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(neu: Aktienkurs, Kommentare, Deutsche Bank-Auftrag)
WALLDORF (awp international) - Europas grösster Softwarehersteller SAP will in diesem Jahr die Krise hinter sich lassen und Umsatz und Gewinn wieder steigern. Nach den Umsatzrückgängen des vergangenen Jahres wegen des weltweiten Konjunktureinbruchs solle der Umsatz mit Software und software-bezogenen Dienstleistungen (SSRS) währungsbereinigt um vier bis acht Prozent zulegen, teilte SAP am Mittwoch mit. Auch beim Gewinn will sich SAP verbessern und die operative Marge von zuletzt 27,4 Prozent auf 30 bis 31 Prozent heraufschrauben.
Zu Handelsbeginn sank die SAP-Aktie an der Börse um 0,5 Prozent auf 32,56 Euro. Ein Händler stufte die Zahlen in einer ersten Reaktion "etwas besser als erwartet" ein. Positiv seien die Aussicht auf weiter strenge Kostenkontrollen und das Ziel einer weiteren Margenverbesserung. Die Bilanz zum vierten Quartal und für das Gesamtjahr 2009 habe unterdessen im Vergleich zu den vorläufigen Eckdaten, die das Unternehmen Mitte des Monat veröffentlicht hatte, aus seiner Sicht keine grossen Überraschungen enthalten. Die etwas besser als erwartet ausgefallenen Umsätze seien zu grossen Teilen auf Kosten der Marge erzielt worden. Laut Commerzbank-Analyst Thomas Becker entspricht der Ausblick nahezu den Erwartungen. Der Margenausblick bestätige unterdessen den Fokus des Managements auf die Profitabilität.
SAP hatte sich bereits zu Beginn der Krise drastische Sparmassnahmen verordnet. "Unsere ursprünglichen Erwartungen haben wir sogar übertreffen können", sagte Finanzvorstand Werner Brandt. "Für 2010 werden wir weiterhin konsequent unsere Kosten kontrollieren und dabei ein starkes Augenmerk auf das weitere Wachstum der Marge legen". Konzernchef Leo Apotheker rief aber noch nicht das Ende der Flaute aus. "Neben der Margensteigerung möchten wir im Jahr 2010 wieder zu Umsatzwachstum zurückkehren, obwohl das Marktumfeld weiterhin angespannt ist und die Unsicherheit bei den Kunden nach wie vor andauert."
Besonders die Bankensoftware, mit der SAP zuvor wenig erfolgreich war, trug im vierten Quartal zum Wachstum bei. Mit der Deutschen Bank gewinnt SAP einen wichtigen Kunden. Die Frankfurter Grossbank will ihre selbst entwickelte Software zugunsten den Bankensoftware von SAP aufgeben. Das neue Kernbanksystem umfasst Anwendungen rund um die Verwaltung von Daten, Kontoführung, Zahlungsverkehrs- und Sparangeboten.
Im vergangenen Jahr war bei SAP der operative Gewinn von 3,3 auf 2,9 Milliarden Euro eingebrochen. Unterm Strich fiel der Gewinn von 2,2 auf 2,0 Milliarden Euro. Im wichtigen vierten Quartal zwischen Oktober und Ende Dezember, in dem Unternehmen ihre IT-Budgets ausschöpfen, sank der operative Gewinn von 1,37 auf 1,12 Milliarden Euro. Unterm Strich fiel der Überschuss von 900 auf 776 Millionen Euro.
Den stärksten Einbruch verzeichnete SAP in seinen Stammmärkten. Der Umsatz mit SSRS sackte in der Region Europa/Afrika/Naher Osten um acht Prozent. Vor Wechselkursveränderungen schrumpfte das Geschäft noch um sieben Prozent. In der Region Amerika, wo SAP einen erheblich geringeren Marktanteil hat, ging der SSRS-Umsatz um vier Prozent zurück. In diesen Märkten waren die Ausgaben von Unternehmen für Software nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers schlagartig zum Stillstand gekommen. Die Investitionsfreude kommt erst langsam wieder in Fahrt. Im asiatisch-pazifischen Raum, der sich von der Konjunkturkrise schneller erholt als der Westen, stieg der SSRS-Umsatz indes um sechs Prozent - vor Währungseffekten noch um fünf Prozent. Damit konnte SAP hier den Einbruch der vorangegangen Quartale teilweise wieder wettmachen./fn/wiz

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