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(Meldung umfassend ergänzt und umgeschrieben)
Bern (awp/sda) - ÖV-Benutzer zahlen künftig mehr: Durchschnittlich steigen die Billettpreise um 6,4%, wie der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) am Donnerstag in Bern vor den Medien bekannt gab. Die erste allgemeine Tariferhöhung seit drei Jahren gilt ab 12. Dezember.
Von der Preisrunde wird fast niemand verschont. Am stärksten steigt der Tarif für den Verkaufsschlager Halbtax-Abonnement: Die gemäss VöV "beliebteste Rabattkarte der Schweiz" kostet 15 CHF mehr pro Jahr. Das bedeutet einen Aufschlag um 10%.
Für das 2-Jahres-Halbtax-Abo werden 50 CHF mehr verlangt (+20%). Die gewöhnlichen Billette und Streckenabonnemente werden mit 3,4% moderater erhöht, wie ein Beispiel zeigt: Für die Strecke Bern - Zürich retour bezahlt ein Reisender mit Halbtax künftig 1 CHF mehr.
Auch die regelmässigen Pendler werden stärker zur Kasse gebeten. Mit den Generalabonnementen (GA) werden immer mehr Kilometer gefahren. Das habe zur Folge, dass der Ertrag pro gefahrenem Kilometer sinke, erklärte Vincent Ducrot, Leiter Personenverkehr bei der SBB. So werfen GA-Kunden pro Kilometer noch 10 Rappen ab. Bei den Gemeindetageskarten sind es 6 Rappen.
"Ein gewöhnliches ganzes Billett bringt uns 3 Mal mehr ein als ein GA auf derselben Strecke", sagte Ducrot. Das GA wie die Tageskarten zollen dem eigenen Erfolg Tribut: Ausser bei den GA für Behinderte, Kinder und Jugendliche steigen die Preise um 6,2 bis 9,5%. Für Erwachsene in der 2. Klasse schlägt das GA beispielsweise um 200 CHF auf 3'300 CHF auf.
Für Tagesausflüge muss künftig ebenfalls ein höheres Budget einberechnet werden. Die Tageskarten schlagen zwischen 4,9 und 8% auf. Die 9-Uhr-Tageskarte ist nur noch von Montag bis Freitag gültig.
Die Preiserhöhungen seien unpopulär, aber dringend nötig, sagte VöV-Direktor Peter Vollmer. Der Ausbau des Fahrplans, steigende Personal- und Energiekosten, erhöhter Sicherheitsbedarf und vor allem die Investitionen ins Rollmaterial drängten die Verkehrsunternehmen, die Tarife zu erhöhen.
Bis 2030 seien allein bei der SBB Investitionen von 20 Mrd CHF vorgesehen, hielt Vincent Ducrot fest. Von den geplanten Preiserhöhungen erwartet der VöV für seine 200 Unternehmen Zusatzeinnahmen von 150 Mio CHF pro Jahr.
Von den durchschnittlich 6,4% höheren Billetteinnahmen geben die Verkehrsunternehmen allerdings wegen der steigenden Mehrwertsteuer 0,4% an den Staat weiter. In einer Urabstimmung müssen die dem VöV angeschlossenen Unternehmen die neuen Preise noch absegnen.
Die Tariferhöhungen auch noch verhindern kann der Preisüberwacher. Ab Donnerstag habe dieser 30 Tage Zeit, um die Preiserhöhungen genau zu analysieren, sagte Beat Niederhauser, Stellvertreter des "Monsieur Prix". Falls der Preisüberwacher problematische Preise feststelle, strebe er eine gütliche Einigung mit den Verkehrsunternehmen an.
Keine hohen Wellen schlugen die angekündigten Tarife beim Bund und beim Verkehrspersonal. Die Preiserhöhungen seien gerechtfertigt, hiess es auf Anfrage. Die Vertreter der Bahnkunden zeigten sich aber enttäuscht: Vor allem treue Bahnkunden würden mehr zur Kasse gebeten, teilte Pro Bahn mit.
Wenig Verständnis zeigten auch die Konsumentenschützer: Die Wirtschaftslage sei nicht besser als letztes Jahr, monierten sie. Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) findet es "unhaltbar", dass in Zeiten des Klimawandels Pendler dazu animiert würden, wieder das Auto zu benutzen.
tp

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