierter Basis mehr als eine Milliarde Franken verloren, berichtete die "Neue Zürcher Zeitung" am Dienstag (13.03.) unter Berufung auf einen Informanten bei der SAirGroup.

Würden angemessene Rückstellungen auf den Beteiligungen in Belgien, Frankreich, Deutschland und anderswo gebildet, müsse mit einem Finanzloch von mehr als 2,5 Mrd. Franken gerechnet werden. Bereits sei ein Bankenkonsortium gebildet worden, das die beklagenswerte Situation auffangen solle, schreibt das Blatt.

Bei der SAirGroup wurden die Zahlen am Dienstag nicht kommentiert. Ein Sprecher verwies auf den Beschluss des Verwaltungsrats, vor dem 2. April keine Zahlen zu nennen. Diese Politik, die entgegen den Anträgen der internen Kommunikations-Berater beschlossen worden war, löste am Dienstag weitere Verkäufe an der Börse aus.

Nach dem dramatischen Kurssturz vom Montag verlor die Aktie vorübergehend nochmals über vier Prozent, fing sich aber am Nachmittag wieder auf lag gegen Handelsschluss auf dem Vortagesniveau. Händler gingen davon aus, dass keine Ruhe einkehren wird, solange die SAirGroup die Zahlen nicht auf den Tisch legt. Verwaltungsrats-Präsident Eric Honegger hatte am Vortag erklärt, die intern bekannten Zahlen müssten zuerst vom Verwaltungsrat genehmigt werden. Man lasse sich die Informationspolitik nicht von den Medien diktieren.

VR-Mitglied Mühlemann rechtfertigt sich

Die vom zurücktretenden Verwaltungsrat beschlossene Strategie des Schweigens wurde am Dienstag auch von VR-Mitglied Lukas Mühlemann durchbrochen. An der Bilanz-Pressekonferenz der Credit Suisse Group (CSG) sagte Mühlemann, er stehe zu seiner Mitverantwortung, fügte aber hinzu: "Gleichzeitig ist es ein offenes Geheimnis, dass ich mich im Rahmen meines Verwaltungsratsmandats bei der SAirGroup seit längerem für einen Strategiewechsel und für personelle Veränderungen eingesetzt habe."

Diese Veränderungen müssten selbstverständlich auch den Verwaltungsrat umfassen, denn er trage letztlich die Verantwortung. Mühlemann bekräftigte zudem, dass er noch ein Jahr in dem SAir-Führungsgremium bleiben und einen persönlichen Beitrag für die Zukunft der SAirGroup leisten wolle, falls die Generalversammlung dies will.

VPOD erwägt Klage gegen Verwaltungsrat

Die Sektion Luftverkehr des Schweizerischen Verbands des Personal öffentlicher Dienste (VPOD) kritisierte den SAir-Verwaltungsrat am Dienstag scharf. Er habe Milliarden in den Sand gesetzt und müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden. Der VPOD erwäge deshalb eine Klage. Ausserdem wehrt sich der Verband gegen einen Verkauf von profitablen Unternehmensteilen. Ein Verkauf von Gate Gourmet wäre für den SAir-Konzern und für den Flugbetrieb katastrophal, schreibt der VPOD in einer Mitteilung. Diese "profitable Perle" dürfe weder wegen Liquiditäts-Engpässen noch auf Druck der Banken verkauft werden.

In Lugano haben sich auch die Parlamentsfraktionen mit der Krise bei der SAir beschäftigt. FDP-Präsident Franz Steinegger meinte gegenüber Radio DRS, dass sich der Bund bei einer allfälligen Kapital-Erhöhung der SAirGroup durch Aktienkäufe stärker an dem Unternehmen beiteiligen könnte. Davon wollte die SP gar nichts wissen: Der Bund soll nicht Unternehmen sanieren, die Private in die Krise geritten hätten. Die SP erwägt indes eine Verantwortlichkeits-Klage gegen den Verwaltungsrat.

swissinfo und Agenturen

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