Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

SALZGITTER (awp international) - Nach einem Verlust von fast 400 Millionen Euro im Krisenjahr 2009 rechnet der zweitgrösste deutsche Stahlhersteller Salzgitter auch 2010 mit einem schwierigen Geschäft. Der Dax-Konzern hält nach eigenen Angaben vom Freitag zwar wieder einen Vorsteuergewinn im zweistelligen Millionenbereich für möglich, warnte aber zugleich vor "erheblichen" Risiken. Grosse Sorgen bereitet den Niedersachsen die Preisexplosion auf den Rohstoffmärkten. Zugleich sei die Erholung auf den Stahl- und Maschinenbaumärkten weiter unsicher. Ein verlässlicher Ausblick mit konkreten Zahlen könne daher nicht gegeben werden.
Zum Handelsauftakt verlor die Aktie knapp 2 Prozent an Wert. Der Ausblick klinge nicht gut, sagte ein Händler. Analysten hatten auf mehr Optimismus gehofft, zumal der Konzern seine Bilanz für das laufende Jahr von drohenden Altlasten befreit hatte. Wertberichtigungen und Kosten für Restrukturierungen von zusammen 335 Millionen Euro verbuchte der Vorstand im Krisenjahr 2009. Das führte zu einem Konzernfehlbetrag von 387 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte Salzgitter noch einen Überschuss von 677 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Vorsteuerverlust belief sich 2009 auf fast eine halbe Milliarde Euro. Der Umsatz sank um ein Drittel auf 7,8 Milliarden Euro. Händler werteten die Zahlen als "gemischt".
Das vergangenen Jahr gehe als eines der schwierigsten in die 150-jährige Unternehmensgeschichte ein, hiess es von Konzernseite. Allein im Unternehmensbereich Stahl musste Salzgitter einen Vorsteuerverlust von 373,5 Millionen Euro hinnehmen. Die Branche war von der Wirtschaftskrise schwer betroffen. Nach sieben guten Jahren brachen im Herbst 2008 wegen der Einbrüche im Automobilbereich und im Maschinenbau praktisch über Nacht die Aufträge weg. Erschwert wurde die Lage durch volle Lager. Die Preise fielen fast ins Bodenlose. Erst im vergangenen Sommer gab es eine leichte Belebung, die allerdings auch bei Salzgitter nicht reichte, um die Einbussen der ersten Jahreshälfte wettzumachen. Zumindest gab es im vierten Quartal wieder operativ einen Gewinn.
Neben dem Ergebnisbeitrag von 60 Millionen Euro durch die Beteiligung am Kupferhersteller Aurubis erwies sich lediglich das Röhrengeschäft im vergangenen Jahr noch als krisenresistent und erwirtschaftet einen deutlichen Gewinn. Der Bereich profitierte von seinem hohen Auftragsbestand aus der Boomphase. Im laufenden Jahr allerdings rechnet der Vorstand in diesem Segment mit einem deutlichen Ergebnisrückgang. Ob die Sparte weiter profitabel bleibt, hänge von der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten ab.
Das gilt auch für das Stahlgeschäft. Die Aufträge seien zwar zuletzt wieder deutlich gestiegen. Zudem konnte Salzgitter höhere Preise durchsetzen und rechnet daher mit einem Umsatzwachstum. Die Verteuerung von Erzen und Kohle sei aber eine grosse Gefahr. Die gesamte Stahlbranche hatte zuletzt bereits massiv vor den rasant steigenden Rohstoffpreisen gewarnt. Diese hätten sich von den realen Wirtschaftsdaten weit entfernt und könnten die sich abzeichnende Erholung gefährden.
Wenig Optimismus verbreitete Salzgitter auch für seinen verlustreichen Technologiebereich. Trotz eines eingeleiteten Sparprogramms werde die Sparte auch im laufenden Jahr nicht aus den roten Zahlen kommen./nl/dct/wiz

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???