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SAirGroup: Differenzen über die Strategie führten zum Eklat

(Keystone)

Der Rücktritt von SAirLines-Chef Moritz Suter nach nur sechs Wochen im Amt ist nach Ansicht von Analysten eine weitere Hiobsbotschaft für die bereits arg gebeutelte SAirGroup. Das Unternehmen durchlaufe die schwierigste Phase seiner Geschichte. Die Aktien der SAirGroup gaben an der Börse kräftig nach.

Differenzen über die Strategie bei den Beteiligungen dürften zum Eklat an der Spitze der SAirGroup geführt haben, sagten am Mittwoch (07.03.) übereinstimmend Jakob Schöchli, Airline-Analyst bei der Bank Leu, und Britta Simon, Airline-Analystin bei der Bank Sarasin.

Suter habe vermutlich einen Totalausstieg bei den Beteiligungen in Belgien (Sabena) und Frankreich (Air Littoral, Air Liberté und AOM) angestrebt. Er sei ein Mann mit klaren Prinzipien, habe in dieser Frage bei der SAir-Spitze aber wohl auf Granit gebissen.

Ungünstiger Zeitpunkt

Für die SAir-Group komme der Rücktritt Suters zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, sagte Simon. Der Konzern müsse nun so rasch wie möglich einen Konzernchef für die gesamte Gruppe finden. Eric Honegger, Verwaltungsrats-Präsident und interimistischer Konzernchef, sei bekanntlich kein Airline-Spezialist, auch wenn er Unterstützung durch ein Projektteam erhalte.

Einen Ausstieg aus den Beteiligungen in Belgien und Frankreich hält Simon für sinnvoll. Die Restrukturierung und Sanierung der Beteiligungen ohne die Unterstützung der Gewerkschaften sei allem Anschein nach unmöglich und drohe für die SAirGroup zu einem Fass ohne Boden zu werden.

Strategie überdenken

Nach Ansicht des neuen Chefs der SAir-Tochter Crossair, André Dosé, muss die SairGroup ihre Strategie völlig neu überdenken. Die eigentlichen Probleme betreffen weder die Swissair noch die Crossair. Sie seien jenseits der Grenzen, in Frankreich und in Belgien, zu suchen.

"Wir müssen eine rasche Lösung finden, damit die Krise in Frankreich und in Belgien nicht den Rest der Gruppe in eine Schieflage bringt.", erklärte Dosé vor den Medien in Genf. Das Vertrauen der Kunden und der Finanzinstitute sowie das Ansehen des gesamten Konzerns stehe auf dem Spiel, sagte er weiter

Schwierigste Phase in der Geschichte

"Die SAirGroup mit ihrem Flaggschiff Swissair durchleben derzeit die schwierigste Phase in ihrer Geschichte", sagte Michel Auch, Analyst bei der Bank Ferrier & Lullin. Die Investoren seien schon jetzt hochgradig verunsichert.

Der Rücktritt Suters zeige, dass es grosse interne Probleme bei der SairGroup gebe. Er lege offen, dass die SAirGroup über keine klare Strategie verfüge, sagte Pascal Franc von der Bank Mirabaud. Das werfe ein schlechtes Licht auf den Verwaltungsrat.

Die SAirGroup benötige nun einen klaren Kopf, um eine Strategie zu entwickeln, sagte Franc weiter. Einschneidende Massnahmen seien nötig, ähnlich jenen des Sulzer-Konzerns.

Aktien im Sinkflug

Einen Tag nach dem Rücktritt von Moritz Suter haben die Aktien der SAirGroup an der Schweizer Börse SMX kräftig nachgegeben. Die SAirGroup verloren im frühen Geschäft an der knapp gehaltenen SWX 6 Prozent oder 11,75 Franken auf 189,50 Franken.

swissinfo und Agenturen

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