Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

PARIS (awp international) - Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis stellt sich wegen zunehmender Konkurrenz für wichtige Medikamente auf schwierigere Zeiten ein. "2010 war das erste Jahr, in dem die Konkurrenz von Nachahmermitteln für wichtige Produkte wie Lovenox richtig deutlich wurde", sagte Sanofi-Aventis-Chef Chris Viehbacher am Mittwoch in Paris. Trotzdem steigerte der Konzern auch dank Einsparungen von 1,3 Milliarden Euro den Überschuss um 6,8 Prozent auf 9,21 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 2,50 Euro (VJ: 2,40) erhalten.
2011 werde das Ergebnis pro Aktie vor Sonderposten zu konstanten Wechselkursen fünf bis zehn Prozent niedriger als die 7,06 Euro im vergangenen Jahr ausfallen. "Keiner sollte von den Ergebnissen und dem Ausblick überrascht sein, weil wir bereits 2009 gesagt haben, dass rund ein Fünftel des Umsatzes durch Generika gefährdet ist", sagte Viehbacher. Bis 2013 verlieren Verkaufsschlager wie die Krebsmittel Taxotere und Eloxatin, der Blutverdünner Plavix und der Gerinnungshemmer Lovenox ihren lukrativen Patentschutz. 2010 brachen die Umsätze von Plavix und Lovenox prozentual zweistellig ein. Die Konkurrenz durch Nachahmermittel drückte den Umsatz um 2 Milliarden Euro. Sanofi-Aventis-Aktien gaben bis zum Mittag gut 2 Prozent nach und waren Schlusslicht im Leitindex EuroStoxx 50 .
NICHTS NEUES ZU GENZYME
Bedeckt hielt sich Viehbacher bei der geplanten Übernahme des amerikanischen Biotech-Unternehmens Genzyme. "Die Gespräche mit der Genzyme-Führung gehen weiter", sagte er ohne weitere Details zu nennen. In den vergangenen Wochen wurde über eine Erhöhung der Offerte von 18,5 Milliarden Dollar spekuliert.
Sanofi-Aventis hatte im Oktober ein feindliches Übernahmeangebot vorgelegt. In den Verhandlungen geht es auch darum, wie hoch der Umsatz des Genzyme-Hoffnungsträgers Lemtrada gegen Multiple Sklerose angesetzt werden kann. Bisher gehen die Erwartungen für das Mittel, das noch getestet wird, weit auseinander. Seit Viehbachers Amtsantritt Ende 2008 hat Sanofi-Aventis mehr als zehn Milliarden Euro für Übernahmen und neue Produktrechte ausgegeben. Die Übernahme von Genzyme wäre der grösste Zukauf seit dem Kauf von Aventis 2004.
WICHTIGER STANDORT FRANKFURT-HÖCHST
Um sich für die Zeit nach den Patentabläufen zu rüsten, will der weltweit viertgrösste Pharmakonzern Kernbereiche wie die Diabetessparte, die Impfstoffe, das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten (OTC) sowie die Präsenz in den Schwellenländern weiter verstärken. Grosse Hoffnungen verbindet Viehbacher auch mit dem rezeptfreien Allergiemittel Allegra, das in den USA im ersten Halbjahr 2011 auf den Markt kommen soll.
Angetrieben von der Nachfrage nach seinen in Frankfurt hergestellten Mitteln zur Behandlung der Zuckererkrankung (Diabetes) wie Lantus, Apidra und Amaryl verbesserte sich der Konzernumsatz um 3,7 Prozent auf 30,38 Milliarden Euro. Das Diabetesgeschäft steuerte 2010 mit einem Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro rund vierzehn Prozent zum Konzernumsatz bei und soll laut Hanspeter Spek, Aufsichtsratschef der deutschen Tochtergesellschaft, bis 2013 seinen 2008 erzielten Umsatz verdoppeln. Spekulationen wonach in Frankfurt in den nächsten Jahren rund 1.000 Stellen wegfallen sollen, bezeichnete Spek am Rande der Konferenz als "unfundiert".
SPARPROGRAMM KOMMT SCHNELL VORAN
Das Ziel, bis 2013 Kosten von 2 Milliarden Euro zu sparen, werde nun bereits in diesem Jahr erreicht: "Kosteneinsparungen sind aber nicht die Antwort auf Herausforderungen wie Patentabläufe", sagte Viehbacher. Sie setzten aber Mittel frei, die dort investiert werden könnten, wo zukünftiges Wachstum erwartet werde. /ep/enl/wiz

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???